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Geisteswissenschaften: Erfahrungsberichte

Manchmal kommt es anders als gedacht. Damit sich dein Studiengang im ersten Semster nicht als die Katze im Sack entpuppt, erzählen zwei erfahrene Studis: was war anders, was besser und was genau so, wie sie es sich vorgestellt haben

Hobby zum Beruf machen

Patrick Fox studiert im 2. Semester Werbung und Marktkommunikation an der Hochschule für Kommunikation und Gestaltung

»Anders: Eigentlich hatte ich mit einem puren Marketingstudiengang gerechnet. Dass grundlegende Dinge wie BWL, VWL und Rechnungswesen dazu gehören, war mir klar – nicht erwartet hätte ich aber Fächer wie Recht oder Wissenschaftstheorie. Doch jetzt machen sie mir eigentlich Spaß. Außerdem wusste ich nicht, dass wir viele Hausarbeiten auf Englisch verfassen – eine gute Sachen, denn das bereitet uns ideal auf den späteren Berufsalltag vor.

Besser: Alle Inhalte werden sehr ausführlich behandelt, mit vielen Übungsaufgaben, die sehr spezifi sch auf die Marketingpraxis eingehen. So lerne ich Marketing aus vielen unterschiedlichen Blickwinkeln kennen. Zum Beispiel machen wir im zweiten Semester bereits ein Projekt zum Stadtmarketing mit einer Kommune: Hier werden wir schon richtig eingespannt und können viel Praxiserfahrung sammeln.

Gleich: Zu Beginn wurde uns versprochen, dass wir die Hochschule als Marketingexperten verlassen. Dass das stimmt, merke ich jetzt schon im zweiten Semester. Mitbringen: Du solltest kreativ, neugierig und fl exibel sein – das sind wichtige Voraussetzungen für den Einstieg ins Marketing.«

»Eigeninitiative und tagespolitisches Interesse«

Sabrina Lindner studiert im 4. Semester Political and Social Studies, kurz PSS

»Im Großen und Ganzen ist es so, wie ich es erwartet habe. Der Studiengang führt sehr gut in alle Grundlagen ein, etwa in das politische System der Bundesrepublik oder in die internationalen Beziehungen Deutschlands. So konnte ich mir einen umfassenden Grundstock an Wissen über Theorien und politische Ansätze aneignen. In Seminaren habe ich nun die Möglichkeit,Themen zu vertiefen, die mich besonders interessieren. Bei mir ist das zum Beispiel die Migrations- und Asylpolitik der EU. Positiv überrascht hat mich das breitgefächerte Angebot an Kursen und Seminaren, die Einblicke in viele unterschiedliche Politikbereiche ermöglichen. Anfangs habe ich mir allerdings einen noch stärkeren Zusammenhang zwischen Politik und Soziologie gewünscht. Es gibt nur wenige Kurse, bei denen tatsächlich beide Fächer eng verbunden sind. Als ich Sozialkunde und Politik gehört habe, hatte ich übrigens nicht so auf dem Schirm, dass wir uns auch intensiv mit quantitativer und qualitativer Forschung beschäftigen. Es geht also um Statistiken, Datenerhebung und -auswertung. Wer sich für diesen Studiengang interessiert, sollte auf jeden Fall willig sein, sich auch neben dem Studium mit aktuellen Themen auseinanderzusetzen. Von einem guten PSS-Studenten wird verlangt, dass er regelmäßig Zeitung liest, die Nachrichten hört und sich Gedanken darüber macht, was in der Welt passiert.«


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