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Gelungener Kaffee: Diese Kriterien sollten beachtet werden

Um guten Kaffee selbst zuhause zu machen, braucht es keine Ausbildung zum Barista. Vielen Studis kommt es vor allem darauf an, dass der Kaffee sie fit für die morgendliche Vorlesung macht. Allerdings sollte man einiges an Grundwissen haben, um das volle Potential der Kaffeebohnen bei der Zubereitung zu entfalten. Das fängt beim Wasser und der Erhitzung an, hat aber auch mit Aspekten wie der Wahl der richtigen Kaffeebohnen zutun.

 

Auf die richtige Temperatur kommt es an

Bei der Zubereitung von Instantkaffee benötigt man Wasser, das zwar sehr heiß ist, den Kaffee gleichzeitig aber auch nicht verbrennt. Dazu nützt man erst einmal den Wasserkocher und wartet, bis das Wasser kocht. Anschließend gießt man es in die Tasse und wartet eine Minute. Ohne diese Mindestwartezeit ist der Kaffee zu heiß und schmeckt bitterer und weniger fein.

Wie geht man bei Milchkaffee vor? Man nutzt hier am besten einen Milchaufschäumer, den man circa einen Zentimeter unter der Milchoberfläche rotieren lässt. Die Temperatur der Milch sollte dann grob geschätzt so heiß sein, dass man gerade noch ohne Schmerzen den Daumen in den Milchschaum tauchen kann.

Die Bohne macht es interessant

Auch wenn die Zubereitung viel ausmachen kann, ist letztlich die Qualität und Herkunft der Kaffeebohnen ausschlaggebend für einen guten Kaffee. Normalerweise wird in Kaffeehäusern und Restaurants nur mit Arabica-Bohnen Kaffee zubereitet. Nutzt man zuhause zum Beispiel einen Kaffeevollautomaten, kann man sich hingegen selbst die Bohnen aussuchen.

Schätzt man zum Beispiel einen herben und stärkeren Geschmack, kann man Robusta-Kaffee oder eine Mischung aus Robusta- und Arabica-Kaffeebohnen nutzen. Er schmeckt völlig anders und enthält etwa doppelt so viel Koffein wie die Arabica-Bohnen. Der Preis pro Kilo beträgt etwa 9 Euro bei ganzen Bohnen.

Vorgemahlen oder frisch?

Viele Menschen setzen auf Instantkaffee oder Kapseln, um sich stets ohne Wartezeit einen Kaffee genehmigen zu können. Wenn es beim Schreiben der Hausarbeit oder beim Lernen für die Klausur schnell gehen soll, ist das auch tatsächlich die beste Lösung. Tatsächlich aber ist frisch gemahlener Kaffee am besten. Hat man zuhause durch eine Kaffeemühle elektrischer oder manueller Art die Möglichkeit, die Bohnen frisch zu mahlen, sollte das auf jeden Fall genutzt werden um das beste Aroma herauszulocken.

Nicht vergessen werden sollte dabei der Mahlgrad. Je nach Brühmethode ist der am besten geeignete Mahlgrad unterschiedlich. Mahlt man den Kaffee zu fein, kann es sein, dass zu viele Aromen freigesetzt werden und der Kaffee dadurch zu bitter schmeckt. Ist der Kaffee zu grob gemahlen, werden nicht genügend Aromen extrahiert. Die Folge ist, dass das Endresultat flach und langweilig schmeckt.

Je feiner der Kaffee gemahlen ist, desto kürzer sollte er mit dem Wasser in Kontakt sein, könnte man die Wichtigkeit der Mahlgrade zusammenfassen. Konkret sollte man bei Mokka, Siebträger-Kaffee und bei Kaffeevollautomaten auf einen feinen Mahlgrad setzen. Bei Aeropress-Kaffeezubereitung, Handfiltern und Espressokochern sollte ein mittlerer Mahlgrad verwendet werden. Bei Papier-Handfiltern hat der Mahlgrad jedoch feiner zu sein, als bei Porzellanglas-Handfiltern. Grobkörnigerer Kaffee ist bei Syphon-Kaffee, French Press und der Karlsbader Kanne angebracht.

Spezialbohnen – geschmackliche Königsklasse oder Geldverschwendung?

Spezielle Kaffeebohnen kosten ein Vielfaches eines normalen, hochwertigen Bohnenkaffees pro Kilo und sind weltweit begehrt. Sie sind für die meisten Menschen nicht interessant, von Kennern und Liebhabern mit zumeist größeren Geldbeuteln geschätzt und oftmals nahezu glorifiziert. Ob es sich lohnt, spezielle Kaffeesorten zu kaufen, kommt primär auf den eigenen Geschmack an.

Wie speziell die Kaffeebohnen tatsächlich sind, zeigt etwa das Beispiel Kopi-Luwak-Kaffee. Es handelt sich dabei um Kaffeebohnen, die von Wildkatzen in Indonesien gefressen und nur wenig verdaut wieder ausgeschieden werden. Die Tiere leben mittlerweile in Gehegen und werden gezielt mit den lokalen Kaffeebohnen gefüttert. Die gerösteten Bohnen aus dem Wildkatzenkot kosten in Europa allerdings etwa 220 Euro pro Kilo – für die WG-Kasse also etwas zu teuer. Tatsächlich ist der Geschmack des Kaffees aber je nach Wildkatze und Verdauungsgang einzigartig. Andere aus Katzenkot hergestellte Kaffeedelikatessen sollen allerdings Testern zufolge sehr ähnlich schmecken.

Die richtige Brühmethode für zuhause

Kaffee kann zuhause sehr unterschiedlich hergestellt werden, was mit unterschiedlich hohen Anschaffungskosten verbunden ist. Als Student möchte man aber natürlich Geld sparen. In dem Fall kann man einfach mit einem normalen Kochtopf türkischen Kaffee machen, oder auf Instantkaffee zurückgreifen. Der Filterkaffee erledigt ebenfalls gute Arbeit, ohne dafür technische Hilfsmittel zu benötigen. Eine weitere Methode wären Aeropress-Geräte, die es bereits für wenig Geld zu kaufen gibt.

Natürlich kann man sich für den privaten Kaffeegenuss auch Maschinen anschaffen, die praktisch automatisch Kaffee brühen. Das wären einerseits Kapselmaschinen und Filtermaschinen, die es unter 100 Euro gibt. Bei einer vollautomatischen Kaffeemaschine hat man mit mehreren hundert Euro Anschaffungskosten zu rechnen – für Studis natürlich in der Regel zu teuer. Dafür sind oftmals Zusatzfunktionen wie die Zubereitung von heißer Milch und Kakao mit dabei. Wer Glück hat, findet aber vielleicht auch günstig eine gebrauchte Kaffeemaschine, die mit vielen Zusatzfunktionen aufwartet. In manchen Universitätsstädten gibt es sogar Facebook-Gruppen, bei denen regelmäßig Haushaltsgeräte wie Kaffeemaschinen verschenkt werden.

Möchte man ganz klassischen Genuss, kann eine Siebträgermaschine wohl die eleganteste Lösung sein. Durch sie holt man sich eine unvergleichliches Kaffeehaus-Atmosphäre in die Küche. Vorteil ist hier, dass man manuell sehr gut dosieren kann und dadurch exakt den Kaffee herstellt, den man am meisten schätzt.

Vom Spontankaffee bis zur Barista-Leidenschaft

Privat Kaffee zu trinken kann eine spontane, gelegentliche Sache sein, kann sich jedoch auch zu einer Faszination entwickeln. Wichtig ist es, vor allem auf grundsätzliche Tipps zu achten: Den richtigen Mahlgrad einzustellen, Wasser und Milch auf die richtige Temperatur zu bringen, auf die passende Kaffeebohnensorte zu setzen und andere Aspekte. Kennt man seinen eigenen Geschmack und Konsum einmal, kann man auf das richtige Gerät oder die richtige Brühmethode setzen.

Ein Gastbeitrag von Martin Klop


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