Nicolas gras/Unsplash

So arbeiten Online-Spieleentwickler

Let the games begin: Wir haben Online-Spielentwicklern über die Schulter geschaut

Eine eigene Stadt aufbauen, zu einem Imperium ausweiten, Feinde in aufregenden Kämpfen abwehren und nebenbei noch wichtige Punkte sammeln – bevor sich all das auf deinem Bildschirm abspielen kann, braucht es zuerst: eine zündende Idee. Spieleentwickler berücksichtigen bei der Findung erfolgsbestimmende Faktoren. »Wir entscheiden uns für ein Genre und überlegen uns, welche Inhalte bei den Spielern und auf dem Markt gut ankommen«, erklärt Fabian Peußer von Upjers. Anschließend legen die Entwickler das Setting und die Ziele des Spiels fest. Bei Innogames erfolgt die Ausarbeitung einer Spielidee in einem sehr kleinen Team. Meist sind nur der Product Owner und der Game Designer dabei. Erst wenn es die Idee durch interne Tests geschafft hat, steigen weitere Mitarbeiter ein und der Entwicklungsprozess nimmt kräftig Fahrt auf.

Herausforderungen und Klischees

Am Anfang der Entwicklung ist eine gute Basis besonders wichtig. »Geht ein Spiel live, braucht es ein stabiles Fundament, um es kontinuierlich weiterzuentwickeln«, sagt Esther Machata, Backend Developer bei Innogames. Hierbei geht es um einen wichtigen Schritt, der nicht immer leicht umzusetzen ist. Für Julian Streit von Upjers stellt dagegen die Spielsteuerung die größte Herausforderung dar. »Bei unserem VR-Prototypen läuft die Bedienung nicht über eine Maus, sondern über eine Fernbedienung in Kombination mit den Kopfbewegungen des Spielers«, erklärt er. Da die Fernbedienung nur zwei Knöpfe hat, mussten die Entwickler dafür sorgen, dass alle relevanten Befehle darüber ausführbar sind.

Das Klischee vom einsamen Computer-Nerd im abgedunkelten Büro trifft dabei übrigens nicht zu. »Wir müssen eng mit den anderen Abteilungen zusammenarbeiten. Ohne eine gute Kommunikation ist das kaum möglich«, meint Upjers-Mitarbeiter Fabian. Und Esther von Innogames betont, wie viel Spaß es ihr mache, gemeinsam mit ihren Kollegen aus verschiedenen Diziplinen ein Projekt voranzubringen. Alle teilen dabei die Leidenschaft für Spiele. Und: »Es kommt durchaus öfter vor, dass wir nach der Arbeit länger bleiben – für eine kleine Lan-Party oder spontane Brettspielabende«, verrät sie.

Nebenjob im Gamesbereich gefällig?

Dann werde doch Spieletester! Bevor neue Games auf den Markt kommen, müssen sie umfassend geprüft werden. Als Gametester begibst du dich daher auf Fehlersuche in Sachen Sprache, Grafik und Logik. Dabei handelt es sich um einen Soll-Ist-Vergleich, den du genau protokollieren musst, damit die Entwickler die Fehler nachvollziehen und beheben können. Daneben gehört es zu deinen Aufgaben, Anregungen zu geben, an welchen Stellen sich das neue Produkt noch spannender oder abwechslungsreicher gestalten lässt. Wer davon träumt, mit dem Spieletesten Geld zu verdienen, sollte neben der Leidenschaft für Onlinegames hohe Konzentrationsfähigkeit, gute Grammatik- und Rechtschreibkenntnisse in Deutsch und Englisch sowie viel Ausdauer mitbringen. Letzeres ist wichtig, da du alle Möglichkeiten eines Games durchspielen musst. Schließlich sollen alle Wege, Waffen, Charaktere und Levels am Ende korrekt funktionieren. Je nach Erfahrung verdienst du zwischen sieben und 15 Euro pro Stunde. Stellenanzeigen findest du meist auf den Unternehmenswebseiten von Spieleentwicklern.


Anzeige

Anzeige