Selbstmarketing: Stell dich ins richtige Licht!

Unser Karriereexperte Walter Feichtner gibt Tipps fürs richtige Selbstmarketing

Wenn du dein Studium erfolgreich beendet hast, beginnt eine neue Phase in deinem Leben. Wahrscheinlich bist du froh, dass der Prüfungsstress und das Lernen jetzt vorbei sind. Auch die Bachelor- oder Masterarbeit haben sicher deinen vollen Einsatz gefordert. Trotzdem musst du jetzt wieder fleißig und aktiv sein. Die Suche nach dem für dich geeigneten Job und der Bewerbungsprozess sind zwei neue große Herausforderungen, die du mit viel Energie angehen solltest. Gerade als Absolvent wirst du merken, dass es nicht einfach ist, schnell den passenden Job zu bekommen.

Der Arbeitsmarkt ist hart umkämpft und du wirst mit vielen Mitbewerbern um die interessanten Stellen konkurrieren. Da sich im Schnitt über 100 Personen auf eine gute Stelle bewerben, musst du dich natürlich von deinen Konkurrenten abheben und unter Beweis stellen, dass du der geeignete Kandidat für die zu besetzende Stelle bist. Nur wenn du dich selbst gut vermarktest, wirst du als ›Sieger‹ in diesem Wettkampf hervorgehen. Wir geben dir Tipps, wie du dich im Bewerbungsprozess am besten vermarktest.

Wie verfasse ich eine interessante und ansprechende Bewerbung?

Perfekte und zielgerichtete Bewerbungsunterlagen sind deine Eintrittskarte für die Einladung zu einem Vorstellungsgespräch. Du solltest grundsätzlich nichts Negatives in deine Bewerbung schreiben, sondern das Positive und Besondere betonen, um dich optimal zu präsentieren. Deine Bewerbungsunterlagen müssen ein ansprechendes Äußeres haben, denn aufgrund der Optik hinterlässt du den ersten Eindruck.

Außerdem sollte die Bewerbung neben einem pfiffigen Anschreiben auch immer einen Lebenslauf, wichtige Zeugnisse und ein aktuelles und professionelles Foto, eventuell auf einem separaten Deckblatt, enthalten. In einigen Unternehmen wird eine Vorauswahl oft nur aufgrund des vorliegenden Fotos getroffen.

Hier gilt das Motto: lieber overdressed als underdressed. Das Layout der Unterlagen sollte sehr übersichtlich sein, das Anschreiben maximal eine Seite lang, der Lebenslauf maximal drei Seiten inklusive Deckblatt.

Beim Anschreiben musst du unbedingt auf die Anforderungen des Unternehmens eingehen und zeigen, welchen Nutzen du dem Unternehmen stiften wirst. Hierbei spielen auch deine persönlichen Eigenschaften beziehungsweise Soft Skills eine wichtige Rolle. Vielleicht kannst du sogar beweisen, dass dir bestimmte Fähigkeiten in der Vergangenheit sehr hilfreich waren oder du diese bei einem Praktikum weiterentwickeln konntest. Von deiner Eigeninitiative, deiner hohen Lern- und Leistungsbereitschaft, deinem organisatorischen Geschick oder deinen hervorragenden Englischkenntnissen kann sicher auch dein neuer Arbeitgeber profitieren. Der Lebenslauf sollte neben allen wichtigen Stationen auch konkrete Beschreibungen deiner Erfahrungen, die du im Rahmen von Ferienjobs, Nebenjobs oder Praktika gesammelt hast, enthalten. Du darfst auch ruhig zeigen, dass du schon etwas geleistet hast und Erfolge beziehungsweise deinen persönlichen Beitrag bei einem Projekt nennen.

Vorstellungsgespräch: Worauf muss ich achten und wie hinterlasse ich einen positiven Eindruck?

Auch hier gilt wieder der erste Eindruck. Wer zu spät zum Vorstellungsgespräch kommt, wird den Job sicher nicht bekommen. Auch die Kleidung muss passen. Dabei gelten die gleichen Regeln wie beim Bewerbungsfoto. Beim Vorstellungsgespräch musst du wirklich überzeugend auftreten, am besten durch ein gekonntes Selbstmarketing bezüglich deiner fachlichen und persönlichen Qualifikationen und Fähigkeiten und durch ein authentisches und sympathisches Auftreten.

Du solltest vorher üben beziehungsweise trainieren, was dich erwartet und wie du beim Bewerbungsgespräch einen guten Eindruck hinterlässt und deine Gesprächspartner überzeugst. Beim Gespräch hast aber auch du die Gelegenheit herauszufinden, ob das Unternehmen oder die Stelle wirklich zu dir passen. Das Bewerbungsgespräch ist für beide Seiten ein Kennenlernen und Abchecken, ob man zusammenpasst. Diese Gelegenheit solltest du unbedingt nutzen und auch selbst als Entscheidungsgrundlage einsetzen. Falls ein Job nicht der richtige für dich ist, bedeutet dies keine Niederlage oder Misserfolg für dich.

Vor dem Termin solltest du unbedingt alle wichtigen Informationen zum Unternehmen beziehungsweise zur Position sammeln, die für deine Entscheidung relevant sind. Was du nicht herausfinden kannst, aber für dich von Bedeutung ist, versuchst du beim Gespräch zu klären. Am besten schreibst du deine Fragen und die dir wichtigen Dinge auf einen Block und nimmst diesen Fragenkatalog mit. Das Vorstellungsgespräch solltest du auf keinen Fall als reines ›Frage-Antwort-Spiel‹ betrachten. Es ist sehr wichtig, dass du geschickte Fragen stellst und dich dadurch nicht nur informierst, sondern auch selbst positionierst. Falsche Bescheidenheit wirkt ebenso negativ wie Arroganz. Bewahre ein gesundes Mittelmaß und vermittle deinem Gegenüber, dass du genau weißt, wo deine Qualitäten liegen beziehungsweise was du kannst, aber auch was dir Spaß macht.

Deinem Gegenüber solltest du offen in die Augen schauen, Starren jedoch vermeiden. Auch die richtige Körperhaltung ist von großer Bedeutung. Versuche, dich aufrecht und gerade zu halten und nicht mit den Fingern herum zu spielen. Am besten legst du die Hände in den Schoß oder auf die Armlehne und versuchst, ruhig zu bleiben.

Vorstellungsgespräch – absolute No-Gos:

  • dem Gegenüber ins Wort fallen und diesen unterbrechen
  • Negativaussagen über den vorherigen Arbeitgeber
  • Lügen (außer bei unerlaubten Fragen, zum Beispiel bezüglich Kinderwunsch, Religion, …)
  • übertriebenes Parfum
  • Handy anlassen
  • Selbstüberschätzung und Prahlerei


Wenn du authentisch bleibst, dich selbstsicher zeigst und deinem neuen Arbeitgeber klar den Nutzen und deine Motivation aufzeigst, wird der neue Job, der Praktikumsplatz oder die Traineestelle nicht lange auf sich warten lassen. Du wirst dann sicher auch später im Job die Gelegenheit haben, dich zu beweisen, weiter Selbstmarketing für dich zu betreiben und so auch Karriere zu machen.


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