Verwahrloste Toilette
Unsplash / pixabay

1.000 Dinge, die uns in Schule und Studium genervt haben. Heute: Unitoiletten

Sanitäranlagen. Dieser Begriff impliziert eigentlich etwas, das sauber, rein und hygienisch ist. Nicht so die Toilette in der Uni. Wer das nicht glaubt, muss lediglich beim Eintritt kurz tief einatmen: Es riecht einfach zu jeder Zeit und in allen Hochschulen nach Mief, Urinstein und altem Fisch. Lecker. Doch das Studierendenklosett ist für alle Sinne ein Erlebnis: Die Geräuschkulisse bietet dem Ohr eine Sinfonie aus Pinkelstrahl, Plumpstönen, leisen und lauten Telefongesprächen, Lästersalven sowie Kichern von Gemeinsamgehern und gelegentlichem Stöhnen. Auch das Auge kommt nicht zu kurz: Auf dem ›Stillen Örtchen‹ schreit es förmlich von den Wänden. Hier scheint die Antifa ein Sprachrohr, Aufkleberbanden duldsame Klebeflächen und mitteilungsbedürftige Kommilitonen eine Projektionsfläche ihrer geistigen Ergüsse gefunden zu haben. Und was ihnen bei großem und kleinem Geschäft nicht alles einfällt: Von durchgenudelten Kalenderspruch-Klassikern wie ›Träume nicht dein Leben, lebe deinen Traum‹, über Platzhirschmanieren à la ›Maya und Aline waren hier. 18.05.15‹ bis zu zotigen Witzen und künstlerisch gestalteten Geschlechtsteilen. Richtige Konversationen lassen sich nachverfolgen: Die einen diskutieren Habermas, die anderen schreiben einfach nur ein saftiges ›Penis‹ dazu. Obwohl dieser Ort so wenig ansehlich war und es einfach nie Klopapier gab – langweilig war es auf der Unitoilette nie.


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