Bildquelle: Pixabay / Robinraj Premchand

Das bietet die Cyber-Versicherung für Freelancer

Nicht nur große Unternehmen sind plötzlichen Cyber-Attacken ausgesetzt oder Opfer eines Datendiebstahls. Die rasante Entwicklung der modernen Informations- und Kommunikationstechnologie birgt auch für Freiberufler enorme Risiken. Versicherungsunternehmen erkannten eine große Lücke beim Schutz ihrer Kunden und es entstand ein weiterer Versicherungszweig: die Cyber-Versicherung.

Cyber-Versicherung für Freiberufler: Wer kann sich versichern lassen?

Eine Versicherung für IT-Risiken ist unerlässlich. Wohl jeder Freelancer nutzt täglich das Internet und andere digitale Tools. Netzwerkschutz bedeutet Betriebssicherheit und wird in den in folgenden Situationen benötigt: beim Umgang mit vertraulichen Daten sowie für IT- oder auf IT-basierende Unternehmensprozesse. Cyber-Versicherungen sind für alle Unternehmen, die das Internet nutzen, von Bedeutung. Jede Branche und jeder Geschäftsbereich kann von Hackern angegriffen werden. Ob Freiberufler Bestellungen über ihre eigenen Websites erhalten oder Kundendaten in ihrer Cloud speichern: Datenschutz und Sicherheit vor Cyber-Attacken betreffen die gesamte Wirtschaft.


Anzeige

 

Welche Gefahren gehen von Internetkriminellen aus?

Hacker sind auf Selbständige und Freiberufler spezialisiert, die den größten Teil der Umsätze online generieren. Die finanziellen Verluste sind enorm und Betroffene müssen häufig monatelang gegen die Folgen der Hacker-Angriffe kämpfen. Bei Cyber-Angriffen auf das Netzwerk werden nicht nur vertrauliche Daten gestohlen, sondern auch die gesamte IT-Infrastruktur stillgelegt. Zunehmende Datenschutz-Anforderungen bringen zusätzliche Risiken mit sich. Sensible Daten abzusichern ist entscheidend für den Erfolg jedes Unternehmens. Trojaner, die über versehentlich geöffnete E-Mail-Anhänge in das System gelangen, sind nur die Spitze des Eisbergs. Der Verlust von USB-Sticks mit Kundendaten oder beschädigte Dateien mit vertraulichen Informationen sind ebenfalls Verstöße gegen die Informationssicherheit. Hacker stehlen Daten und lähmen den gesamten Server, um dem Unternehmen großen Schaden zuzufügen. Sie sind auf Identitäten und Bankdaten aus, von denen die meisten weiterverkauft werden. Im Bereich der Internetkriminalität sind diese Unternehmen beliebte Ziele.

 

Was ist eine Cyber-Versicherung?

In den letzten Jahren, als die Zahl der Cyber-Angriffe dramatisch zugenommen hat, haben Versicherungsunternehmen die hohe Nachfrage nach Schutz in dieser Branche erkannt. Sie entwickelten eine Versicherung, die Unternehmen, Selbstständige und Freiberufler vor Internetangriffen schützen soll. Es wurde jedoch schnell klar, dass die Gefahr nicht nur von Dritten verursacht wurde. Viele Selbstständige arbeiten mit dem Internet, ohne die gesetzlichen Beschränkungen zu kennen. Die kommerzielle Nutzung von Texten oder Bildern beispielsweise, die von Dritten ohne Zustimmung bereitgestellt werden, stellt eine Urheberrechtsverletzung dar. Die rechtlichen Konsequenzen dieses Verbrechens können zu hohen Geldstrafen reichen. Daher ist die Cyber-Versicherung eine Kombination verschiedener Produkte: Haftpflichtversicherung, Betriebsunterbrechungsversicherung und Haftung für finanzielle Verluste.

 

Welche Dienstleistungen umfasst die Cyber-Versicherung?

Grundsätzlich definiert jedes Unternehmen seinen eigenen Vertragsteil. Der Gesetzgeber legt jedoch Modellbedingungen fest, die von jeder Versicherungsgesellschaft berücksichtigt werden müssen. Für Freiberufler wird empfohlen, verschiedene Modelle miteinander zu vergleichen und nicht nur finanzielle Aspekte zu berücksichtigen. In den meisten Fällen unterscheidet sich der Vertrag nicht nur inhaltlich, sondern auch in der Versicherungssumme. Grundsätzlich deckt die Cyber-Versicherung Leistungen wie Personenschäden durch Hacking, Haftungsansprüche Dritter bei Programmfehlern, Wiederherstellungskosten für Daten, Krisenmanagement sowie eine telefonische Rechtsberatung ab. Viele Versicherungsunternehmen gewähren auch eine finanzielle Entschädigung, wenn das Geschäft aufgrund von Hacker-Angriffen oder mit Viren infizierter Software unterbrochen wird. Einige Versicherer bieten auch Verträge an, die speziell auf Freiberufler zugeschnitten sind. Diese Art der Versicherung ist in der Regel sinnvoll, da sie tatsächlich auftretende Schäden abdeckt. Freiberufler können so Geld sparen, indem sie unnötige Dienstleistungen eliminieren. Gleichzeitig können sie mit einem maßgeschneiderten Vertrag besonders wichtige Sicherheitsvorkehrungen treffen.

 

Für welche Freiberufler ist eine Cyber-Versicherung sinnvoll?

Es gibt viele Möglichkeiten, das Internet sicherer zu machen. Dies umfasst funktionierende Firewalls und moderne Virenprogramme. Jede Software hat jedoch ihre Mängel und erfahrene Hacker werden immer einen Weg finden, in das System einzudringen. Daher sollten sich Freiberufler nicht nur auf die technische Sicherheit verlassen, sondern im Falle eines Vorfalls auch geeignete vorbeugende Maßnahmen ergreifen. Grundsätzlich benötigt nicht jeder Freelancer eine Cyber-Versicherung. Freiberufler, die lokal tätig sind und sich nicht auf Computer verlassen, müssen sich nicht unbedingt vor Cyberkriminalität schützen. Wenn jedoch ihre Website oder Unternehmenssoftware kompromittiert wird oder sie Opfer von Cybermobbing sind, haben sie auch keinen Schutz. Freiberufler, die auf den IT-Betrieb angewiesen sind und vertrauliche Kundeninfos speichern, sollten eine Versicherung in Betracht ziehen.

 

Ein Beitrag unserer externen Mitarbeiterin Alexandra Schurzmann