Ausreichender Versicherungsschutz als solide Grundlage für ein sorgenfreieres Studium.

Während der Studienzeit sollte man sich ganz auf die Lerninhalte konzentrieren können. Dies gelingt nur, wenn Rahmenbedingungen es zulassen. Ein ausreichender Versicherungsschutz bietet eine solide Grundlage für ein sorgenfreieres Studium.

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Darauf sollten Studierende bei der Auswahl von Versicherungen achten

Jahr für Jahr schreiben sich in Deutschland rund 500.000 neue Studierende in Hochschulen und Universitäten ein. Unter all der Vorfreude darf jedoch nicht vergessen werden, dass für jeden Hochschulanwärter sowohl Kranken- als auch private Haftpflichtversicherungen unbedingt erforderlich sind. Neben diesen gibt es noch einige weitere Versicherungen, die aber nur unter bestimmten Umständen empfehlenswert sind.

Krankenversicherungen für Studierende: Der Überblick

Sobald man beginnt sich selbstständig mit Versicherungen zu beschäftigen, stößt man auf eine Reihe von Versicherungen, die für Studenten grundsätzlich in Betracht kommen. Dazu gehören:

  • Haftpflichtversicherung
  • Krankenversicherung
  • Auslandskrankenversicherung
  • Hausratversicherung
  • Berufsunfähigkeitsversicherung

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Inwieweit eine eigene Hausrat-, Berufsunfähigkeits- oder Auslandskrankenreiseversicherung sinnvoll ist, hängt von den persönlichen Lebensumständen ab. Die Kranken- und Pflegeversicherung aber ist verpflichtend, da sie jeder Studierende bei der Immatrikulation an der Universität oder Hochschule vorlegen muss. Viele Studienanfänger und Studierende sind bis zum 25. Lebensjahr beitragsfrei über die Versicherung ihrer Eltern geschützt. Damit ist eine eigene Krankenversicherung zunächst für viele nicht erforderlich.

Falls Studierende bereits verheiratet sind bzw. in einer eingetragenen Lebenspartnerschaft leben, ist der Schutz im Rahmen der Familienversicherung über den Ehe- oder Lebenspartner möglich, sofern dieser in eine gesetzliche Krankenversicherung einzahlt. Zu beachten ist, dass die Einkünfte aus einem Minijob des Studierenden unproblematisch sind. Liegen die eigenen Einkünfte jedoch höher als 450 Euro, ist die beitragsfreie Familienversicherung nicht mehr möglich.

Welche Versicherungen für Studenten wirklich nötig sind, kann hier noch mal nachgelesen werden.

Weiter geht es mit der Haftpflichtversicherung. Es handelt sich dabei um eine Police, die ein absolutes MUSS ist. Warum das so ist und welche spezifischen Leistungen für Studenten besonders wichtig sind, klären wir im nächsten Abschnitt.

Die Haftpflichtversicherung für Studenten im Fokus

Das Studium ist für viele eine wunderbar abwechslungsreiche Lebenserfahrung. Man lernt die Selbstständigkeit im Leben und tastet sich in die Unabhängigkeit. Was nicht vergessen werden sollte - damit kommt die Eigenverantwortung. Wer einen Schaden verursacht, muss dafür auch geradestehen. Eine Haftpflichtversicherung ist deshalb absolut unverzichtbar.

Haftpflicht – was bedeutet dieser Begriff eigentlich?

Der Begriff Haftpflicht steht zum einen als Kurzform für die private Haftpflichtversicherung. Eine Privathaftpflichtversicherung tritt ein, wenn der Versicherungsnehmer einen Schaden verursacht und der geschädigte Schadensersatzforderungen stellt. Die Haftpflichtversicherung prüft auch, ob die Ansprüche des Geschädigten rechtens und gerechtfertigt sind und übernimmt den Schadenausgleich.

Haftpflicht im Wortsinn bedeutet zum anderen, dass eine Person die Pflicht hat, für einen angerichteten Schaden die Verantwortung zu tragen und den Schaden zu beheben.

Beispiel für einen studentischen Haftpflichtschaden

Eine Studentin feiert abends in der Stadt mit Freundinnen und trinkt etwas zu viel. Sie will die letzte Straßenbahn erwischen und rennt leicht angesäuselt und ohne zu Schauen quer über die Straße. Sie übersieht dabei ein Auto. Der Fahrer des Fahrzeugs macht eine Vollbremsung und verliert die Kontrolle. Der Wagen kracht gegen eine Hauswand. Das Auto hat einen Totalschaden und der Fahrer bricht sich zwei Beine und einen Arm. Die Gesamtkosten für die Behandlung, das Schmerzensgeld und den Schadenersatz des Fahrzeugs belaufen sich auf 250.000 €. Ohne Haftpflichtversicherung müsste die Studentin wahrscheinlich für den Rest ihres Lebens diesen Betrag abbezahlen. Eine ordnungsgemäß abgeschlossen Haftpflichtversicherung nimmt ihr diese „Haft-Pflicht“ ab. Die Versicherung bewahrt die Studentin vor einem existenziellen Schaden, der ihr den Aufbau eines finanziell unabhängigen Lebens stark erschweren oder sogar unmöglich machen würde.


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Haftpflichtversicherung für Studierende: Das musst du wissen

Genauso wie bei der Krankenversicherung sind Studenten für eine gewisse Zeit über die Eltern haftpflichtversichert. Voraussetzung ist natürlich, dass diese eine Haftpflichtversicherung haben. Prinzipiell greift die Haftpflichtversicherung der Eltern auch für volljährige unverheiratete Kinder, wenn diese zur Schule gehen oder direkt danach ihre erste Ausbildung anschließen. Das Wort „direkt“ ist in diesem Zusammenhang wichtig. Achtung: Wenn zwischen dem Ende der Schulzeit und der ersten Ausbildung beispielsweise aufgrund einer mehrmonatigen Auslandsreise zu viel Zeit liegt, erlischt der Familienversicherungsschutz.

Falls die Erstausbildung direkt an die Schulzeit anschließt, gilt folgendes: Der Versicherungsschutz über die Eltern endet grundsätzlich entweder mit Abschluss der ersten Berufsausbildung bzw. mit Abschluss des ersten Studiums oder wenn eine vorher festgelegte Altersgrenze erreicht ist. Welche Altersgrenze das ist, ist von Versicherung zu Versicherung unterschiedlich. Häufig liegt die Grenze bei 25 Jahren. Studenten sollten vor Abschluss einer eigenen Haftpflichtversicherung deshalb prüfen, ob und wie lange eine Mitversicherung bei den Eltern besteht.

Die erste eigene Haftpflichtversicherung: Denkanstöße für die Auswahl der passenden Assekuranz

Wer das erste Mal eine eigene Haftpflichtversicherung abschließt, sollte einige Aspekte bedenken. Der Preis sollte nicht erstes Kriterium für die Wahl sein, sondern der Leistungsumfang. Was nützt eine superbillige Versicherung von einer No-Name-Assekuranz, die entweder nur einen rudimentären Schutz bietet oder im Schadenfall ihre Versicherten buchstäblich im Regen stehen lässt?

Da die Preise für eine Privathaftpflichtversicherung deutlich unter zehn Euro pro Monat liegen, sollte der Fokus auf die Qualität der Versicherung gelegt werden. So können Studierende beispielsweise bei der Gothaer Versicherung zwischen drei preiswerten Tarifen wählen, deren Kosten zwischen knapp 32 Euro und 66 Euro im Jahr liegen. Das entspricht einer monatlichen Belastung von maximal 5,50 Euro. Vor dem Hintergrund der existenzbedrohenden möglichen Folgen eines Haftpflichtschadens können Studierende – wie jeder andere auch – für kleines Geld für den bestmöglichen Versicherungsschutz sorgen.

Wie hoch sollte die Versicherungssumme meiner Haftpflicht sein?

Die Versicherungssumme ist die wichtigste Größe der Haftpflichtversicherung. Diese sollte höchstmöglich ausfallen. Mindestens 10 Millionen € werden zum Beispiel von Stiftung Warentest empfohlen. Mit einer solchen Versicherungssumme lässt sich sicherstellen, dass auch bei schwersten Verletzungen sämtliche Kosten für die medizinische Behandlung oder eine anschließende lebenslange Rente bei Invalidität eines Unfallopfers übernommen werden können. Allerdings ist zu bedenken, dass Behandlungskosten mit der Zeit steigen. Eine höhere Absicherung für Personenschäden und Sachschäden auf bis zu 50 Millionen € ist deshalb empfehlenswert.

Inhalte der Haftpflicht: Internetnutzung, Auslandsaufenthalt und Mietsachschäden

Eine Versicherung für Studierende sollte die Risiken der besonderen Lebenssituation abdecken. Es ist ratsam, eine Police mit mindestens diesen Leistungsbausteinen abzuschließen:

  1. Heutzutage sind Studierende viel und lange online und surfen über Smartphones, Tablets, Laptops und PCs im Internet. Viren, Würmer, Trojaner und andere Schadprogramme können große Schäden am Gerät verursachen und die Festplatte zerstören. Die Haftpflichtversicherung sollte solche Schäden abdecken.
  2. Die private Haftpflicht sollte vorübergehende Auslandsaufenthalte im Rahmen eines Urlaubs, eines beruflichen oder eines Studienaufenthalts im Ausland versichern. Der Schutz sollte in Europa zeitlich unbegrenzt sein und weltweit mindestens drei Jahre umfassen.
  3. Mietsachschäden können rasch entstehen, zum Beispiel in fremden Hotelzimmern und Ferienwohnungen. Man unterscheidet zwischen beweglichen und unbeweglichen Sachen, wobei beide Bereiche abgedeckt sein sollten.
  4. Eine Forderungsausfalldeckung springt ein, wenn der Versicherte selbst zu Schaden kommt und der Schadensverursacher nicht für den Schaden aufkommen kann. In einem solchen Fall tritt die Forderungsausfalldeckung ein. Ein besonders komfortabler Schutz deckt auch die Folgen vorsätzlichen Handelns des Schadensverursachers ab.

Ein Beitrag der externen Autorin Anja Klein.