Comic: Drei Arme, Hände halten Smartphone

Wie beeinflussen Apps unseren Alltag?

Ein Leben ohne Apps ist möglich, aber für viele unvorstellbar. Wir haben einen Tag lang beobachtet, welche Helferlein auf dem Smartphone nicht mehr wegzudenken sind

Vor gar nicht allzu langer Zeit gab es immer jemanden, der sich bemüßigt fühlte, sämtliche Gespräche mit »Dafür gibt es bestimmt ein App« zu kommentieren, um sich dann beifallsheischend umzusehen und sich dafür feiern zu lassen. Während diese Aussage zu Anfangszeiten der Apps meistens zu Gelächter geführt hatte, weiß heute jeder, dass es tatsächlich für alles und jeden eine App gibt.

Vorbei die Zeiten, in denen Menschen wild summend und mit Text-Versatzstücken versuchten, anderen Menschen den Titel eines soeben gehörten Liedes zu erfragen. Dafür gibt es mittlerweile immer mehr Menschen, die weniger auf die Signale ihre Körpers hören, sondern lieber auf die einer App, die ihnen sagt, dass sie gefälligst ihren Allerwertesten bewegen sollen. Und plötzlich werden Treppen statt Aufzüge genommen und Cola gegen ein Osmose-Wässerchen ausgetauscht.

Die beliebtesten Apps sind Spiele

Während es im September 2008 3.000 verfügbare Apps im Apple-Store gab, waren es im Januar 2015 bereits 1,5 Millionen. Es gibt sie für alles, manche sind sinnvoll, manche weniger, einige Apps sind auf fast allen Geräten zu finden, während andere ein trauriges Dasein im App-Store fristen. Laut Statista waren im Februar mit 40,6 Prozent Spiele die am häufigsten heruntergeladenen Apps. Auf Platz zwei folgte mit 8,2 Prozent ›Unterhaltung‹ und ›Foto und Video‹ haben es mit 6,2 Prozent knapp vor den ›Sozialen Netzwerken‹ mit sechs Prozent auf den dritten Platz geschafft.

Der Großteil der installierten Apps hat also den Zweck, zu unterhalten und Netzwerke auszubauen. Da das Leben aber nicht nur aus Spielen und Kommunikation besteht, es aber ohne Apps anscheinend auch nicht mehr möglich scheint, folgt ein kleines Beispiel, wie sie den Alltag erleichtern können.

Wie Apps uns während des Tags begleiten

App: Handy-Wecker und Schlafphasenanalyse

Sechs Uhr morgens: Der Handy-Wecker klingelt. Aber nicht, wann der Schlafende dies möchte, sondern wenn das Telefon es sagt. Die App ›Sleep Cycle‹ ist ein wahrer Analyst, weiß, wann die leichteste Schlafphase angebrochen ist und holt den Schlafenden erst dann aus der Traumwelt, wenn es ihm nicht mehr allzu schwer fällt, aufzustehen.

Wetter-App und Fernbedienungs-App

Ist dieser erste Schritt einmal geschafft, ließe sich das Wetter je nach Tages- und Jahreszeit bereits erahnen. Es wäre allerdings viel zu einfach, aufzustehen, das Fenster zu öffnen und die Hand rauszustrecken, um dann abzuwägen, ob es heute auch ohne Schal, Mütze und die neuen Moonboots geht. Nachdem die Wetter-App bemüht und das Wetter für zu kalt befunden wurde, dürfen die neuen Schuhe also heute doch das Haus verlassen.

Was dazu passen könnte? Das sagt dem modebewussten Frühaufsteher die App, die den ganzen Kleiderschrank im Kopf hat. Dieser Pullover zu dieser Hose? Dieses Kleid zu diesen Boots? Da diese Entscheidungen eine gewisse Zeit in Anspruch nehmen und diese leider bei der Zubereitung des Kaffees fehlt, erweist sich die Fernbedienungs-App wieder einmal als sehr praktisch.

Messenger und Vorlesungs-Rekorder-App

Der Kaffee ist fertig, die Tasse voll und es bleiben ein paar Minuten, um einen Blick über die Müslischale in eine der vielen Nachrichtenportale zu werfen und einen Link, der zur aktuellen Hausarbeit passt, in die WhatsApp-Gruppe zu posten. Apropos Uni, Seminare und Vorlesungen – was heute auf dem Plan steht, sagt der Vorlesungs-Rekorder, der den fleißigen Studenten nicht nur mit Ton- und Fotoaufnahmen unterstützt, sondern auch mit einer Notizfunktion aufwarten kann. Dummerweise erinnert diese heute an das Referatsgruppentreffen, dass heute ausnahmsweise um acht Uhr stattfindet.

Fitness-App und Verleih-App

Also rein in die Moonboots – die Wetter-App hat einwandfrei funktioniert: Es ist wirklich kalt. Schade, dass sich das auch der Fahrradreifen gedacht und schlappgemacht hat. Wäre es nicht schon so spät, könnte ein YouTube-Tutorial zum Thema ›Fahrradreifen reparieren leicht gemacht‹ weiterhelfen. Nachdem die Fitness-App gestern Abend allerdings schon angemerkt hatte, dass das Bewegungspotenzial durchaus noch Kapazitäten frei gehabt hätte, muss eine Alternative her. Wer lässt sich abends schon von einem viereckigen Kasten als Faultier bezeichnen? Eben!

Ein Dreifach-Hoch auf die ganzen Verleih-Apps, die dem geneigten Zweirad-Fahrer an fast jeder Ecke die Lösung ihres Problems anbieten. Die digitale Geldbörse ist gezückt, das Fahrrad freigeschaltet und die Kalorien fast schon verbrannt. Fünfeinhalb Kilometer bis zur Uni – sagt das Navi und zeigt gleich einen neuen Weg auf. Die Sonne kämpft sich ihren Weg durch die Wolken und die alten Bäume werfen erste Schatten auf die Straße. Welche Bäume das genau sind, weiß vorerst nur die App, aber so viel Zeit muss sein. Schnell die letzten vorhandenen Blätter und die Rinde abgleichen, feststellen, dass es sich um Kastanien handelt und weiterradeln. Die Nichtraucher-App hat tatsächlich ganze Arbeit geleistet. Seit mittlerweile vier Wochen rauchfrei, ein besseres Lungenvolumen und um 110 Euro reicher. Geht doch.

Apps im Uni-Alltag

Noch zehn Minuten bis zur Uni. Ob die Cafeteria so früh überhaupt schon auf hat? Normalerweise fängt der Tag schließlich ein wenig später an. Nachdem die grüne Welle den anderen vorbehalten ist, bietet die Warterei Zeit für Recherche: Die Cafeteria hat tatsächlich schon ab sieben Uhr offen. Ein Glückstag: Es gibt Brownies. Das darf das Handy aber niemals erfahren. Schließlich gibt es Minus-Punkte auf dem speziell abgestimmten Ernährungsplan, der momentan auf der Low-Carb-Welle schwimmt. Aber was die App nicht weiß, macht sie schließlich nicht heiß. Es ist acht Uhr, das Fahrrad ist abgesperrt und die Referatsgruppe hat sich bereits um ein Tablet gruppiert. Die ersten PowerPoint-Folien stehen schon und nach und nach werden weitere Inhalte aus der Dropbox eingefügt. Letztlich hätte dies auch mittels Skype erledigt werden können. Aber dann stände dieser Brownie hier nicht auf dem Tisch.

Ging ja flott – die Aufgaben sind verteilt und viel Zeit übrig. Dass wir fleißig waren, soll die ganze Welt, zumindest aber die engsten Facebook-Freunde sehen. Selfie. Filter. Viele Likes. Zurück zur Arbeit: Praktischerweise befindet sich – zumindest gefühlt – die ganze Uni-Bibliothek auf dem E-Book-Reader. Unabhängig von Zeit und Raum. Großartig.

Apropos Zeit. Was machen eigentlich die anderen gerade? Und was sagt die Flirt-App? Jemand Nettes dabei? Praktisch, dieses Kennenlernen im Netz. Ansprechen fällt viel leichter, ein roter Kopf lässt sich geschickter verbergen und so manche Schwachstelle dank günstiger Lichtverhältnisse kaschieren.

Apps rund ums Essen

Er isst vegan. Dann wird das heute mit dem Date in der Mensa wohl nichts – ein Fleisch- und zwei vegetarische Gerichte, sagt die audimax-App Mensa-Jäger. Also selber kochen. Die Kochrezepte-App spuckt sogleich eine lange Liste an möglichen Gerichten aus. Aber woher die Zutaten nehmen, wenn nicht stehlen? Bei diesem straffen Zeitplan ist Einkaufen ja wohl wirklich nicht drin. Wenn der Käufer nicht zum Supermarkt kann, dann muss eben der Supermarkt zum Käufer. So einfach ist das. Selbstverständlich ist die Anlieferung um 17 Uhr genehm. Bis dahin sind die Vorlesungen geschafft, der Heimweg angetreten und die Wohnung schön warm. Dann muss nur noch gekocht werden. Aber dafür gibt es doch bestimmt eine App?

Apps können nicht alles regeln - aber vieles

So sehr sich Software-Entwickler auch ins Zeug legen, gewisse Dinge wird der Mensch in Zukunft auch selber machen müssen. Ob es irgendwann einmal reicht, auf das Smartphone zu tippen und dieses ›einfach machen zu lassen‹, bleibt fraglich, wenn auch nicht völlig abstrakt. Wer weiß, vielleicht schaffen es Software-Entwickler irgendwann, die eigenständige Küche zu programmieren?

Wenngleich dies doch sehr nach Zukunftsmusik klingt, so ist Software- und App-Entwicklung eine absolut aussichtsreiche Branche, die viel Potenzial bietet. Eine Suchanfrage in einschlägigen Jobportalen zeigt, dass Software-Entwickler beste Chancen haben – unabhängig davon, ob es sich um Embedded Systems, Software-Architektur, Business Intelligence oder Web-Apps handelt. Jobs gibt es nach dem Studium in vielen Branchen: Software-Unternehmen, Spiele- und Hardwareentwickler, öffentliche Einrichtungen, Unternehmensberatungen und so weiter.

Karriere im App-Sektor?

Da die entwickelte Software auch vertrieben werden muss, bieten Softwarehersteller auch sehr gute Jobchancen für Vertriebsmitarbeiter. In diesem Zusammenhang hat die PMCS.helpLine Software Gruppe eine 24-monatige Vertriebsausbildung ins Leben gerufen. Interne Schulungen, Trainings mit erfahrenen Kollegen, Boot-Camps und Seminare mit externen Verkaufstrainern unterstützen die Trainees dabei, das Arbeitsfeld von der Pike auf kennenzulernen. Das Traineeprogramm ist in Orientierungs-, Qualifizierungs- und Spezialisierungsphase aufgeteilt und bereitet die Trainees in den ersten zwölf Monaten auf den Vertriebsalltag vor: Erstkontakt zu Kunden und deren Bedürfnisse stehen dabei im Fokus der Ausbildung.

Im Anschluss beginnen die Trainees mit eigenen Vertriebsaktivitäten und nehmen selbstständig Kundentermine wahr. Alleingelassen wird hier allerdings niemand, denn steht ein Mentor den Trainees zur Seite und spezielle Mentorenprogramme bereiten die Vertriebsfachkräfte in spe gezielt auf ihre spätere Tätigkeit vor. Leif Walter, Vertriebschef von der PMCS.helpLine Software Gruppe, erklärt, dass die IT-Branche einen besonderen Reiz habe: » Wir bewegen uns in einem Umfeld mit ständig wechselnden Kunden- und Produktsituationen und unterschiedlichsten Menschen und Kulturen. Diese Vielseitigkeit, verbunden mit einem hohen Maß an Eigenverantwortung und Freiheit, macht unseren Job so spannend.« Langweilig wird es wohl erst dann, wenn die Software-Branche auf der Stelle tritt. Schätzungsweise sollte dies noch ein paar Jahre dauern.


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