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Welche Hochschulen in Deutschland, Österreich und der Schweiz eignen sich besonders für ein Studium der Ingenieurwissenschaften?

Wir beleuchten die wichtigsten Ingenieurs-Bildungsstätten im deutschsprachigen Raum

Wenn man hierzulande an die renommiertesten Schmieden ingenieurwissenschaftlichen Akademikernachwuchses denkt, dann denkt man vermutlich erst mal an die TU9. Mitglieder des im Jahr 2006 gegründeten Verbunds sind diejenigen Technischen Universitäten, die bereits vor 1900 in Deutschland bestanden und führend in der Forschung sind. Die Mitgliedsuniversitäten sind demzufolge die RWTH Aachen, TU Berlin, TU Braunschweig, TU Darmstadt, TU Dresden, Leibniz Universität Hannover, Karlsruher Institut für Technologie, TU München und die Universität Stuttgart. Deutschlandweit stammt knapp die Hälfte der Universitätsabsolventen in den Ingenieurwissenschaften von TU9-Universitäten. Fächerübergreifend sind rund zehn Prozent aller Studierenden in Deutschland an TU9-Universitäten immatrikuliert.

Herausragende Ausbildung für Ingenieure in der Schweiz

Doch auch fernab der TU9 gibt es herausragende Akademikerausbildung für Ingenieure in Deutschland, insbesondere auch im Bereich der Fachhochschulen, deren Aufzählung ein eigenes audimax-Sonderheft erfordern würde. Daher überspringen wir Landesgrenzen und schauen zu unseren südlich gelegenen Nachbarn, zum Beispiel in die Schweiz. Dort gibt es nämlich mit der ETH Zürich eine der renommiertesten Universitäten Europas. Im ›Times Higher Education World University Ranking‹ belegte die ETH im Jahr 2013 den zwölften Platz weltweit, den vierten Platz unter den europäischen Universitäten und dabei den ersten Platz in Kontinentaleuropa. 21 Nobelpreisträger haben eine Verbindung zur ETH Zürich, darunter auch Albert Einstein, der von 1912 bis 1914 Lehrstuhlinhaber für theoretische Physik war. Gegründet wurde die Hochschule im Jahr 1855, heute ist sie Heimat für knapp 20.000 Studierende, fast 40 Prozent davon kommen aus dem Ausland. ETH, das steht übrigens für Eidgenössische Technische Hochschule. ETH ist keine Eigenbezeichnung der Zürcher Hochschule, sondern Name aller technisch-wissenschaftlichen Universitäten und Forschungsanstalten, die von der Schweizerischen Eidgenossenschaft, sprich vom Bund, geführt werden. Ihm gehören noch die die École polytechnique fédérale de Lausanne, das Paul Scherrer Institut, die Eidgenössische Forschungsanstalt für Wald, Schnee und Landschaft, die Eidgenössische Materialprüfungs- und Forschungsanstalt und die Eidgenössische Anstalt für Wasserversorgung, Abwasserreinigung und Gewässerschutz an. Führungsorgan des ETH-Bereichs ist der ETH-Rat. Er legt unter anderem die strategische Ausrichtung des Bereichs fest, übt die Aufsicht über den ETH-Bereich aus, teilt den einzelnen Institutionen die Mittel des Bundes zu und wählt die Professoren der ETH Zürich.

Neben den beiden in Trägerschaft des Bundes befindlichen Hochschulen in Zürich und Lausanne gibt es mehrere in Trägerschaft des jeweiligen Kantons organisierte Hochschulen. Zu den bekanntesten gehört die Universität Bern, die insbesondere im Bereich Weltraumforschung über erhebliches internationales Renommee verfügt und unter anderem am ersten Mondflug 1969 beteiligt war. Noch heute arbeitet das Physikalische Institut eng mit der NASA und der ESA zusammen. Die Universität in Freiburg wiederum ist die einzige zweisprachige Hochschule des Landes und heißt deshalb auch Université de Fribourg. Bekannt ist die sechstgrößte Universität des Landes vor allem für die Verzahnung von Forschung und praktischer Anwendungen an der mathematisch-naturwissenschaftlichen Fakultät, was zu einem überdurchschnittlich hohen Anteil an Doktoranden führt.

Ingenieursstudium in Österreich

Schaut man nach Österreich, kommt man – über ingenieurwissenschafliche Akademikerausbildung berichtend – nicht an der TU Wien vorbei. Die 1815 gegründete Bildungsstätte ist die größte naturwissenschaftlich-technische Forschungs- und Bildungseinrichtung Österreichs – und wurde von audimax ING. bereits ausführlich porträtiert. Daher widmen wir uns jetzt der Technischen Universität Graz und der Montanuniversität Leoben, die zusammen mit der TU Wien den TU-Austria-Verbund bilden. Dieser Verbund umfasst mehr als 42.000 Studierende und 9.000 Beschäftigte. Seine Ziele sind es, Forschungsschwerpunkte und Lehrangebote abzustimmen, Kooperation in Forschung, Lehre und Dienstleistungen zu verstärken, Synergien zum Beispiel bei der Auslastung von Infrastrukturen und Bildung kritischer Massen zu nutzen und gemeinsame Positionen zu entwickeln.

Die TU Graz ist in diesem Verbund die älteste Uni. Die 1811 als Technische Lehranstalt gegründete Institution zeichnet sich unter anderem durch ein Kooperationsprojekt mit der Karl-Franzens-Universität Graz aus. Im Projekt ›NAWI Graz‹ schließen sich die naturwissenschaftlichen Fakultäten beider Universitäten zu einer sogenannten Zwillingsfakultät zusammen, in der eine Reihe von gemeinsamen Bachelor- und Masterstudien angeboten werden.

Die dritte Universität im Bunde, die Montanuniversität Leoben, ist ebenfalls eine Technische Universität und Österreichs einzige Hochschule für Berg- und Hüttenwesen mit vielen exklusiven Studiengängen, die nur in Leoben/Steiermark studiert werden können. In vielen nationalen Rankings belegt die Montanauniversität den ersten Platz, weshalb sie als Österreichs beste Technische Universität gilt. Weitere auch technisch orientierte österreichische Hochschulen sind die Universität Innsbruck, die Johannes-Kepler-Universität Linz und die Alpen-Adria-Universität Klagenfurt.

Wenn man es mit dem Begriff ›D-A-CH‹ nicht ganz genau nimmt, sondern allgemein Hochschulen im deutschsprachigen Raum betrachtet, muss man noch kurz im Fürstentum Liechtenstein vorbeischauen. Die 1961 gegründete Universität Liechtenstein ist international bekannt für ihr Studienangebot im Bereich Architektur und die einzige Hochschule des Landes mit technischer Ausrichtung.


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