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Kolumne: Etwas mehr Privatsphäre, bitte!

Redakteurin Kirsten plädiert für mehr Zurückhaltung bei der Nutzung von Sozialen Medien.

Fast ein Drittel der Weltbevölkerung nutzt regelmäßig soziale Netzwerke – Tendenz steigend. Kein Wunder, dass die Menschheit bei dem ganzen Handygegucke und Laptopgetippe zu einer Herde von Nackenschmerzen geplagten Digital Natives mutiert. Doch nicht nur der typische Handynacken und -daumen sind Opfer unserer exzessiven Social-Media-Nutzung. 

Im Grunde ist es vor allem der Nutzer selbst: Er gibt freiwillig seine Privatsphäre auf und veröffentlicht Bilder und Informationen über sich, die er eigentlich nicht mal seiner Oma zeigen oder erzählen würde und die deshalb in der Öffentlichkeit auch nichts zu suchen haben. Sei es das Hochladen peinlicher Partyfotos, das Liken fragwürdiger politischer Inhalte oder sonstige Informationen, die durch das verkürzende digitale Medium völlig aus dem Kontext gerissen sind. Auf deinen potenziellen Chef, die Verwandtschaft oder – wer weiß – deine Krankenkasse wirken solche Inhalte nicht unbedingt so, dass du in einem positiven Licht dastehst.

Dialoge und Streitgespräche lassen sich sowieso nicht im virtuellen Raum führen. Beweis genug sind dafür die überquellenden Kommentarfelder unter Artikeln, Beiträgen und Posts auf Facebook und Co. Wer sich hier auslebt, hat aus meiner Sicht im wahren Leben entweder nicht viel zu sagen – oder einfach nicht den Mumm, wirklich zu seiner Meinung zu stehen. Auf Außenstehende aber wirkt das digitale Geplänkel mal wieder peinlich und bewirkt eher eine Imageschädigung als den Ruf eines schlagfertigen Helden. 

Mein Plädoyer also: Diskutiert im wahren Leben, und zwar laut und mit ausschweifenden Gesten! Stoßt danach mit einem Bier an und genießt das reale Beisammensein. Organisiere nach dem Urlaub einen entspannten Fotoabend mit den Freunden, die wirklich neugierig auf deine Bilder sind. Und vor allem: Zieh dein Selbstbewusstsein nicht aus Likes und Followern. Das Leben ist zu kurz, um es nur virtuell stattfinden zu lassen. 
 


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