Prof. Dr. Helmut J. Schmidt

Hochschulporträt: TU Kaiserslautern

An der TU Kaiserslautern darf man sich wohlfühlen zwischen inspirierenden Menschen, ganz viel Natur und zukunftsweisender Technik

Kaiserslautern ist Tabellenführer. Was dem Fußballclub schon lange nicht mehr gelungen ist, macht man im Bildungsbereich vor: Prof. Dr. Helmut J. Schmidt von der TU Kaiserslautern konnte sich den Titel ›Präsident des Jahres 2015‹ sichern. In der Begründung für diesen Erfolg hieß es unter anderem, er sei »geliebt und geschätzt, menschlich, sichtbar und erreichbar«. Kurze Wege beschreiben eben nicht nur den grünen, modernen Campus der Universität, sondern auch den uni-internen Kommunikationsstil. »Unsere Stärke ist die persönliche Kommunikation, egal wie unorthodox sie manchmal sein mag«, stellt Prof. Dr. Schmidt im Gespräch fest.

An der Schnittstelle zwischen Technik und Kommunikation findet sich auch einer der innovativen interdisziplinären Studiengänge der TU: Sozioinformatik. Der Studiengang beschäftigt sich mit der Frage, welche Wechselwirkungen sich zwischen neuen technischen Entwicklungen und der Gesellschaft ergeben. Aber auch bei der ›Technophysik‹, ein Studiengang, der zum Wintersemester 2016/17 an der TU startet, geht es um bessere Kommunikation, in diesem Fall zwischen Studieninteressenten und Studienkoordinatoren, wie Katrin Müller, die Pressesprecherin der Universität, erklärt: »Viele fragen sich, was man denn als Physiker macht, wenn man nicht gerade in die Forschung geht oder Bundeskanzlerin wird. ›Technophysik‹ bietet eine Schnittstelle zwischen Physik und Maschinenbau und lässt damit etwas klarer werden, in welche Bereiche Absolventen der Physik noch vordringen können.«

Auch der Hochschulleitung ist es wichtig, die eigenen Ziele gut zu vermitteln: Präsident Prof. Dr. Helmut J. Schmidt möchte am Ende seiner Amtszeit vor allem Einigkeit über das Uni-Profil schaffen. Jeder soll davon überzeugt werden, dass das jetzige Kompetenzfeld der Universität mit technischem Kern-, aber geistlich, sozialwissenschaftlichem Ergänzungsprofil zukunftsfähig ist. »Bei einer Universität unserer Größe kann man noch miteinander ins Gespräch kommen und Konzepte gemeinsam erarbeiten, hinter denen dann auch alle stehen können«, führt Prof. Dr. Schmidt zur Erklärung aus. Gerade Personalern aus dem technischen Bereich ist Interdisziplinarität wichtig: Den Nerd, der niemanden und den niemand versteht, sucht kein Unternehmen.Rund 14.500 Studenten können an zwölf Fachbereichen der TU Kaiserslautern aus rund 100 Studiengängen wählen. Ja, an der TU wird fächerübergreifend gelehrt: Von Biophysik über Lebensmittelchemie bis zur Technomathematik bietet die TU starke interdisziplinäre Fächer für den stark nachwuchssuchenden MINT-Bereich. Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik (MINT) – das sind die Fachbereiche für kreative Bastler, die unsere Zukunft nicht nur verwalten, sondern gestalten möchten.

»Wenn man sein Amt mit Begeisterung füllt, dann vermischen sich persönliche und berufliche Ziele.« Prof. Dr. Helmut J. Schmidt, Präsident der TU Kaiserslautern

Der Wissenschaftsstandort Kaiserslautern ist eines der größten IT-Cluster in Europa. Die Studienrenden profitieren von den zahlreichen international renommierten Forschungseinrichtungen, darunter drei Fraunhofer-Institute, eines für Techno- und Wirtschaftsmathematik, das zweite für experimentelles Software-Engineering und das dritte für Physikalische Messtechnik. Außerdem ein Max-Planck-Institut für Softwaresysteme, das Deutsche Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz und das Institut für Verbundwerkstoffe. Im Bereich der angewandten Forschung kooperieren die wissenschaftlichen Einrichtungen eng mit der TU. Es findet sich also ein gutes Netzwerk in der Umgebung, dennoch studieren nicht alle vor Ort: Die TU Kaiserslautern ist nach der Fernuni Hagen die zweitgrößte Fernuniversität in Deutschland. Dabei lohnt sich der Aufenthalt in Kaiserslautern für Studenten durchaus, auch wenn zwischen Heimatort und Campus ein sehr weiter Weg liegt: So sind bereits heute gut 20 Prozent der Präsenzstudierenden aus dem Ausland. Man freut sich in der Pfalz auch, wenn die Zahl weiter steigt und ist optimistisch, dass das zu keinen größeren Problemen bei der Integration führen wird: »In Kaiserslautern fühlt man sich nicht so schnell exotisch. In praktisch jeder Bäckerei wird fließend Englisch gesprochen«, merkt der Uni-Präsident an. Grund dafür dürften auch die 50.000 US-Amerikaner sein, die sich in Kaiserslautern aufhalten. In und um Kaiserslautern findet sich der weltweit größte US-Militär-Stützpunkt außerhalb der USA.

Internationalität geht hier sogar noch einen Schritt weiter: Die TU Kaiserslautern ist Mitglied der Initiative ›Universität der Großregion‹, ein Zusammenschluss von Universitäten aus Deutschland, Belgien, Frankreich und Luxemburg. Die Studierenden sollen es so leichter haben, an anderen Universitäten Module passend zu ihrem persönlichen Studienprofil zu belegen, weil sie auch an den Universitäten im Ausland eingeschrieben sind. Außerdem werden alle Großgeräte der Unis erfasst, sodass zum Beispiel ein deutsches Forschungsteam für Experimente, die an ihrem Standort nicht umsetzbar sind, weil die technische Ausstattung fehlt, einen Aufenthalt an einer verpartnerten Uni in Belgien planen kann. »Das Programm ist noch nicht in voller Fahrt, aber die großen Potenziale sind bereits erkennbar«, fasst Prof. Dr. Helmut J. Schmidt zusammen. Was das Thema Internationalität angeht, haben ihn auch der Besuch einer der ältesten Universitäten der Welt im italienischen Camerino und das dort angewandte Double-Degree Programm inspiriert – ob und wie das hier in Deutschland anwendbar wäre, ist nun zu prüfen.

Unterwegs inspirieren lässt sich Prof. Dr. Schmidt auch in seinem ganz normalen Alltag: Jeden Sonntag wandert der Präsident des Jahres 2015 zwei Stunden durch das größte zusammenhängende Waldgebiet Deutschlands, den Pfälzerwald. Nicht nur die TU Kaiserslautern selbst grenzt an den Wald, auch die Begegnungsstätte der Uni-Stiftung, die 2007 erworbene Villa Denis, liegt in der verträumten Natur. Zur Villa gibt es jährlich einen großen Wandertag mit Freunden der Uni, die eingeladen sind, die 28 Kilometer zu Fuß vom Campus zum Stiftungshaus zurückzulegen. Für alle, die nicht so fit wie der Präsident selbst sind, gibt es auch eine kürzere Strecke. Klar darf man in Kaiserslautern auch zur Ruhe kommen: Im Sommer bietet der Unisport jeden Dienstag ›Chill & Grill‹, nur das eigene Grillgut muss mitgebracht werden und schon unterhält man sich mit anderen Studenten gemütlich in der Hängematte. Unisport ist das richtige Stichwort, denn die technische Universität ist weder verkopft, noch voll bewegungsfauler Computerfreaks – im Gegenteil: »Mit Mehrfachnutzung zählen wir 10.000 Betätigungen im Hochschulsport pro Woche, das alles auf ein paar Hektar unserer mittelgroßen Uni«, freut sich der Uni-Präsident Schmidt. Er hat sich von Universitäten in Nordamerika inspirieren lassen, wo sehr viel Wert auf sportliche Aktivität in studentischer Gemeinschaft gelegt wird.

Seit 1998 ist Prof. Dr. Schmidt nun in der Hochschulleitung aktiv, seit 2002 als Präsident. In seiner dritten und letzten Amtszeit kann er stolz zurück-, aber auch voller Zuversicht nach vorne blicken: Ungefähr 207 Millionen Euro fasst der Gesamthaushalt der TU, 56 Millionen Euro sind davon aus Drittmitteln – ein Zeichen dafür, dass die Professuren in Kaiserslautern forschungsstark sind und auf Interesse bei Investoren stoßen. Verbiegen muss sich dafür keiner. Was hier erforscht, gelehrt und gelernt wird kann sich sehen lassen und muss keinen Vergleich scheuen, nicht nur, wenn es um den Präsidenten des Jahres geht. 

Infos rund um die TU Kaiserslautern

  • Die TU Kaiserslautern ist die einzige technisch-ingenieurwissenschaftliche Universität in Rheinland-Pfalz.
  • Seit ihrer Gründung 1970 hat sich die TU eine beachtliche Reputation erworben. In bundesweiten Hochschulrankings belegte sie bereits in verschiedenen Kategorien Spitzenplätze.
  • Im Oktober 2009 wurde die TU im bundesweiten Wettbewerb ›Exzellenz in der Lehre‹ ausgezeichnet.
  • Fachbereich der Universität sind: Architektur, Bauingenieurwesen, Biologie, Chemie, Elektro- und Informationstechnik, Informatik, Maschinenbau und Verfahrenstechnik, Mathematik, Physik, Raum- und Umweltplanung, Sozialwissenschaften sowie Wirtschaftswissenschaften.
  • Der richtige Platz lässt sich auch räumlich finden: In unmittelbarer Nähe zum Campus stehen mehr als 2.000 Wohnheimsplätze zur Verfügung.
  • Am Zentrum für Fernstudien und Universitäre Weiterbildung können berufsbegleitend postgraduale Fernstudiengänge absolviert werden. Im Sommersemester 2014 verzeichnete das Fernstudienzentrum rund 3.900 Studenten.

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