Tough-guy-race
Tough-guy-race Knut Hoehler

Tough-guy-race

Knut Höhler ist der erste ausländische ›tough guy‹ – und das mit Recht

Wie viel "Teufelskerl" steckt in dir?

Manch einer sieht sich bereits als Teufelskerl, wenn er auf dem Citybike ohne Fahrradhelm durch die Stadt cruist. Andere brauchen da schon etwas mehr: Seien es Stacheldraht, unter den es durchzurobben gilt, Matsch, durch den sie sich schleppen, der Sprung in eine eiskalte trübe Brühe, auf der noch eine Eisschicht schwimmt, oder die Überwindung eines zehn Meter hohen Hindernisses. Zum Ausgleich und um der drohenden Unterkühlung vorzubeugen, kommen dann aber kurz vorm Ziel noch brennende Heu-ballen für das nötige Feuer unterm Hintern. Das alles und noch viel mehr gibt’s beim ›Tough Guy Race‹ in der Nähe von Birmingham, das sich diesen Namen redlich verdient hat.

Seit 1986 quälen sich jährlich Tausende durch den zwölf Kilometer langen Parcours. Wie auch Knut Höhler, der bereits letztes und auch dieses Jahr als erster Ausländer in der Geschichte des Wett-bewerbs den ersten Platz belegte und den Namen ›tough guy‹ zu Recht tragen darf. In einer Stunde und elf Minuten hat der 28-jährige Extremsportler im Januar 2011 alle Hindernisse übersprungen, unterkrochen und erkraxelt. Obwohl er sich währenddessen eine Wunde am Kopf zugezogen hat und das herunterlaufende Blut ihn noch mehr tough-guy-entsprechend aussehen ließ, dachte er nie ans Aufgeben: »Als ich festgestellt habe, dass es sich nur um eine Platzwunde handelte, war es keine Frage, weiterzumachen«, erklärt Höhler, der dank seines Medizinstudiums sein Leistungsvermögen richtig einzuschätzen und das körperliche Risiko zu minimieren weiß. Und Risiken sind auf jeden Fall gegeben – wer an dem Lauf teilnehmen will, braucht mehr Training als ein Zwei-Wochen-Gerenne um den Block. »Man sollte über eine gewisse läuferische Grundfitness verfügen, um überhaupt die Distanz zu schaffen. Vor allem sollte man auf hügeligen Untergrund trainieren und an seiner Kraft arbeiten – lieber eine gute Rumpfstabilität als eine Arnie-Schwarzenegger-Statur«, erklärt Höhler und rät Laufanfängern, bereits ein Jahr im Voraus zu planen. ›Tough guys‹ müssen zwar hart im Nehmen sein, aber im wirklichen Leben ist Knut Höhler alles andere als ein ›harter Hund‹. »Die meisten denken sowieso, dass ich total bescheuert bin. Wenn ich jemanden hart gegenüber bin, dann mir. Geht es aber um andere Personen, bin ich eher viel zu weich.«


Anzeige

Anzeige