© contrastwerkstatt / Fotolia

Gewusst wie: Das richtige Bewerbungsschreiben

Bewerbung: Klassische Fehler im Anschreiben und wie du sie vermeidest – Tipps vom Karriereprofi

Simone Stargardt arbeitete bei Deutschlands größtem Lebensmitteldiscounter im mittleren Management, ehe sie sich mit 24 Jahren selbständig machte. Heute ist sie Geschäftsführerin einer Weiterbildungsakademie

Frau Stargardt, welche Fettnäpfchen fallen Ihnen ein, die Bewerber möglichst umgehen sollten?

Eine Bewerbung an einen falschen Ansprechpartner zu adressieren oder den Namen falsch zu schreiben, ist ein Fauxpas, den Kandidaten leicht vermeiden können. Unprofessionell wirken Word-Anhänge. Sie können Viren übertragen und wenn nicht die gleiche Programm-Version genutzt wird, geht eventuell die Formatierung verloren. Bei einer PDF-Datei passiert das nicht. Schief eingescannte und unlesbare Dokumente oder fehlende Seiten können den Bewerbungsprozess frühzeitig beenden. Bei einer postalischen Bewerbung: Sauber und ordentlich allein reicht nicht. Wenn die Papiere etwa nach Zigarettenrauch riechen, ist der erste Eindruck trotzdem schlecht.

Worauf sollten Berufsanfänger besonders achten, wenn sie sich bei ihrem Wunscharbeitgeber bewerben?

Erst ein bis zwei Bewerbungen an andere Firmen senden, die auch interessant sein könnten. Die allererste Bewerbung ist selten perfekt, Format und Formulierungen sind meist erst bei der zweiten oder dritten feingeschliffen. Ansonsten gilt, sich umfassend über das Unternehmen zu informieren: Welche Werte hat die Firma, welches Wording verwendet sie auf der Homepage – das sollte ins Motivationsschreiben mit einfließen. Vorteile verschafft sich, wer bereits vor seiner Bewerbung mit dem Arbeitgeber in Kontakt kommt, etwa auf einer Messe.

Kann eine extrem auf ein Unternehmen angepasste Bewerbung auch zu anbiedernd auf Personaler wirken?

Das schließe ich nicht aus. Umso wichtiger ist es deshalb, dass ein Bewerber authentisch wirkt und zu den Werten des Unternehmens passt. Insgesamt denke ich: Je individueller eine Bewerbung in einem angemessenen Rahmen ist, desto höher die Wahrscheinlichkeit, dass sie positiv auffällt.

Fünf Tipps für das perfekte Anschreiben vom Profi

  • Tipp 1: Anrede und Rechtschreibung sorgfältig prüfen
  • Tipp 2: Anhänge immer als PDF-Datei schicken – keine Word-Dateien
  • Tipp 3: saubere, vollständige, gut riechende und geprüfte Dokumente sind ein Muss
  • Tipp 4: Das Wunschunternehmen schon vor der Bewerbung kontaktieren, z.B. auf einer Messe
  • Tipp 5: je individueller die Bewerbung, desto größer die Chance, dass sie positiv auffällt

Bewerbungsblüte

»Zu meiner Zeit als Führungskraft bei einem großen Filialisten bewarben sich die meisten Kandidaten noch schriftlich. Damals öffnete ich eine an mich adressierte Bewerbung – und fand Unterlagen, die der Kandidat für unseren größten Mitbewerber vorbereitet hatte. Er hatte anscheinend die Umschläge verwechselt. Von mir erhielt er damals eine Absage. Ich gehe stark davon aus, dass er auch bei der Konkurrenz nicht untergekommen ist.« Simone Stargardt, Unternehmerin und Personalexpertin


Anzeige

Anzeige