Foto: Jason Strull/Unsplash

Was bitte ist Sexualkapital?

Ich habe, also bin ich! Wenn die Kombi aus Sex-Appeal, Charme und Frisur erfolgreich macht. Oder: Was machen Menschen, die keine Talente haben?

»Jeder Mensch sollte ein Talent haben«, heißt es im Spielfilm ›Der talentierte Mr. Ripley‹ mit Matt Damon in der Hauptrolle. ›Sollte haben‹ heißt aber automatisch auch: Nicht jeder hat ein Talent.

Talentfreie Menschen haben im Grunde genommen drei Möglichkeiten, doch noch etwas zu werden:

  1. Sie heiraten in reiche Verhältnisse rein.
  2. Sie werden Politiker.
  3. Sie setzen ihren Körper gewinnbringend ein.

Das muss nicht mal ästhetisch oder gar nett anzusehen sein – was für viele Menschen, denen nur noch dieses Drittens bleibt, ein erheblicher Vorteil ist. Und die Menschheit wäre nicht die Menschheit, wenn sie nicht auch für dieses Drittens einen Fachbegriff geschaffen hätte: Sexualkapital.

Natürlich gibt es auch Menschen, die sich damit wissenschaftlich (!) auseinandersetzen und ihre Brötchen verdienen. Eine der bekanntesten Sexualkapital-Forscherinnen (diese Berufsbezeichnung auf seiner Visitenkarte stehen zu haben, muss toll sein) ist die Soziologin Catherine Hakim.

Sie definiert Sexualkapital wie folgt:

»Sexualkapital ist eine Mischung verschiedener Komponenten wie Schönheit, Sex-Appeal und Charme. Aber auch Lebendigkeit, Kleidung, Frisur und Make-up fallen darunter.«

Und was nützt einem Sexualkapitalisten sein körpereigenes Kapital? Auch darauf weiß Hakim eine Antwort:

»Sie sind in jeglicher Hinsicht erfolgreicher, also beliebter, haben mehr Freunde, machen schneller Karriere. Außerdem verdienen sie bis zu 13 Prozent mehr als ihre unattraktiven Kollegen.«

Und was lernen wir daraus? Der Mensch ist und bleibt ein Steinzeitwesen.


Anzeige

Anzeige