Bewerbung als Jurist

Dein Jurastudium neigt sich dem Ende entgegen und du stehst vor der Herausforderung, eine Bewerbung schreiben zu müssen? Kein Stress: Wir liefern dir neben Praxistipps von Experten zusätzlich Vorlagen bzw. Beispiele für einen guten Lebenslauf und ein gutes Anschreiben für Juristen.

Viel Erfolg bei deiner Bewerbung!

Beispiel: Lebenslauf Jurist


1. Schon gewusst? Bei einer Bewerbung steht für die Personaler meistens der Lebenslauf und nicht das Anschreiben an erster Stelle. Denn der Lebenslauf liefert die entscheidenden ›Einladungsargumente‹. 

2. Ein Bewerbungsfoto darf aufgrund des Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetzes nicht mehr eingefordert werden. Dennoch schicken und von seiner besten Seite zeigen. Ein offenes Lächeln wirkt sympathisch und vertrauenswürdig. 

3. Psychologische Untersuchungen ergaben, dass Schwarzweißfotos vom Betrachter als sympathischer empfunden werden als Farbbilder. Bei Farbfoto solltest du auf dezente Farben der Kleidung und des Make-ups achten. 

4. Die Staatsangehörigkeit gibst du nur an, wenn du nicht deutscher Staatsbürger bist oder dein Name dies vermuten lässt; die Religionszugehörigkeit nur noch, wenn das für die angestrebte Position notwendig ist (z. B. bei kirchlichen Trägern). Eltern und Geschwister werden nicht mehr aufgeführt. 

5. Die gesamten Unterlagen danach ausrichten, was den Personaler interessiert. Er will Informationen zu den Schlüsselbegriffen: Kompetenz (Was kannst du?), Leistungsmotivation (Wie engagiert bist du?), Persönlichkeit (Wer bist du? Passt du in das Unternehmen?). 

6. Personaler stehen meist unter Zeitdruck. Zum Durchsehen des Lebenslaufs bleiben dabei nur wenige Minuten, bevor die Entscheidung fällt. Gestalte ihn also prägnant und übersichtlich! 

7. Für die Reihenfolge im Lebenslauf gibt es keine festen Regeln. Immer häufiger wird jedoch mit der Gegenwart begonnen. Der Vorteil: Der Arbeitgeber liest zunächst das Ergebnis deines bisherigen Werdegangs. Wer gerade in einem Job arbeitet, der kaum zu der Zielposition passt, sollte über eine andere Darstellungsform nachdenken. Dazu gehören: Studienfach/-fächer, Universität, Schwerpunkte, ggf. das Thema der Examensarbeit oder der Promotion, Art der Examina, evtl. Hinweise auf besonderen Erfolg. 

8. Hast du darüber hinaus besondere Kenntnisse oder Fertigkeiten, die dein Bild als interessante Persönlichkeit abrunden? Beispielsweise soziale Kompetenz, künstlerische Begabung, sportliches Können. Dadurch kannst du Sympathiepunkte gewinnen und Anknüpfungspunkte für das Vorstellungsgespräch schaffen. 

9. Heute wirst du meistens aufgefordert, deine Unterlagen per E-mail zu schicken. Trotzdem solltest du zum Unterschreiben blaue Tinte (bitte keinen Kugelschreiber!) verwenden und deine Unterschrift dann einscannen. Vor- und Zunamen bitte leserlich schreiben. Den Namen nicht maschinenschriftlich wiederholen. 

Das Anschreiben für Juristen

10. Das Anschreiben ist eine Fortsetzung deiner ganz persönlichen Bewerbungsstrategie. Passe es – genau wie deinen Lebenslauf – an die Besonderheiten und Anforderungen der angestrebten Arbeitsaufgaben und Position an.

11. Auf weniger als einer Seite, optimal mit sechs bis zehn Sätzen, die Hauptverkaufsargumente gut formuliert vortragen. Die Qualifikationen und Qualitäten hervorheben, die den im Anzeigentext genannten Anforderungen entsprechen.

12. Im Anschreiben unbedingt namentlich an eine Person wenden.

13. Hier hat die Bewerberin mit ihrem Ansprechpartner bereits telefoniert. Sehr gut. Ansonsten solltest du dir einen zündenden ersten Satz einfallen lassen. Die Schlagworte für den gelungenen Einstieg lauten: Spannung erzeugen – Interesse wecken – Freundlichkeit vermitteln.

14. Floskeln vermeiden und einfache, klare Sätze formulieren (gerade bei Online-Bewerbungen, da man nicht weiß, wie der als E-Mail versendete Text beim Adressaten dargestellt wird).

15. Kreative Bewerbungen sind in der Jura-Branche weniger üblich. Die Kreativität sollte vor allem in der Auswahl und Art der Darstellung der Fakten liegen. Bloß keine Experimente mit Farben oder exotischen Schrifttypen. Und: Bewerben heißt immer selber machen, nicht nachmachen!

16. Gut leserlich mit Vor- und Zunamen unterschreiben.

17. Auf die für den Job relevanten Anlagen beschränken. Bei mehr als fünf Anlagen ist ein Verzeichnis mit einem sinnvollen Ordnungsprinzip hilfreich. Die Hochschulzeugnisse gehören ganz nach vorne, es sei denn du hast bereits Arbeitszeugnisse vorzuweisen. Auch ein gerade abgeschlossenes Praktikum in einem bekannten Unternehmen könnte als erste Anlage Eindruck machen. Per E-Mail alle Anhänge als eine Datei schicken!

18. Falls du deine Unterlagen per Post versendest, hast du auch die Wahl bei der Mappe, der Papierqualität und dem Schrifttyp. Generell sollte die Gestaltung nicht vom Wesentlichen, also der Information über dich als Bewerber ablenken, sondern die Argumente stützen.

Entscheide dich für Materialien, die am besten zu dir und dem Zieljob passen. Spare auch nicht am Umschlag und frankiere ausreichend.

 

 

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