Szymon Godziek, Student und Mountainbike-Profi

Szymon Godziek, Student und Mountainbike-Profi, im audimax-Interview anlässlich des Red Bull District Rides 2014

Am 5. Und 6. September feiert der Red Bull District Ride sein Comeback in Nürnberg! An zwei Tagen trifft sich die Crème de la Crème der internationalen Mountainbike-Szene in der Frankenmetropole und zelebriert ihren Sport auf einer spektakulären Hindernisstrecke in der Nürnberger Altstadt. Mit am Start ist auch Szymon Godziek, 22, Student und Mountainbike-Profi. Wir sprachen mit dem polnischen Durchstarter über seine Passion für Sport, sein Studium und seine Zukunftspläne.

Im Interview: Szymon Godziek

Szymon, du gehörst mit deinen 22 Jahren bereits zur Weltspitze im Mountainbike-Sport. Wie lange betreibst du diesen Sport schon und was hat dich zum Mountainbiken gebracht? »Mein jüngerer Bruder Dawid brachte mich zum Mountainbiken. Er ist drei Jahre jünger als ich und ist trotzdem bereits vor mir gefahren. Ich habe ihm oft dabei zugesehen und fand es toll. 2007 habe ich mir dann mein erstes eigenes Rad gekauft und mich an den ersten Tricks versucht. Ich habe mich sofort in den Sport verliebt und angefangen, jeden Tag mit meinem Bruder oder mit Freunden zu trainieren.«

Was war bislang dein größter sportlicher Erfolg? »Ich habe 2011 den ›Go big or go home‹-Contest in München gewonnen und konnte in diesem Jahr bei meiner ersten Teilnahme an einem Wettbewerb der FMB World Tour Diamond Series, dem ›Crankworx Les Deux Alpes‹, den fünften Platz belegen. Zudem habe ich in diesem Jahr den Best Trick Contest beim ›Hall of Dirt‹ in Stuttgart und beim ›Vienna Air King‹ in Wien gewonnen. In Wien habe ich außerdem den zweiten Platz im Gesamtranking belegt, wodurch ich dann auch die Wildcard für den Red Bull District Ride bekommen habe.«

Sport ist ein großes Thema für dich. Welche Sportarten betreibst du sonst noch? »Ich liebe Extremsportarten. Wenn ich genug Zeit und Geld hätte, würde ich gerne alles einmal ausprobieren. Im Moment fahre ich neben Mountainbike auch Motocross. Außerdem verbringe ich meine Freizeit mit Windsurfen, BMX-Fahren, Skateboarden und Trampolinspringen.«

Diese Vielzahl an Hobbies kostet bestimmt eine Menge Zeit. Außerdem nimmst du ja auch an Wettbewerben auf der ganzen Welt teil. Wie schaffst du da den Spagat zwischen Sport und Studium? »Vor vier Jahren habe ich ein ganz normales Studium begonnen, bei dem ich jeden Tag an der Uni war. Aber als meine Mountainbike-Karriere ins Rollen kam, hat sich schnell herausgestellt, dass beides parallel nicht funktioniert. Deshalb habe ich das umgestellt und gehe jetzt jede zweite Woche am Wochenende an die Uni. Es ist momentan also nicht allzu schwer.«

Du studierst an der ›Politechnika Wroclawska‹, einer Technischen Universität. Was genau studierst du dort? »Ich studiere Transport und Logistik.«

Weshalb hast du dich nicht für ein sportwissenschaftliches Studium entschieden? »Unglücklicherweise gibt es diese ganzen coolen Sport-Studiengänge wie zum Beispiel Sport-Management in Polen nicht. In der Schule mochte ich aber Mathe sehr gern, deshalb habe ich mich für einen Technik-Studiengang entschieden. Außerdem wusste ich vor vier Jahren auch noch nicht, dass ich eines Tages professionell Radfahren würde. Ich möchte mein Studium aber auf jeden Fall trotzdem beenden. Für die Zeit danach habe ich zwar schon eine Menge Ideen und Pläne, bislang aber noch nichts, was in Verbindung zu meinem Studium steht. Vielleicht werde ich aber eines Tages ganz froh sein, dass ich meinen Abschluss gemacht habe. So ein Diplom, das hat man eben fürs ganze Leben.«

Wie denkst du würde ein Job mit Bezug zu deinem Studium deine Karriere als Bike-Profi beeinflussen? »Wahrscheinlich würde er das gar nicht, aber wer weiß da schon genau. Jedenfalls habe ich so immer einen Plan B in der Tasche.«

Wie sehen deine weiteren Pläne in Sachen Mountainbiken aus? »Ich möchte an einen Ort ziehen, wo ich richtig viel Platz habe, um eine gute Strecke zu bauen, auf der ich dann trainieren kann. Außerdem will ich mir mehr Zeit nehmen, um Motocross zu fahren, zu Skateboarden oder Trampolin zu springen.«

Jetzt nimmst du also am Red Bull District Ride in Nürnberg teil. Die Strecke ist ziemlich spektakulär und startet mit einem Sprung von der Mauer der Kaiserburg, an den sich eine Fahrt durch die historische Altstadt anschließt. Außerdem gibt es einen Trick-Contest mit einer riesigen Rampe auf dem Marktplatz. Auf welchen Teil des District Rides freust du dich am meisten? »Ich freue mich auf das letzte District auf dem Marktplatz! Der letzte Sprung wird gewaltig und da steckt einfach alles drin, was ich an diesem Sport so liebe. Ich kann es kaum erwarten, dort oben zu stehen und das Publikum zu sehen.«


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