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Zeitreise: Wie lebten Studenten im 18. Jahrhundert?

Universitäten gibt es in Europa bereits seit mehr als 800 Jahren. Auch die Geschichte der Studierenden reicht aus diesem Grund bis weit in die Vergangenheit zurück. Doch wie gestaltete sich das Leben der Studis im bewegten 18. Jahrhundert? Bis heute können wir zahlreiche Parallelen feststellen, die den Ruf der Studierenden bis heute entscheidend prägen.

Spiel, Wein und Gesang

Die Studierenden des 18. Jahrhunderts, die zur damaligen Zeit alle männlichen Geschlechts waren, vertrieben sich ihre Zeit bereits mit den klassischen Lastern. Besonders das Kartenspiel, welches mit hohen Einsätzen versehen war, wurde in den Wirtshäusern immer wieder ausgepackt. Natürlich handelte es sich im 18. Jahrhundert um eine illegale Spielrunde. Auch heute suchen viele Studenten den Nervenkitzel, indem sie sich etwa für die Welt der Sportwetten interessieren. Heute ist es mit dem Smartphone möglich, bequem auf die Spiele in der Champions League zu wetten. Hier gelangt Ihr zu den Quoten.

Getrunken wurde unter den Studierenden bereits vor mehr als 250 Jahren sehr viel. Das Nachtleben war insgesamt sehr stark vom Einfluss der Studenten bestimmt. Denn aufgrund der fehlenden Beleuchtung und der allgemein höheren Kriminalität trauten sich die Bürger der Städte in den Abendstunden kaum mehr aus den eigenen vier Wänden. Derweil gibt es zahlreiche Berichte darüber, wie Studenten noch bis spät in die Nacht spielten, tranken und sangen.

Grausame Aufnahmerituale

Wer sich im 18. Jahrhundert an die Universität begab, konnte sich nicht innerhalb weniger Minuten online einschreiben lassen, wie es in diesen Tagen möglich ist. Stattdessen mussten die jungen "Erstis" zunächst zu einem Gespräch bei seiner Magnifizenz, dem Rektor, erscheinen. War der Studierende dazu in der Lage, seine geistigen Kräfte unter Beweis zu stellen, folgte das Aufnahmeritual, welches nach einem alten Brauch durchgeführt wurde. In diesem Fall mussten die Studierenden bei der Dispisitio eine wenig angenehme Zeremonie über sich ergehen lassen. Es war die Regel, die Studierenden vor dem Beginn ihrer akademischen Karriere als rohes und wildes Tier aufzufassen. Erst nach dem Ritual, welches einige Schläge und Schreie aufwies, gehörten sie letztlich zur Gemeinschaft.

Gefürchtet in den Städten

Heute werden Studierende häufig als wichtige Ergänzung der städtischen Bevölkerung betrachtet. Schließlich sind sie die Zukunft des Arbeitsmarktes und können auf diese Weise den Aufschwung in eine Region tragen. Im 18. Jahrhundert herrschte jedoch eine ganz andere Wahrnehmung vor. Die Studierenden waren allesamt dazu befähigt, einen Degen bei sich zu tragen. Denn junge Männer waren generell für die Verteidigung einer Stadt verantwortlich. Durch diese Bewaffnung erhielten sie zusätzlichen Respekt in den Reihen der Bevölkerung. Doch durch die zahlreichen Exzesse, die das Leben der Studenten in der damaligen Epoche bestimmten, war ihr Ruf äußerst zwiespältig. So können wir von einer klaren Aufwertung des Renommees ausgehen, wie sie die Studenten in den vergangenen Jahrhunderten erreichten.

Zumindest in den Grundzügen zeigt sich also an der damaligen Lebensweise, in welche Richtung sich das Leben der Studierenden noch entwickeln sollte. An und für sich halten sich viele der damaligen Einflüsse noch bis heute. Glaubt man den historischen Berichten, so haben die Studierenden von heute zumindest einen größeren Arbeitseifer auf ihrer Seite, der sie hin und wieder hinter die Bücher zwingt.

Gastbeitrag


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