Florian Schumacher

Alltag eines Anhängers der Quantified-Self-Bewegung

Nur was ich weiß, kann ich ändern. Nach dieser Philosophie leben die Anhänger der Quantified-Self-Bewegung. Wir haben Florian Schumacher, Blogger und Gründer von Quantified Self (QS) Deutschland gefragt, wie sein Alltag aussieht

Was zeichnet denn die Mitglieder der QS-Bewegung aus? Zum einen zeigen sie Interesse für eine Sache, zum anderen die Bereitschaft, sich mit den Ergebnissen auseinanderzusetzen. Der datensammelnde Neurotiker ist ein Klischee, das nichts mit der Realität zu tun hat.

Welche Daten und Informationen von sich zeichnen Sie auf? Meine Bewegungen mit der Apple Watch, meinen Schlaf und mein Gewicht – das läuft im Hintergrund und kostet nicht viel Aufwand. Aufwendigere Analysen, wie meine Blutwerte, mache ich nur temporär. Hier ist der persönliche Nutzen entscheidend.

Fühlen Sie sich denn niemals von der ganzen Datensammlung unter Druck gesetzt? Ich habe dieses Gefühl nicht. Wenn ich keine Lust habe, mich an eine Leistungsgrenze zu bringen, würde ich die Daten aussetzen.

Welche Maßnahmen ergreifen Sie, um sicherzustellen, dass Ihre Daten ausreichend geschützt sind? Das kann ich natürlich nur begrenzt sicherstellen. Jedes Gerät, das ich verwende, hat eine Anbindung an die Cloud. In Deutschland haben wir aber Gesetze, die uns schützen, selbst wenn die Daten in Umlauf geraten. Demnach bin ich da recht entspannt.

Wie würden Sie Ihr Verhalten verändern, wenn Ihre Daten nicht mehr privat wären und diese an Krankenkassen weitergeleitet würden? Ich gehe davon aus, dass ich nichts ändern würde. Dass auf Seiten der Versicherer gespart werden soll, ist mit dem Wunsch des Menschen, gesund zu sein, ja eigentlich deckungsgleich. Ich sehe da keinen Konflikt.

Was versprechen Sie sich von der Aufzeichnung all dieser Daten? Ich führe damit einfach das bestmögliche Leben und entwickle mich und meine Gesundheit und Fitness immer weiter.


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