Foto: Tra Nguyen/Unsplash

Gutaussehende Lehrer, ein Problem?

1.000 Dinge, die uns in Schule und Studium gequält haben. Heute: gutaussehende Lehrer.

Kichernde Mädchen, die hinter vorgehaltener Hand ständig tuscheln, sobald er den Raum betritt. Neidische Blicke der Jungs, wenn er im Bruce-Willis-Style den Pausenhof überwacht. Gerüchteküchen bis ins Rektorat, welche junge Kollegin bei diesem Typen landen wird. Nicht, dass Lehrer grundsätzlich schlecht aussehen müssen. Aber dort, wo sich das Who is who der pubertierenden Piraten zusammenfindet, ist gutes Aussehen einfach unangebracht. Auch blondierte Lehrerinnen haben es nicht einfach: Sehr selten geht es in den Gesprächen der Schüler um den Inhalt ihres Unterrichts. Auch im Studium scherzen die jungen Wilden unter den Studenten eher über Vorbau als Vorlesung. Jetzt mal im Ernst: Je früher Mädchen wie Jungs lernen, dass es sexistisch ist, eine Person nur auf ihr Äußeres zu reduzieren, desto besser.

Vielleicht bräuchte es also sogar noch mehr gutaussehende Lehrer, damit gutes Aussehen einfach zur Normalität wird? Oder wir lernen einfach, dass gutes Aussehen sicher bemerkt und ausgesprochen werden darf a la ›der sieht wirklich sexy aus‹, aber man es auch wirklich dabei belassen darf. Denn alle ›auch noch‹, ›obwohl‹, ›aber‹-Sätze sind dann fehl am Platz. Es gibt eben keinen kausalen Zusammenhang zwischen Attraktivität und Kompetenz, weder negativ noch positiv. So sind es weniger die gutaussehenden Lehrer und Dozenten, die uns quälen, sondern vor allem unser eigener Neid, Triebsteuerung, Vorurteil. 


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