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12 Tipps für Gründer

Die Tipps unserer Experten bringen Gründer auf die richtige Spur

1. Welches Know-how ist für eine Unternehmensgründung von Vorteil?

»Vor allem das fachliche Know-how bezogen auf das Produkt oder die Dienstleistung. Auch rechtliche Vorgaben, etwa AGBs, Vertragsgestaltung et cetera, und die steuerrechtliche Abwicklung sind wichtig. Dabei empfiehlt es sich, auf Anwalts- beziehungsweise Steuerberatungskanzleien zurückzugreifen.« Dr. Petra Beermann, Leitung Stabsabteilung Entrepreneurship und Innovation, Universität Bayreuth

 

2. Wie sieht die ideale Teamzusammensetzung für eine Gründung aus?

»Sie deckt die wichtigen und ständigen Aufgaben ab, die im Unternehmen anfallen und nicht als Dienstleistung eingekauft werden können. Als wesentliche Bereiche, die sich in jedem Fall in einem Team wiederfinden müssen, sind Zuständigkeiten für Marketing, Wettbewerbsanalyse und Weiterentwicklung.« Dr. Petra Beermann, Leitung Stabsabteilung Entrepreneurship und Innovation,Universität Bayreuth

 

3. Welche Faktoren beeinflussen den Verlauf einer Unternehmensgründung?

»Eine Gründung ist ein komplexer Vorgang. Daher gibt es viele Faktoren, zum Beispiel optimale Teamzusammensetzung, umfassende Planung, rechtliche Voraussetzungen, ausreichende Finanzierung, Netzwerke und vor allem das richtige Marketing.« Dr. Petra Beermann, Leitung Stabsabteilung Entrepreneurship und Innovation, Universität Bayreuth

 

4. Welche Vorteile ergeben sich durch die Gründung eines eigenen Unternehmens?

»Flexibilität – vor allem im Hinblick auf die Einteilung der Arbeitszeit. Ich persönlich würde diese für kein Geld der Welt wieder eintauschen. Beispielsweise kann ich – je nachdem, wie ich meine Termine lege und welche Verpflichtungen ich habe – bis nachts um fünf Uhr arbeiten, aber dafür auch erst um elf Uhr aufstehen. Und Selbstständige sind ihr eigener Chef. Sie können so viel Urlaub nehmen wie sie wollen – solange das Geld und die Aufträge reichen.« Luísa Lión, Fashion- & Lifestyle-Bloggerin, Entrepreneur und Blog-Coach

 

5. Was müssen Produkte und Dienstleistungen für den Erfolg mitbringen?

»Sie sollten immer qualitativ gut und leicht vertretbar sein. Das Allerwichtigste, insbesondere bei kleinen Firmen und Dienstleistungen, ist meiner Meinung nach Authentizität und Hingabe. In der heutigen Zeit bietet sich oft auch Influencer Marketing an. Ein Dienstleister sollte immer zu 100 Prozent hinter seinem Produkt stehen. Zum Beispiel sollte jemand, der selber nicht raucht, meiner Meinung nach auch keine Zigaretten verkaufen.« Luísa Lión, Fashion- & Lifestyle-Bloggerin, Entrepreneur und Blog-Coach

 

6. Wie wichtig sind Investoren für die Gründung eines Unternehmens?

»Das ist vom Geschäftsmodell und der finanziellen Ausgangssituation abhängig. Um unsere Bio-Produkte beispielsweise im Handel platziert zu bekommen, mussten wir von Beginn an Ware auf Lager bereithalten. Das ist mit großen Aufwendungen verbunden. Deshalb sind Investoren für uns sehr hilfreich – finanziell, aber auch aufgrund ihrer Erfahrung und ihrer Kontakte.« Daniel Gibisch, Gründer von Little Lunch

 

7. Stichwort Marktanalyse: Was gibt es darüber zu sagen?

»Wenn sich die Gelegenheit bietet, definitiv machen! Neu-trale und nützliche Einflüsse von außen lassen die ursprüngliche Idee reifen. Wir sind durch viele extern generierte Informationen überhaupt erst auf die Bio-Suppe gekommen. Damit ist unser Ziel, die Mittagspause durch eine gesunde und einfache Alternative zu Junkfood neu zu interpretieren, auch teilweise Resultat einer präzisen Marktanalyse.« Denis Gibisch, Gründer von Little Lunch

 

8. Welche Risiken birgt ein eigenes Unternehmen?

»Jedes erdenkliche Risiko! Es ist nicht möglich, ein Unternehmen zu gründen, bei dem bereits vorher alles vorausgeplant und abgesichert werden kann. Eine Gründung ist immer eine Investition von Geld, Zeit und auch Emotionen, für die es keinen Garant gibt, ob sie sich jemals auszahlen. Nicht umsonst besagt das Sprichwort, dass wir von unseren Fehlern und Misserfolgen oft am meisten lernen. Ich für meinen Teil kann sagen, dass sich das Risiko immer gelohnt hat.« Dirk Bartels, Gründer und Geschäftsführer, FEATVRE

 

9. Ihr Tipp für junge Unternehmer: Wie gelingt die Gründung?

»Begeisterung, Talent, Marktkenntnisse und ein oder zwei gute Ratgeber sind wichtige Voraussetzungen dafür. Ein Unternehmen sollte nur dann gegründet werden, wenn der Gründer bereit ist, sich für eine wirklich längere Zeit darauf zu fokussieren. Daher sind das inhaltliche Interesse für den Unternehmenszweck und die darauf basierenden Ziele ebenso wichtig. Wer nur schnell viel Geld machen will, ist aus meiner Sicht kein guter Unternehmer.« Dirk Bartels, Gründer und Geschäftsführer, FEATVRE

 

10. Welche Nachteile birgt ein eigenes Unternehmen?

»Mit großer Macht kommt große Verantwortung – Yoda. Soll heißen: Um 16 Uhr nach Hause gehen und einfach nicht mehr an den Job denken, ist keine Option. Ich habe das Gefühl, dass das eigene Unternehmen eine Art Lebensinhalt wird. Für Freunde, eine Beziehung und die Familie ist das nicht immer einfach.« Philip Siefer, Chief Executive Unicorn, Einhorn Products

 

11. Welche Hürden müssen Gründer gerade in den Anfängen meistern?

»Alle! Gründer haben das Gefühl, dass alles gleichzeitig passieren muss. Jeder Schritt erscheint einem gleich wichtig und es kommt einem vor, als hätte man keine Ahnung, was man tut. Bei der zweiten Gründung ist alles viel einfacher.« Philip Siefer, Chief Executive Unicorn, Einhorn Products

 

12. Wie sollten Gründer in der Planungsphase vorgehen?

»Sie sollten ihre Hypothesen so früh wie möglich testen, um hohe Entwicklungskosten und Zeitverlust für womöglich unwichtige Features zu vermeiden. Und sich unbedingt Marketing-Expertise an Board holen. Die Vielzahl an Vermarktungsmöglichkeiten kann schnell überfordern und teuer werden. Deshalb sollten Gründer dafür sorgen, dass ihr Marketingbudget zunächst höchst effizient und profitabel eingesetzt wird.« John Hein, Head of Brand and Communication, Freeletics

 


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