Spätestens seit Eröffnung der ersten Online-Casinos befindet sich ein echter Klassiker unter den Glücksspielen wieder auf dem Vormarsch. Vor allem junge Erwachsene spielen nun vermehrt Poker auf Online-Portalen, entweder aus Spaß oder in der Hoffnung auf hohe Gewinne. Schlagzeilen über junge Poker-Profis, welche bei internationalen Turnieren sechsstellige oder sogar Millionenbeträge abräumen, befeuern diesen Trend. Poker ist somit für viele Menschen mehr als nur ein Hobby. Sie träumen stattdessen davon, eines Tages hauptberuflich Poker zu spielen und davon mehr als nur gut leben zu können. Solche Summen bleiben zwar für die meisten Spieler unerreichbar, dennoch ist es durchaus möglich, auch über Online-Casinos beachtliche Summen pro Monat einzuheimsen. Viele Studenten fragen sich daher, ob sie durch das Pokern nicht eventuell sogar ihr Studium finanzieren können – quasi Poker als Nebenjob. Aber klappt das wirklich?


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Exkurs: Poker erlebt seinen zweiten Boom

Interessant ist an dieser Stelle ein kurzer Rückblick auf die Geschichte des Pokerspiels. Dessen Ursprünge gehen Gerüchten zufolge auf das frühere Persien zurück. Dort wurde angeblich ein Kartenspiel namens „As Nas“ gespielt, doch dessen Existenz wird in Fachkreisen mittlerweile stark angezweifelt. Unangefochten ist hingegen die Entwicklung des französischen „Poque“, in Deutschland „Poch“, welches später als „Poke“ ins Englische übersetzt wurde. Seit dem Jahr 1836 entwickelte sich schließlich der Name „Poker“. Bis das Spiel in den 1970er Jahren seinen ersten Boom erlebte, sollten aber noch viele weitere Jahre vergehen. Damals war die Einführung der „World Series of Poker“ der ausschlaggebende Auslöser. Nun erlebt das Glücksspiel seit dem Jahr 2003 mit der Einführung der Online-Casinos seinen zweiten Boom.

Ist Poker überhaupt legal?

Apropos Glücksspiel: Dieser Begriff wirft bei dir die Frage auf, ob Poker überhaupt legal ist? Damit stehst du nicht alleine da, denn sie beschäftigt auch die Politik anhaltend. Fakt ist, dass das Pokern als Glücksspiel zählt und somit unter den Glücksspielstaatsvertrag fällt. Diesen haben jedoch nicht alle Bundesländer unterzeichnet, sodass es auf Landesebene unterschiedliche Regelungen zum Thema Glücksspiel gibt, welche du unbedingt beachten solltest. Wer seine Zukunft also langfristig als Poker-Profi sieht, ist in Schleswig-Holstein aktuell am besten aufgehoben. Problematisch beim Glücksspiel ist, dass es viele Grauzonen gibt und sich die Gesetzgebung oftmals nicht einig in ihrer Rechtsprechung ist. Das macht sie für die Spieler komplex sowie undurchsichtig und führt bei vielen Menschen zu Verunsicherung.


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Beim Online-Poker kommt es auf das Casino an

Tatsächlich ist das Glücksspiel sowohl online als auch offline prinzipiell verboten und zwar nicht nur dessen Veranstaltung, sondern auch für die Teilnahme drohen Strafen. Einzige Ausnahme stellen Casinos mit einer entsprechenden Lizenz dar. Über eine solche Lizenz verfügen mittlerweile auch einige Online-Anbieter. Das Pokern, sei es klassisch im Casino oder bequem von Zuhause aus, kann also legal sein. Jedoch musst du den Anbieter eben sorgfältig auswählen und dich vorab informieren, ob das (Online-) Casino über eine entsprechende Konzession verfügt. Viele Anbieter von Online-Casinos sitzen aber im Ausland. Was nun? Prinzipiell ist es möglich, bei ausländischen Anbietern zu pokern, jedoch muss der Spieler oft durch Akzeptieren der AGB versichern, dass das Glücksspiel an seinem Standort erlaubt ist. Schlussendlich trägt er das Risiko also selbst. Eine strafrechtliche Verfolgung ist trotzdem, zumindest bislang, äußerst selten und noch gab es auch keine Urteile gegen (Online-) Pokerspieler. Am Finanzamt kommen sie aber trotzdem nicht vorbei, denn Gewinne durch das Pokern müssen wie jedes „normale“ Einkommen auch versteuert werden. Wer dennoch auf der sicheren Seite sein möchte, sollte schlichtweg ein lizenziertes Online-Casino auswählen.

Unseriöse Online-Casinos: Wie du schwarze Schafe erkennst

Auf inländische Casinos sowie Anbieter mit staatlicher Konzession zurückzugreifen, ist auch insofern wichtig, als dass sich auf dem Markt der Online-Casinos zahlreiche unseriöse Anbieter tummeln. Wo es um hunderte bis tausende Euro geht, ist das finanzielle Risiko bei ausländischen oder gar unseriösen Plattformen entsprechend hoch. Wenn du also davon träumst, durch das Pokern dein Studium zu finanzieren oder dem Hobby irgendwann sogar hauptberuflich nachzugehen, solltest du das betreffende Online-Casino unbedingt sorgfältig auswählen. Wie bereits erwähnt, besitzt ein seriöses sowie legales Casino eine entsprechende Lizenz des deutschen Staates. Weitere Hinweise auf Seriosität sind das Anbieten von mehreren Zahlungsmöglichkeiten wie Paypal, Lastschrift oder auch Kryptowährungen sowie Transparenz in Bezug auf AGB, Bonusbedingungen & Co. Auch eine kurze Recherche im Internet, beispielsweise in unabhängigen Testberichten, kann dir wichtige Hinweise liefern. Wenn du nun also den richtigen Anbieter gefunden hast, kannst du mit dem Pokern dann tatsächlich dein Studium finanzieren?

Pokern als Nebenjob? Jein!

Während viele Studenten ihr Studium durch klassische Nebenjobs als Aushilfe finanzieren, greifen auch immer mehr junge Erwachsene zu ungewöhnlichen Nebentätigkeiten, häufig über das Internet. Ein eigener Blog, die Arbeit als Online-Assistent/in oder eben das Pokerspielen in Online-Casinos, das sind dafür nur wenige von vielen Beispielen. Die Vorteile liegen auf der Hand: Geld online zu verdienen, ist orts- sowie zeitflexibel und somit optimal für Studenten. Sie können bequem von Zuhause aus immer dann arbeiten, oder eben spielen, wenn sie zwischen Vorlesungen, Prüfungen, Pflichtpraktika und anderen studentischen Verpflichtungen eben gerade Zeit haben. Ob das Pokern wirklich als Nebenjob taugt, dafür gibt es aber leider keine einfache Antwort. Hier sind nämlich zwar durchaus (hohe) Gewinne möglich, jedoch ist auch die Konkurrenz groß.

Online-Poker in Deutschland beliebter als Sportwetten

Laut einer Studie der Universität Hamburg spielten allein im Jahr 2011 rund 580.000 Deutsche Poker in Online-Casinos. Damit ist Deutschland im internationalen Vergleich der zweitgrößte Markt für Online-Poker. Weltweit liegt die Zahl bei rund sechs Millionen Online-Spielern. Insgesamt machen die Casinos damit einen Umsatz von 3,6 Milliarden US-Dollar, so hoch sind also die Verluste der Glücksspieler. Auf den ersten Blick denkst du nun bestimmt: Poker? Nein, danke! Doch die Studie hat noch ein weiteres interessantes Ergebnis geliefert: Für die durchschnittlichen Verluste von 650 US-Dollar pro Spieler und Jahr in Deutschland sind vor allem zwei Gruppen verantwortlich: Die Spielsüchtigen sowie die Poker-Profis, welche die Verluste in der Regel durch mehrfache und hohe Gewinne wieder wettmachen. Wer also am Ende tatsächlich der Verlierer und besonders gewinnbringend für die Casinos ist, sind die Süchtigen. Damit ist rund ein Prozent der Spieler für 57 Prozent der Verluste verantwortlich. Eine traurige Bilanz.

Fazit: Poker als studentischer Nebenjob: ja oder nein?

Alles in allem ist Pokern ein Hobby, welches mit entsprechender Expertise zu durchaus beachtlichen Gewinnen führen kann. Allerdings ist dafür eine Menge Übung notwendig und eine Garantie gibt es niemals. Wer im Pokern also entsprechend gut ist, für den kann das Spiel durchaus einen attraktiven Nebenverdienst darstellen, auch im Studium. Die gesamte Studienfinanzierung auf dem Pokern aufzubauen, ist hingegen weniger sinnvoll. Denn dann wäre das finanzielle Risiko bei Verlusten zu hoch. Die Deckung der Lebenshaltungskosten während des Studiums sollte daher anderweitig garantiert sein, beispielsweise durch Bafög. Zudem sollten sich die Betroffenen des Suchtpotenziales bewusst sein und wer regelmäßig höhere Verluste als Gewinne einfährt, muss frühzeitig reagieren, bevor alle Ersparnisse aufgebraucht sind. Sonst tappst du unter Umständen direkt in die Schuldenfalle oder in eine handfeste Spielsucht.

Gehst du hingegen mit Verstand an die Sache heran, suchst ein seriöses Online-Casino aus und hast ausreichend Erfahrung im Pokern, kann das Hobby durchaus ein geeigneter Nebenverdienst für das Studium sein, nur eben nicht mit zuverlässigen Einnahmen wie bei einem Nebenjob im klassischen Sinne. Viel Wissen und Arbeit, so beschreiben Poker-Profis das Geheimrezept zur erfolgreichen (Online-) Poker-Karriere. Wenn das auf dich zutrifft und du tatsächlich alles in allem jeden Monat ein Plus auf deinem Konto verzeichnest, steht dem Pokerspiel als studentischer Nebenjob eigentlich nichts mehr im Weg. Viel Erfolg!

Ein Gastbeitrag von Tina Schmidt.