Foto: MSH Medical School Hamburg

»Ich möchte Kindern die Teilhabe am gesellschaftlichen Leben ermöglichen.«

Teresa Jäger berichtet über den Bachelorstudiengang Transdisziplinäre Frühförderung an der MSH Medical School Hamburg – University of Applied Sciences and Medical University.

Die MSH Medical School Hamburg – University of Applied Sciences and Medical University ist eine der wenigen Hochschulen in Deutschland, die den Bachelorstudiengang Transdisziplinäre Frühförderung anbietet. Dabei haben seine Inhalte eine hohe gesellschaftliche Relevanz. Wer in der Frühförderung arbeitet, unterstützt Kinder mit einer Entwicklungsstörung und trägt so aktiv zur Inklusion bei. Im Interview erzählt die Absolventin Teresa Jäger, was genau das Studium der Frühförderung an der MSH so besonders macht und wie der Berufsalltag nach dem Abschluss aussehen kann.

Können Sie kurz erklären, was unter Transdisziplinärer Frühförderung zu verstehen ist?

Transdisziplinäre Frühförderung vereint alle Disziplinen, die für die Förderung von Kindern mit einer Entwicklungsstörung wichtig sind. Kinder, die durch Krankheiten oder eine Behinderung Schwierigkeiten mit ihrer Entwicklung haben, werden in der Regel von vielen verschiedenen Menschen, beispielweise Kinderärzten oder Physiotherapeuten betreut. Frühförderer lernen, dass Wissen aus diesen unterschiedlichen Bereichen zu koordinieren und zusammenzuführen. Dadurch soll den Kindern genau das gegeben werden, was sie für ihre Entwicklung brauchen.

Was hat Sie dazu bewegt, Transdisziplinäre Frühförderung an der MSH zu studieren?

Nach meiner Ausbildung zur Erzieherin wusste ich, dass das noch nicht das Ende meines beruflichen Werdegangs ist. Ich wollte mich fachlich weiterentwickeln, aber auf die Inhalte meiner Ausbildung aufbauen. Da war ein Studium in Transdisziplinärer Frühförderung genau der richtige Weg. Es gibt nicht viele Hochschulen, die diesen Studiengang anbieten. Als ich mich an der MSH über die Inhalte des Studiums informierte, hatte ich direkt ein gutes Gefühl.

Was hat Ihnen an dem Bachelorstudiengang Transdisziplinäre Frühförderung an der MSH besonders gefallen?

Mir hat besonders der Fokus auf das Thema Beratung gefallen, die in der Frühförderung eine wichtige Rolle spielt. Es wurde viel Wert auf einen hohen Praxisanteil in den Beratungsseminaren gelegt. So war es uns möglich, konkrete Beratungssituationen zu üben. Ebenfalls als sehr positiv empfunden habe ich die Tatsache, dass unsere Lehrenden als Fachleute in verschiedenen Disziplinen der Frühförderung tätig sind. Prof. Dr. med. habil. Lutz Koch, der neben seiner Lehrtätigkeit an der MSH als Kinderarzt arbeitet, konnte uns beispielsweise sehr anschaulich vermitteln, welche medizinischen Schwierigkeiten bei Neugeborenen und Kindern entstehen können und wie Ärzte darauf eingehen.

Wo hat Sie Ihr beruflicher Weg nach dem Studium hingeführt?

Ich bin als Erzieherin in einer Elbkinder-Kita mit angegliederter Frühförderstelle tätig. In den Frühförderstellen erhalten Kinder mit Entwicklungsauffälligkeiten gezielte therapeutische und heilpädagogische Förderung. Ich habe bereits während meines Studiums bei den Elbkindern arbeiten können. Das war sehr gewinnbringend, weil ich die im Studium gelernte Theorie direkt mit der Praxis verbinden konnte.

Welche Aufgabenbereiche gehören zu ihrem Beruf in der Kita?

Zum einen arbeite ich ganz klassisch als Erzieherin mit normal entwickelten Kindern und Kindern mit einer Entwicklungsstörung. Außerdem betreue ich als Frühförderin ein Kind mit Behinderung. Für dieses Kind schreibe ich individuelle Frühförderpläne und dokumentiere, was ich mit den Eltern besprochen habe. Auch Hausbesuche finden mehrmals wöchentlich statt. Dazu kommen wöchentliche Besprechungen mit Therapeuten, Ärzten und der Leitung der Kita, um die individuellen Fördermaßnahmen zu koordinieren.

Mit welchen Sorgen wenden sich Eltern an Sie?

Viele Eltern von Kindern mit einer Behinderung fühlen sich überfordert und haben Sorge, dass sie bei der Förderung ihrer Kinder etwas falsch machen. Oft sind es aber auch ganz konkrete Wünsche, die die Eltern haben. Ich betreue beispielsweise ein Frühförderkind mit einer Fütterstörung. Der Wunsch der Eltern ist, dass ihr Kind essen lernen soll. Aufbauend auf diesem Wunsch entwickele ich den Förderplan. Neben der Beratung der Eltern sind in diesem Fall die Hausbesuche besonders wichtig. Dort kann ich mit dem Kind und seinen Eltern zusammen die Nahrungsaufnahme üben und ihnen Tools an die Hand geben, die ihnen im Alltag helfen. Es kommt auch vor, dass Eltern die Vorstellung haben, durch die Frühförderung könnte ihr Kind wieder auf einen normalen Entwicklungsstand gelangen. Das ist oft jedoch nicht realistisch. Es geht in der Frühförderung viel mehr darum, den Kindern die Teilhabe am gesellschaftlichen Leben zu ermöglichen.

Was mögen Sie besonders an Ihrem Job?

Was für mich diesen Job so attraktiv macht, ist die Vielseitigkeit, die er bietet. Ich habe Arbeitstage, an denen ich vom Spielen mit einem Kind zu einem Diagnostikgespräch mit einer Hausärztin übergehe und im Anschluss noch zu einem Hausbesuch fahre. Diese Mischung aus fachlichem Input und praktischer Arbeit gefällt mir sehr.


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