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Morgens Vorlesung, abends Geschäftsführung: Gründen während des Studiums

Nicht wenige Studierende schaffen es, sich während ihrer Studienzeit zusammenzufinden und gemeinsam ein eigenes Unternehmen zu gründen. Doch egal ob alleine, oder eben im Team: Damit die Gründung ihr volles Potenzial entfalten kann, sind einige wichtige Punkte zu beachten.

Mit Vorlesungen, Seminaren und Prüfungsvorbereitung hat man als Student schon genug zu tun, da kann nicht auch noch nebenher etwas Anstrengendes und Zeitraubendes getan werden, so jedenfalls die allgemeine Meinung und vor allem Einstellung vieler Studierender an deutschen Hochschulen. Dabei gibt es genügend Studenten, die nebenher noch einen Minijob ausüben, um sich das Studium und ihren Lebensunterhalt zu finanzieren.


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Andere entdecken eventuell sogar ihr Potenzial zur eigenen Selbstständigkeit und haben Lust, eine eigene Idee in ein kleines Geschäft zu verwandeln. Einer der heute reichsten Männer Amerikas, Mark Zuckerberg, und sein Unternehmen Facebook lassen international grüßen. Auch hierzulande beginnen viele Studierende schon während sie noch auf ihren Abschluss hinarbeiten, ein Geschäft zu gründen. Wie genau das funktionieren kann und auf was als Student speziell zu achten ist, zeigen wir dir hier.   

Die Idee und der Businessplan

Bei der Umsetzung einer ersten kleinen Idee in ein Geschäftsmodell sind gerade die Details wichtig: Die Erstellung des Businessplans sollte nicht an Dritte abgegeben werden. Es wird vielmehr immer wieder empfohlen, dieses zentrale Dokument selbst zu erstellen, um die Sicherheit zu haben, es später bei potenziellen Investoren selbstbewusst präsentieren zu können.

Auf dem Weg in die Selbständigkeit gibt es zunächst viele wichtige Details zu beachten und zu planen: vom Abklopfen der Geschäftsidee auf ihr Potential, der Organisation von finanziellen Mitteln, der Strukturierung des Unternehmens bis hin zur Frage, ob man sich überhaupt für eine Selbständigkeit eignet. Wer sich hier umfassende Gedanken macht, hat die besten Chancen, dass sich aus der Idee ein erfolgreiches Geschäft entwickelt. Um aber zunächst noch beim Businessplan zu bleiben: Wie sieht ein solcher im Optimalfall aus und warum kann nicht einfach gleich mit allem anderen losgelegt werden?

Eine Grundregel beim Gründen lautet: Es sollte nicht gesprintet, sondern ein Marathon gelaufen werden. Im Grunde kann es auch gar nicht anders gehen. Denn wer voreilig handelt, wird vor allem ohne Erfahrung schnell die ersten Probleme bekommen. Spätestens wenn es an die Optimierung der Idee hinsichtlich Zielgruppe, Konkurrenz und Wettbewerb geht, wird man merken, dass es doch hilfreich gewesen wäre, sich vorab einige Gedanken zu all diesen Dingen zu machen.

Der Businessplan fasst all das zusammen und dient für die Gründer selbst dazu, sich an einen Plan zu halten und diesen diszipliniert zu verfolgen. Andererseits ist der Businessplan eben auch das entscheidende Dokument, wenn es darum geht andere von der eigenen Idee zu überzeugen. Leider haben gerade junge Menschen und wohl vor allem auch Studenten meist einfach nicht die Glaubwürdigkeit, wie sie vielleicht ältere Menschen besitzen. Wer in Gesprächen dann nicht überzeugen kann, profitiert von einem ausformulierten und gut durchdachten Schriftstück.

Dr. Michael Brandkamp, Geschäftsführer des High-Tech Gründerfonds, erklärt bezüglich der Notwendigkeit, Investoren zu überzeugen:

„Dann muss es dem Team gelingen, neben der Begeisterung auch das Vertrauen des Investors zu gewinnen. Das geht über eine gut recherchierte sachliche Lage: Gründer sollten auftretende Probleme ansprechen, aber auch Lösungswege beschreiben. Werden Risiken und Hürden verschwiegen und der Investor stößt auf sie, ist das denkbar nachteilig. Im Prinzip sollten Gründer also Chancen adressieren, klar herausarbeiten, aber auch die Risiken und Hürden benennen und zugleich Lösungsansätze mitliefern.“

Teil des Businessplans sollten darüber hinaus folgende Punkte sein:

  • Kurzbeschreibung der Geschäftsidee (Executive Summary)
  • Vorstellung des Teams
  • Geschäftsidee
  • Zielgruppe
  • Markt und Wettbewerb
  • Marketing und Vertrieb
  • SWOT-Analyse, also die Auswertung der Stärken, Schwächen, Chancen und Risiken eines Unternehmens zur Positionsbestimmung und Strategieentwicklung
  • Kurzfassung des Finanzierungsplans

Wie kann man ein Gewerbe anmelden?

Sobald eine Tätigkeit dauerhaft und selbstständig ausgeführt und damit das Ziel verfolgt wird, Geld zu verdienen, gilt dies als Gewerbe. Es geht nicht um den Fakt, ob damit Geld verdient wird, sondern um die Absicht, Geld zu verdienen. Wer also ein Unternehmen gründen will, muss, selbst wenn er noch studiert, zunächst ein Gewerbe anmelden. Außer, die Tätigkeit wird nur einmal in den Semesterferien und eben nicht dauerhaft ausgeführt. Übrigens darf in Deutschland jeder ein Gewerbe anmelden. In anderen Ländern ist das nicht unbedingt der Fall.

Die Gewerbeanmeldung erfolgt auf dem Gemeindeamt und dauert (exklusive der Wartezeit) meist nicht länger als eine halbe Stunde. Die Kosten belaufen sich auf 20 bis 50 Euro, je nach Amt. Wichtig ist es, für die Anmeldung einen Personalausweis oder Reisepass dabei zu haben.

Wer eine Gesellschaft anmelden möchte (immer dann erforderlich, wenn etwas zusammen gemacht wird, man also zu zweit dritt oder viert gründet) sollte den aktuellen Handelsregisterauszug und den notariell bestätigten Gesellschaftervertrag mit dabeihaben. Bei manchen Gewerbeämtern kann die Anmeldung des Gewerbes auch online erfolgen, wie etwa in Frankfurt, Mannheim, Dresden oder Bielefeld.

Die Gemeinde informiert im Anschluss an die Anmeldung weitere Behörden und Institutionen, wie etwa das Finanzamt und die Berufsgenossenschaft sowie die Industrie-, Handels- und Handwerkskammer. Diese werden den Gründern wiederum Erhebungs- und Erfassungsbögen zuschicken, die für die Registrierung und Datenerhebung auszufüllen sind.

Welche Steuern sind als Student zu zahlen?

Auch wenn es ein eher unbeliebtes Thema ist: Auch als Student muss man sich als Gründer mit dem Thema Steuern befassen. Welche Steuern genau anfallen, hängt davon ab, nach welcher Rechtsform das Unternehmen organisiert ist. Der Studentenstatus ändert daran nichts.

Es gibt außerdem verschiedene Steuerarten, die man als Gründer kennen muss: Die Einkommenssteuer, die Gewerbesteuer und die Vor- und Umsatzsteuer.

1. Die Einkommensteuer

  • Je höher der Gewinn ist, den das Unternehmen erzielt, desto höher ist auch die zu zahlende Einkommensteuer. Der Solidaritätszuschlag beträgt 5,5 Prozent.
  • Der Grundfreibetrag liegt bei 9.000 Euro.
  • Die Einkommensteuererklärung über ein Kalenderjahr hat bis zum 31. Juli des Folgejahres oder bis zum 31. Dezember durch einen Steuerberater vorzuliegen.
  • Unabhängig von der Rechtsform ist die Einkommensteuer immer fällig.

2. Die Gewerbesteuer

  • Die Höhe der Gewerbesteuer hängt vom Gewerbeertrag und vom Hebesatz der Gemeinde ab.
  • Die Gewerbesteuererklärung muss bis 31. Mai des Folgejahres erfolgen.

3. Die Vor- und die Umsatzsteuer

  • Die Vorsteuer fällt auf Ausgaben wie den Einkauf von Waren und Dienstleistungen an und kann nach der Umsatzsteuererklärung wieder eingeholt werden. Die Umsatzsteuer wiederum, die auf Einnahmen fällig wird, muss von jedem Unternehmen auf Rechnungen ausgewiesen und nach der Umsatzsteuervoranmeldung ans Finanzamt übermittelt werden.
  • Die Umsatzsteuer beträgt 19 Prozent oder 7 Prozent auf erzielte Umsätze. Eine Ausnahme bilden die Kleinunternehmer, die keine Umsatzsteuer abtreten müssen (hier greift die sogenannte Kleinunternehmerregelung).
  • Auch die Umsatzsteuer ist bis zum 31. Mai des Folgejahres einzureichen.
  • Die Voranmeldung muss monatlich bis zum 10. Jedes Monats oder vierteljährlich erfolgen, insofern das Unternehmen älter als zwei Jahre ist und im Vorjahr keine Umsatzsteuerschuld von 7.500 Euro angefallen ist.

Welche Versicherungen sind relevant?

Für jeden Gründer, der nicht vorbereitet ist, kann es tragisch enden, wenn plötzlich eine Krankheit oder ein Unfall die Pläne durcheinanderwirbeln und man für einige Wochen oder gar Monate ausfällt. Noch schlimmer ist es mitunter, wenn bei einem Kunden irgendein Schaden verursacht wird. Nur ein gutes Risiko-Management schützt vor all diesen Vorkommnissen. Es lässt Notfälle nicht in Katastrophen enden und sorgt dafür, dass auch im Extremfall die Existenz nicht auf dem Spiel steht. Eine Grundregel beim Thema Versicherung (egal ob für Studenten oder nicht) lautet beim Gründen: So viel, wie nötig, aber so wenig, wie möglich. Nur die Versicherungen, welche die berufliche Existenz absichern, sind wirklich wichtig.

  • Die Krankenversicherung

Bei der Krankenversicherung können Gründer zwischen der privaten Versicherung und der gesetzlichen Krankenkasse entscheiden. Selbstständige Gründer sind im Gegensatz zu Arbeitnehmern nicht verpflichtet, sich gesetzlich zu versichern.

  • Die Rentenversicherung

Die Rentenversicherung ist für viele Selbstständige nicht verpflichtend. Freiberufler sind nur dann in der gesetzlichen Rentenversicherung pflichtversichert wenn sie bestimmte Voraussetzungen erfüllen. Alle, die einen Bildungs- oder Pflegeberuf ausführen, gelten als schutzbedürftig, weshalb eine Versicherungspflicht für sie gilt. Selbstständige Studenten müssen sich gesetzlich nur dann rentenversichern, wenn sie zu der Personengruppe gehören, die in §2 SgB VI aufgeführt sind.

  • Die Betriebshaftpflichtversicherung

Für Schäden, die einer der Gründer oder irgendeiner der Mitarbeiter des studentischen Start-ups verursacht, kommt die Betriebshaftpflichtversicherung auf. Somit lassen sich mit ihr finanzielle Risiken minimieren, die im Rahmen jeglicher Tätigkeit bei der Gründung und im fortlaufenden Geschäftsbetrieb auftreten können. Die Betriebshaftpflichtversicherung ist im Grunde für jeden Betrieb unerlässlich und sollte auf keinen Fall ignoriert, bzw. nicht abgeschlossen werden. Vor allem durch Personenschäden, die selbst in den ungewöhnlichsten Situationen entstanden sind, ist es immer wieder vorgekommen, dass kleinere Unternehmen Insolvenz anmelden mussten, weil kein Versicherungsschutz bestand.


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  • Die Berufsunfähigkeitsversicherung

Auch die Berufsunfähigkeitsversicherung ist eine private Versicherung, auf die unter keinen Umständen verzichtet werden sollte. Denn als Arbeitgeber hat man einen Anspruch auf gesetzliche Erwerbsminderungsrente und somit wenigstens noch einen gewissen Mindestschutz im Falle der Erwerbsunfähigkeit. Für Selbstständige und Freiberufler dagegen fällt eine solche Absicherung weg. Auch jene, die sich in ihrem Beruf extrem sicher fühlen, sollten sich eine Berufsunfähigkeitsversicherung gut überlegen. Zu denken, dass bestimmte Berufsgruppen weniger risikogefährdet sind, als andere, ist fahrlässig. Nicht selten trifft es nämlich auch Menschen, die Berufe mit weniger schweren körperlichen Tätigkeiten ausführen. Unfälle stellen sowieso eine der seltener auftretenden Ursachen für eine Berufsunfähigkeit dar.

Selbstständigkeit und BAföG: Geht das zusammen?

Die Selbstständigkeit während des Studiums beeinflusst natürlich auch das BAföG. Studenten (ohne Kinder und ledig) haben die Möglichkeit bis zu 5.400 Euro im Bewilligungszeitraum von zwölf Monaten brutto oder monatlich knapp 450 Euro anrechnungsfrei dazuzuverdienen. Werbungskosten, die anfallen, damit der Beschäftigung nachgegangen werden kann (beispielsweise ein Busticket, Internet, Benzin usw.) und die etwa einem Auszubildenden von seinem Verdienst abgezogen werden, entfallen für gewerbetreibende Studenten. Lediglich die sogenannte Sozialpauschale, die 21,2 Prozent beträgt, werden auf den Freibetrag angerechnet.

Somit setzt sich die Rechnung folgendermaßen zusammen:

Gewinn im Bewilligungszeitraum 3.480€ 21,2% = Anzurechnendes Einkommen im Bewilligungszeitraum

Dies wiederum geteilt durch zwölf ergibt das monatliche Durchschnittseinkommen. Der Gewinn kann in Form einer einfachen Einnahmen-Ausgaben-Rechnung ermittelt werden, was für die Steuererklärung sowieso getan werden muss. Was als Ausgaben geltend gemacht werden kann, lässt sich übrigens beim zuständigen BAföG-Berater erfahren. Wer einmal ein überdurchschnittliches Einkommen erzielt, bekommt das BAföG auch nicht sofort gestrichen. Es ist nur wichtig, dann darauf zu achten, dass in den anderen Monaten weniger verdient wird, um die jährlich bewilligten 5.400 Euro nicht zu überschreiten.

Leider entspricht der Bewilligungszeitraum des BAföGs selten dem Kalenderjahr, weshalb das Ganze manchmal ein wenig kompliziert werden kann.

Vom Kindergeld und Finanzierungsmöglichkeiten

Wie hoch die Einkünfte als Gründer während des Erststudiums sind ist völlig egal. Die Eltern erhalten bis zum Abschluss den vollen Betrag des Kindergeldes, solange die Kinder nicht älter als 25 Jahre alt sind. Das durch eine Selbstständigkeit verdiente Geld wird nicht angerechnet. Bei einem Zweitstudium hingegen sieht es anders aus: Hier werden die Einkünfte angerechnet insofern die die Arbeitszeit für das Start-up, bzw. das Unternehmen mehr als 20 Stunden in der Woche beträgt.

Finanziert werden kann ein Unternehmen als Student auf verschiedenen Wegen. Da die finanziellen Mittel während des Studiums meist eher noch stark begrenzt sind, muss Geld entweder durch ein privates Bankdarlehen, durch Fördermittel der KfW-Bank oder aber auch durch ein Stipendium beschafft werden.

Das private Bankdarlehen oder ein Kredit

Ein Geschäftskonto ist unverzichtbar. Dafür muss der Hausbank ein Besuch abgestattet werden. Wer dann auch noch einen Kredit benötigt, kann sich dort auch gleich dazu informieren. Grundsätzlich können Bankdarlehen mittelfristig über einen Zeitraum von sechs Monaten oder langfristig über einen Zeitraum mehrerer Jahre erfolgen. Die Rückzahlung lässt sich entweder am Ende der Laufzeit vornehmen oder in im Voraus festgelegten Raten.

Besteht die Möglichkeit, ein Förderdarlehen zu erhalten, sollte diese wahrgenommen werden. Denn auf Förderdarlehen, bzw. Förderkredite gibt es niedrigere Zinsen, als auf klassische Bankkredite. Dennoch ist die Hausbank für den Förderkredit von entscheidender Wichtigkeit, da sie das Konzept für den Kredit absegnen und an die Förderbank weiterleiten muss.

Eine der bekanntesten Förderbanken ist die KfW, die zahlreiche Privatpersonen bei der Realisierung ihrer Projekte unterstützt. Sie richtet sich auch an Existenzgründer und eignet sich vor allem auch für Studierende als Anlaufstelle. Denn Studierende haben bei der KfW-Bank einen besonderen Stellenwert: Wenn es ideal läuft, erhalten sie nicht nur einen günstigeren Kredit, als bei anderen (Förder-)banken, sondern eventuell sogar Zuschüsse.

Stipendien

Es gibt eine Vielzahl an Stipendien, die sich für Studierende mit dem Plan, eine Geschäftsidee umzusetzen, gut eignen können. Interessant ist sicherlich beispielsweise das EXIST-Gründerstipendium, das sich an „Studierende, Absolventinnen und Absolventen sowie Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus Hochschulen und außeruniversitären Forschungseinrichtungen, die ihre Gründungsidee realisieren und in einen Businessplan umsetzen möchten“ richtet. In den zuerst genannten Bedingungen wird betont, dass es sich bei den Gründungsvorhaben um „innovative technologieorientierte oder wissensbasierte Projekte mit signifikanten Alleinstellungsmerkmalen und guten wirtschaftlichen Erfolgsaussichten handeln“ sollte. Ein gut durchgearbeiteter Businessplan ist etwa in diesem Fall also wirklich unabdingbar.

Weitere hilfreiche Tipps für Gründungen während des Studiums

  • Der Businessplan stellt, wie nun klargeworden sein sollte, den Grundstein auf dem Weg zur Realisierung eigener Projekte dar. Um sich von seiner Qualität zu überzeugen, kann beispielsweise an Businessplan-Wettbewerben teilgenommen werden. Hier bekommt man als junges Unternehmen direktes Feedback einer fachkundigen Jury, kann sich mit anderen Gründern vergleichen und mitunter sogar Kontakte knüpfen.
  • Wer ein Unternehmen aufbauen möchte, braucht solche Kontakte. Das Talent zum Netzwerken mag nicht jedem in die Wiege gelegt sein, als Gründer führt daran allerdings kein Weg vorbei. Am besten lässt es sich auf diversen Branchenmessen oder bei zahlreichen anderen Veranstaltungen und Events netzwerken. Außerdem kann man sich hier immer etwas von anderen abschauen.
  • Ebenso empfehlenswert ist es, vor der eigentlichen Umsetzung einer Idee mit vielen Außenstehenden zu reden und deren Meinung einzuholen, bzw. nach Verbesserungsvorschlägen, Erfahrungen usw. zu fragen. Die Einbindung eines Coaches kann im Zweifel ebenfalls helfen, um einschätzen zu können, ob die Produkte und Dienstleistungen, die man im Kopf hat, auch wirklich relevant sind und das Potenzial haben, auf große Nachfrage zu stoßen.
  • Diverse Rahmenbedingungen für Selbstständige in Deutschland erschweren das Gründen für Studierende mitunter. Ob es nun komplizierte Steuervorschriften sind oder Anforderungen an die Buchhaltung. Wer sich um alles selbst kümmern muss, kann irgendwann verzweifeln. Professionelle Buchhaltungssoftwares und weitere hilfreiche Programme sorgen dann wieder für mehr Durchblick. Von Anfang an sollte sich gut ausgestattet und alles gut protokolliert werden, um auf Dauer den Überblick zu behalten.
  • Zu Motivationszwecken kann es durchaus auch hilfreich sein, sich immer wieder die Erfolgsgeschichte diverser ehemaliger Studierender anzuschauen, die schon während des Studiums ein eigenes Unternehmen aufgebaut haben. Als Beispiel kann nicht nur Zuckerbergs Facebook, sondern zum Beispiel auch die G DATA Software AG dienen. Die AG ist ein deutsches Softwarehaus mit Schwerpunkt auf IT-Sicherheitslösungen, die als Studentenfirma angefangen hat und inzwischen zu den größten Herstellern von Sicherheitslösungen im IT-Bereich gehört. Auch Alexander Weinzetl und Henrik Svensson haben eine Erfolgsgeschichte hinter sich. Ihre während des Studiums entstandene Idee, Torten für diverse Anlässe bedrucken zu lassen, haben sie inzwischen zu dem großen Unternehmen deinetorte.de ausgeweitet. Sogar der Branchenriese Dr. Oetker stieg im Jahr 2018 in das Unternehmen ein.

Ein letzter Tipp bezüglich dieser Erfolgsstorys: Sie gehören inzwischen nicht mehr zur Seltenheit. Mark Zuckerberg mag noch immer einen Extremfall darstellen, dennoch bauen viele während ihres Studiums inzwischen ein eigenes Unternehmen auf. Jeder, der eine gute Idee hat, daran festhält und diszipliniert arbeitet, kann das schaffen. Allerdings sollte niemals voreilig und in einer ersten Euphorie das Studium abgebrochen werden, um sich dem jungen Unternehmen in vollem Maße widmen zu können. Denn wenn doch einmal etwas schiefgehen sollte, ist der Ärger groß, wenn dann kein Abschluss vorhanden ist und man sich fragt, wozu alles eigentlich gut war.

Ein Gastbeitrag von Anja Klein.