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Vertragsfragen: Rahmenbedingungen klären

Du hast die Zusage in der Tasche – jetzt ist Zeit für Klartext. Wie du Vertragsfragen und Rahmenbedingungen klärst, verraten wir dir hier

1. Welche Punkte muss mein Arbeitsvertrag enthalten?

»Ein professioneller Arbeitsvertrag beinhaltet Angaben zu Beginn und Dauer des Beschäftigungsverhältnisses sowie zu Vergütung, Arbeitszeit, Kündigungsfrist und Probezeit. Zudem sollten das Verhalten des Arbeitnehmers im Krankheitsfall, Sondervergütungen wie Urlaubs- und Weihnachtsgeld, der Urlaubsanspruch sowie die Altersversorgung geregelt sein. Insgesamt gilt: Je präziser die Angaben zu den einzelnen Inhalten formuliert sind, desto besser ist es für beide Seiten.«
Jochen Krümpelmann, HR Manager bei Dr. August Oetker

2. Was mache ich bei mehreren Zusagen?

Gleich mehrere Arbeitgeber wollen dich als Mitarbeiter – Jackpot! Jetzt gilt es, die für dich richtige Entscheidung zu treffen. Hierfür musst du abwägen: Was ist dir besonders wichtig? Welches Unternehmen erfüllt diese Wünsche? Wer bietet die besten Konditionen, wer die spannendsten Aufgaben? Wenn du dann zu einem Entschluss gekommen bist, musst du den ausgeschiedenen Arbeitgebern natürlich absagen. Hier brauchst du aber kein schlechtes Gewissen zu haben – du hast genauso das Recht, dich gegen sie zu entscheiden, wie sie umgekehrt auch.

3. Darf ich in Bezug auf Gehalt und Urlaub nachverhandeln?

»Bis zum Zeitpunkt einer Zusage sollten alle Rahmenbedingungen geklärt sein. Bestehen Abweichungen zwischen Vereinbarungen aus Bewerbungsgesprächen und Regelungen im Arbeitsvertrag, dann sollten Bewerber dies ansprechen. Grundsätzlich sind Nachverhandlungen vor Vertragsunterzeichnung natürlich möglich, Arbeitnehmer sollten sich jedoch überlegen, wie wichtig es ihnen wirklich für diesen Job ist.«
Dr. Bernd Slaghuis, Karriere- und Businesscoach

4. Einige Passagen meines Vertrags sind mir unklar – was tun?

Ganz einfach: nachfragen. Formulierungen in Verträgen können manchmal umständlich sein und für dich als Berufsanfänger deshalb schwer verständlich. Lass dir deshalb die Bedeutung dahinter erklären. Vielleicht können die Passagen dann sogar etwas umgestellt werden, damit sie für beide Seiten klar und eindeutig sind.

5. Muss ich sofort unterschreiben?

Das ist in der Regel nicht nötig. Die meisten Unternehmen geben ihren Bewerbern nach der Zusendung des Vertrags eine gewisse Bedenkzeit, meistens ein bis zwei Wochen. Immerhin solltest du genug Zeit haben, den Vertrag sorgfältig zu lesen und Organisatorisches, wie beispielsweise einen Umzug, anstoßen zu können. Diese Zeit solltest du auf jeden Fall nutzen, denn nachdem du deine Unterschrift gesetzt hast, wird es schwierig, nachzuverhandeln.

6. Woran erkenne ich einen schlecht aufgesetzten Arbeitsvertrag?

Du siehst auf den ersten Blick, ob beispielsweise das Format und die Gestaltung des Arbeitsvertrags unübersichtlich sind. Unverständliche Formulierungen oder grammatikalische Fehler fallen dann beim Lesen auf. Außerdem solltest du prüfen, ob alle relevanten Punkte wie Fristen, Arbeitszeit, Urlaub, Krankheit, Aufgaben und Gehalt in dem Vertrag geregelt sind. Wenn du dir unsicher bist, ob dein Vertrag den Standards entspricht, lass deine Eltern oder einen Fachmann drüberschauen.


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