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Tabellarischer Lebenslauf: Aufbau, Inhalt und kostenlose Muster

Klassischerweise gehört zu jeder Bewerbung ein tabellarischer Lebenslauf – er ist fast noch wichtiger als das Anschreiben. Wie du deinen tabellarischen Lebenslauf am besten strukturierst, welche Infos er enthalten muss und wie er aussehen könnte, zeigen wir dir hier.

Der tabellarische Lebenslauf ist wohl der wichtigste Bestandteil einer Bewerbung – neben dem Bewerbungsschreiben. Im Lebenslauf sieht der Personaler auf einen Blick, was du schon alles gelernt und erreicht hast. Die tabellarische Form hat sich deshalb durchgesetzt, weil sie so übersichtlich und strukturiert ist – Informationen können schnell und ohne langes Suchen erfasst werden. Doch was gehört alles in den Lebenslauf und wie gliederst du ihn richtig? Antworten auf diese Fragen findest du in diesem Text.

Tabellarischer Lebenslauf: Inhalt

Ein tabellarischer Lebenslauf gibt Aufschluss über deinen gesamten beruflichen Werdegang und deine schulische und universitäre Bildung. Es muss also einiges untergebracht werden – und das auf maximal zwei Seiten. Mehr Umfang sollte dein Lebenslauf nicht haben, sonst liest ihn der Personaler nicht mehr. Der perfekten Umfang deines Lebenslaufs hängt dann davon ab, wie viel Erfahrungen du schon gesammelt hast.

Was muss also alles in den tabellarischen Lebenslauf:

  • Überschrift: Der Personaler soll wissen, was er da in den Händen hält – deshalb: Setz einfach die Überschrift ›Lebenslauf‹ über sämtliche Informationen.
  • Deine Kontaktdaten: Auf den Lebenslauf gehören deine Anschrift, Telefonnummer und E-Mail-Adresse. Hält der Personaler dich für geeignet, soll er schließlich nicht lange nach einer Möglichkeit suchen müssen, dich zu kontaktieren.Foto: Ein Foto ist bei einer Bewerbung keine Pflicht mehr. Dennoch ist es in Deutschland aktuell noch üblich, der Bewerbung ein Foto beizulegen. Bringst du dieses nicht auf dem Deckblatt unter, ist der Lebenslauf der perfekte Ort dafür. Entscheidest du dich für ein Bewerbungsfoto, sollte dieses ansprechend und überzeugend wirken.
  • Persönliches: Hier gehören vor allem dein Geburtstag und dein Geburtsort hinein. Familienstand und Staatsangehörigkeit kannst du dazu schreiben, das ist allerdings nicht nötig. Hier musst du entscheiden, ob du deinem potenziellen neuen Arbeitgeber diese Informationen geben willst. Die Tätigkeit deiner Eltern hat hier nach neuen Standards eher nichts mehr verloren.
  • Studium und Ausbildung: Unter diesem Punkt listest du die Schulen auf, die du besucht hast. Deinen Abschluss schreibst du inklusive Abschlussnote dazu – vorausgesetzt die Note ist vorzeigbar und rückt dich in positives Licht. Ansonsten kannst du sie einfach weglassen. Außerdem kommen unter diesen Punkt deine Ausbildung beziehungsweise dein Studium – ebenfalls mit Abschlussnote und gegebenenfalls Schwerpunkte und Thema der Abschlussarbeit.
  • Berufserfahrung und Praktika: Hierzu gehören alle deine bisherigen Erfahrungen im Berufsleben – vom Praktikum über die Werkstudentenstelle vielleicht bis hin zur ersten Stelle. Zu jeder Station solltest du in Stichpunkten kurz und knapp angeben, was deine wichtigsten Aufgaben waren oder sind.
  • Qualifikationen: Außer deiner Ausbildung und dem beruflichen Werdegang sind für das Unternehmen auch weitere Qualifikationen wie Fremdsprachen oder IT-Kenntnisse wichtig. Am besten belegst du diese später im Anhang durch Zertifikate oder Zeugnisse.
  • Interessen und Hobbies: Dieser Punkt muss nicht unbedingt in deinen Lebenslauf. Er kann aber hilfreich sein, um das Bild, das der Personaler von dir gewinnt, abzurunden. Eventuell punktest du hier mit Sympathie oder gemeinsamen Interessen. Ungefiltert alle Hobbies zu nennen, kann aber gefährlich werden. Wer Extremsport betreibt, könnte schließlich oft wegen Verletzungen ausfallen und wer am liebsten daheim auf dem Sofa fernsieht, wirkt nicht gerade wie ein Macher. Bei den Hobbies im Lebenslauf  gibt es also einiges zu beachten.
  • Ehrenamtliches Engagement: Auch wenn du dich in einer Organisation ehrenamtlich engagierst, kann das ein Pluspunkt im Lebenslauf sein. Es zeigt erstens, dass du dich für andere einsetzt, und zweitens deine eigenen (finanziellen) Interessen auch mal zurückstellen kannst.
  • Deine Unterschrift: Das Wichtigste fehlt noch – nämlich deine Unterschrift. Mit ihr versicherst du, dass alle Daten korrekt sind. Apropos korrekte Daten: Lügen haben im Lebenslauf keinen Platz. Alexander Rütz, Senior Recruiter bei NTT Data Deutschland, verrät dir im Artikel ›Lügen im Lebenslauf‹, was du stattdessen machen kannst, wenn du eventuell nicht perfekt zur ausgeschriebenen Stelle passt.

Tabellarischer Lebenslauf: Aufbau und Gliederung

Jetzt weißt du, was alles in einen tabellarischen Lebenslauf hineingehört – doch wie gliederst und strukturierst du all diese Informationen? Dafür gibt es zwei Möglichkeiten: Chronologisch oder Amerikanisch. Bei ersterer Variante beginnst du mit dem ältesten Ereignis und kommst dann nach und nach zum neuesten. Die Nachteile liegen auf der Hand: Der Personaler möchte zuerst wissen, was du jetzt tust und welche Erfahrungen noch am frischesten sind – denn wo du auf der Grundschule warst, sagt ihm nichts über deine Qualifikation und Eignung für die Stelle.

Also wählst du besser die amerikanische Gliederung deines Lebenslaufs: Hier beginnst du mit dem Aktuellsten und arbeitest dich in deine Vergangenheit vor. So sieht der Personaler auf einen Blick, was du kannst und wo aktuell dein Schwerpunkt liegt – schließlich haben sich deine Interessen sicher im Lauf der Zeit verändert.

Übrigens: Hast du schon viel Erfahrung gesammelt, sortiere unwichtige Punkte aus und betone dafür die Stationen in deinem beruflichen Werdegang mehr, die für die Stelle, auf die du dich bewirbst, relevant sind. Hast du zum Beispiel während deines Studiums schon zwei Praktika gemacht und vielleicht nebenher noch als Werkstudent gearbeitet, sind das Schülerpraktikum von vor sechs Jahren oder der Nebenjob als Kellner eher uninteressant und nehmen nur Platz für deine wirklich wichtigen Qualifikationen und Kenntnisse weg.

Tabellarischer Lebenslauf: Kostenlose Muster

Jetzt hast du alle Informationen gesammelt, sie in der richtigen Reihenfolge geordnet und eventuell Unwichtiges aussortiert. Super! Dann kannst du jetzt alles in die richtige Form und Gestaltung bringen. Wie das zum Beispiel aussehen kann, siehst du hier:

Muster für deinen Lebenslauf – mit und ohne Foto

In diesem Artikel kannst du dich nicht nur bei der Gestaltung deines eigenen tabellarischen Lebenslaufs inspirieren lassen, sondern auch kostenlos Vorlagen herunterladen, die du individuell auf dich und deine Situation anpassen kannst.

Tabellarischer Lebenslauf: Form und Gestaltung

Doch bevor du munter drauf los gestaltest, gibt es einiges zu beachten, um einen positiven Eindruck beim HR-Verantwortlichen zu hinterlassen. Welche Gestaltungsregeln gibt es?

  1. Verwende dezente Farben: Es muss nicht alles schwarz-weiß gehalten werden, aber neongrün oder quietschgelb sollten eher nicht die Farben deiner Wahl sein.
  2. Schlichtes und modernes Design: Nicht zu aufdringlich, aber gerne frisch und jung darf deine Bewerbung wirken. Von vorübergehenden Trends aber lieber die Finger lassen – macht nur viel unnötige Arbeit und kommt vielleicht nicht mal gut an.
  3. Stilistisch einheitlich: Die Gestaltung sollte sich wie ein roter Faden durch deine Bewerbung ziehen. Hast du zum Beispiel eine Kopfzeile im Lebenslauf, sollte diese sich auch auf dem Anschreiben wiederfinden. Vorsicht vor wildem Durcheinander von Designs, Schriftarten und Farben.
  4. Kleiner psychologischer Trick: Passe die Schriftart an die Schrift auf der Website des Unternehmens an – suggeriert auf subtile Weise, dass du schon dazu gehörst. Nicht ausreichende oder unpassende Qualifikationen werden dadurch nicht ausgeglichen, aber vielleicht bringt es dir einen kleinen (unterbewussten) Bonus ein.

Die Frage, die du dir bei der Gestaltung immer stellen solltest, ist welches Bild du von dir zeichnen willst:

  • Willst du kreativ wirken?
  • Oder eher analytisch und pragmatisch?

Das ist auch stark abhängig von der jeweiligen Stelle, auf die du dich bewirbst, und der Branche, in der das Unternehmen tätig ist. Willst du zum Beispiel Controller in einer Bank werden, solltest du deine Bewerbung wohl eher konservativ gestalten. Bewirbst du dich stattdessen als Grafikdesigner in einer Kommunikationsagentur, darfst du dich ruhig etwas austoben – schließlich willst du aus der Masse hervorstechen und kannst so gleich dein Talent und Können unter Beweis stellen. Wie kreativ deine Bewerbung sein darf, ist also abhängig von verschiedenen Faktoren.

Tabellarischer Lebenslauf für Schüler

Du bist noch Schüler und hast nicht so viele Stationen in deinem Lebenslauf zu nennen? Kein Problem, du kannst trotzdem überzeugen. Im Artikel ›Tabellarischer Lebenslauf für Schüler‹ erfährst du, wie du deinen tabellarischen Lebenslauf aufbaust und gliederst.

Tabellarischer Lebenslauf: Weitere Tipps

  • Daten, Stationen und Infos: Check
  • Gliederung und Struktur: Check
  • Form und Gestaltung: Check

Herzlichen Glückwunsch! Jetzt hast du deinen tabellarischen Lebenslauf praktisch schon fertig und bist bereit für deine Bewerbung. Wie du deinen tabellarischen Lebenslauf noch weiter optimieren kannst, verraten dir unsere Experten Herr Püttjer und Christine Werner im Interview. Auch das Büro für Berufsstrategie Hesse/Schrader hat uns Profitipps zu deinem Lebenslauf verraten.

Bewerbung: Weitere Bestandteile

Den tabellarischen Lebenslauf hast du jetzt also erledigt – als nächstes gilt es, ein überzeugendes Anschreiben zu verfassen. Hast du beides geschafft, musst du deine Qualifikationen noch mit Zeugnissen und Referenzen belegen – auch hier gibt es gerade was die Reihenfolge angeht, einiges zu berücksichtigen. Hast du alles beisammen, musst du nur noch alles zu deiner perfekten Bewerbungsmappe zusammenfügen.

An dieser Stelle gibt es für uns von audimax nichts mehr zu tun, als dir viel Glück bei deiner nächsten Bewerbung mit deinem brandneuen tabellarischen Lebenslauf zu wünschen!


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