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Hochschule Augsburg: Ein Campus, eine Gemeinschaft!

Die Hochschule Augsburg hat unter Präsident Professor Schurk viele Ziele verfolgt – und diese gemeinsam erreicht

Unter Präsident Prof. Dr.-Ing. Hans-Eberhard Schurk hat sich viel verändert in den vergangenen zehn Jahren – die Hochschule für angewandte Wissenschaften Augsburg ist gewachsen, und zwar in zweierlei Hinsicht: Von 4.000 Studierenden im Jahr 2004 auf 6.000 Studierende im Jahr 2015 hat sie sich vergrößert. Sie ist aber auch zusammengewachsen – sowohl geografisch als auch gedanklich.

Die drei einzelnen Standorte, die zum Teil drei bis vier Kilometer entfernt waren und weitgehend unabhängig agierten, wurden zu einem gemeinschaftlichen Campus zusammengelegt. In den letzten Jahren hat Professor Schurk daran gearbeitet, dass die Hochschule nicht nur baulich eins wird, sondern auch einen Gemeinschaftsgedanken entwickelt. Schließlich soll der neue Campus ein gemeinsames Dach für alle Fakultäten bilden. Um dies zu verwirklichen, musste viel Überzeugungsarbeit geleistet werden. Ein erster Schritt in diese Richtung waren beispielsweise interdisziplinäre Studiengänge wie Mechatronik, an der drei Fakultäten beteiligt sind. An dem Ziel, über Grenzen hinweg – seien es fachliche, gedankliche oder geografische – zusammenzuarbeiten, wird auch heute noch gearbeitet.

Hochschule Augsburg: 16 Bachelor- und 17 Masterstudiengänge

Der Hochschulpräsident hatte sich für seine Amtszeit jedoch noch mehr vorgenommen: So wurde der Bolognaprozess vollständig umgesetzt, ohne an Qualität der Lehre zu verlieren, so Professor Schurk. Heute bietet die Hochschule 16 Bachelorstudiengänge, darunter ein berufsbegleitender, und 17 Masterstudiengänge, darunter zwei berufsbegleitende, im technischen Bereich an. 172 Professoren, 300 Lehrbeauftragte und 50 wissenschaftliche Mitarbeiter sorgen für eine Lehre, die die Studierenden zu Persönlichkeiten ausbilden soll, die auf dem Arbeitsmarkt gefragt sind. Denn dies ist das große Ziel der Hochschule:

»Wir haben uns die Frage gestellt: ›Warum gibt es uns als Hochschule eigentlich?‹, und kamen zu der Antwort: ›Um gefragte Persönlichkeiten auszubilden, die in der Gesellschaft Verantwortung übernehmen‹«, so Professor Schurk.

Deshalb hat die Hochschule in jeden Studiengang Module aufgenommen, die die Persönlichkeitsbildung der Studierenden vorantreiben sollen, sei es durch Gruppen- und Projektarbeiten oder Auslandsaufenthalte.

Auslandsaufenthalte werden von der Hochschule belohnt

Gerade im Ausland müssen Studierende unbekannte Situationen meistern, die sie in ihrer Entwicklung weiterbringen. Das muss nicht immer ein ganzes Semester sein, manchmal reichen schon kürzere Projekte von vier Wochen. »Unser Wunschziel ist es, dass jeder Student irgendeine Leistung im Ausland erbringt«, ergänzt Professor Schurk. Um dieses Ziel zu erreichen, hat die Hochschule ein einzigartiges Modell entwickelt: Jeder Student, der ins Ausland geht, wird finanziell unterstützt. Pro im Ausland erworbenem Creditpoint bekommen sie 50 Euro. Das macht bei einem Auslandssemester mit rund 30 Creditpoints 1.500 Euro. Aber auch Projektaufenthalte werden entlohnt.

Die Internationalisierungsstrategie kann selbstverständlich nur gelingen, wenn zusätzlich Kooperationen mit Partnerhochschulen bestehen und auch internationale Studierende nach Augsburg kommen. Hierfür vermittelt die Hochschule 70 Zimmer in einem Studentenwohnheim neben dem Campus. Schließlich sollen Dozenten und Studierende der Partnerhochschulen stets willkommen sein. Außerdem verfolgt die Hochschule das Ziel, in jeder Fakultät mindestens einen englischsprachigen Studiengang anzubieten, der es ausländischen Studierenden ermöglicht, mindestens ein Jahr an der Hochschule Augsburg zu studieren.

Um Studierenden der Hochschule Augsburg einen Aufenthalt im Ausland so einfach wie möglich zu gestalten, gibt es neben dem International Office an jeder Fakultät einen Ansprechpartner für Fragen rund um Auslandsaufenthalte. Außerdem zeichnen sich einige Studiengänge, etwa im Maschinenbau, durch flexible Studienordnungen aus: Das letzte Jahr des Studiums besteht aus Wahlpflichtfächern, die sich die Studierenden selbst zusammenstellen können. Dementsprechend ist die Wahl der Veranstaltungen an den Partnerhochschulen einfacher. »Gerade bei den Ingenieuren müssen wir die Motivation für einen Auslandsaufenthalt jedoch noch etwas steigern, die Unterstützung bieten wir ja schon«, ergänzt Professor Schurk.

Mehr Unterstützung aus der Wirtschaft erwünscht

Der Hochschulpräsident hat schon viel erreicht in seinen gut zehn Jahren Amtszeit, aber Wünsche gibt es immer wieder neue. Von der Wirtschaft in Augsburg wünscht sich die Hochschule beispielsweise mehr Unterstützung, denn trotz der technischen Ausrichtung schielen die Unternehmen fast immer auf die Universität Augsburg. Dabei versucht die Hochschule, sich durch ihr Studienangebot in manchen Bereichen von der Universität abzuheben. Zum Beispiel mit dem Studiengang Internationales Wirtschaftsingenieurwesen, der wirtschaftliche, technische und internationale Inhalte zusammenbringt.

»Wir haben außerdem etliche Studiengänge, in denen wir Spezialisten sind, zum Beispiel beim Thema energieeffizientes Bauen, das macht sonst niemand«, betont Professor Schurk.

Auch der Masterstudiengang ›Lightweight Construction and Composite Technology‹ ist ein Alleinstellungsmerkmal. Die Hochschule Augsburg bietet mit ihren drei Säulen Wirtschaft, Technik und Gestaltung außerdem alle Voraussetzungen, die für die Industrie 4.0 benötigt werden. Die Hochschulen in der Region stehen aber auch in einem kooperativen Verhältnis, schließlich gehe es darum, seine Schwächen und Stärken zu kennen und Win-Win-Situationen zu generieren, mit dem Ziel, das Beste für die Studierenden und die Region zu schaffen.

Konzept ›Studium 4.0‹

In Anlehnung an die vierte industrielle Revolution arbeitet die Hochschule an einem Konzept ›Studium 4.0‹. In diesem Fall stehen die vier Punkte für Vernetzung, im Sinne von Interdisziplinarität, Internationalisierung, Digitalisierung im Zusammenhang mit neuen Lernformen und Individualisierung, indem die Hochschule individuell für jeden Studenten die richtige Studienform, sei es Teilzeit oder berufsbegleitend, anbietet. Schließlich stehen die Studierenden im Mittelpunkt der Hochschule. Daher war es auch ein Anliegen des Präsidenten, von der Behördenstruktur der Hochschule wegzukommen, hin zu einer Dienstleistungsstruktur, die sich den Studierenden und dem neuen Campus anpasst.

Für sein letztes Jahr im Amt hat sich der Präsident auch noch einiges vorgenommen. Da wäre zum Beispiel das Thema Digitalisierung und E-Learning, das sich noch im Aufbau befindet.

»Wir haben zwar einzelne E-Learning-Veranstaltungen, beispielsweise in Kooperation mit der Virtuellen Hochschule Bayern, aber es gibt zum Teil große Vorbehalte unter den Professoren«, fügt Professor Schurk hinzu.

Die Teilnahme an einem Wettbewerb des bayerischen Staatsministeriums, bei dem es um Digitalisierung und neue Lernformen geht, soll den Weg nun ebnen. Dabei gehe es aber nicht nur um E-Learning, sondern um das ganze Lernverhalten der jungen Studierenden, erklärt der Hochschulpräsident. Ein weiteres wichtiges Anliegen von Professor Schurk ist zum einen das Engagement der Studierenden und zum anderen das der einzelnen Fakultäten. Sowohl Studierende als auch die Fakultätsvertreter sollen sich mehr einmischen in das Management der Hochschule und sich mit konstruktiver Kritik einbringen. Schließlich sind sie es, die eine Hochschule verbinden und am Leben halten.

Die Hochschule ist in den letzten zehn Jahren nicht nur (zusammen-)gewachsen, sondern hat sich auch gemeinschaftlich ein klares Profil erarbeitet: Die Hochschule soll zur Anlaufstelle für Unternehmen und angehende Studierende werden, die Wert auf Persönlichkeit sowie auf die Übernahme von Verantwortung in Gesellschaft und Wirtschaft legen. 


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