E-Commerce - Eine Sparte in Bewegung

Heute wissen, was Händler und Kunden morgen wollen: Im E-Commerce werden Trends gesetzt.

Frau auf Trödelmarkt mit Bilderrahmen um Körper und Arm

Um an Musik, Kleidung oder Lebensmittel zu gelangen, musst du deine vier Wände schon lange nicht mehr verlassen. Es bedarf weniger Klicks und alles landet im virtuellen Warenkorb, der dann bequem in Paketform bis an die Haustür geliefert wird. E-Commerce sei Dank! Der elektronische Handel beeinflusst unser aller Informations-, Auswahl-, und Kaufverhalten seit Jahren. Sogenannte ›pure player‹ wie Amazon, Zalando oder Mr. Spex sind ausschließlich im Netz tätig und mit dieser Strategie äußerst erfolgreich.

Online Handel vs. stationärer Handel

Der stationäre Handel kann da lange nicht mehr mithalten. Flexible Lieferorte, bessere Preisvergleichsmöglichkeiten und Öffnungszeiten rund um die Uhr – kein Geschäft kann das leisten. Zwar gibt es kaum einen Händler oder Dienstleister, der nicht auch einen Onlineshop betreibt und dadurch seinen traditionellen, stationären Vertriebskanal ergänzt, der Knackpunkt aber liegt darin, einen größeren Kundenkreis anzusprechen und sogar Käufer, die bisher den stationären Handel bevorzugt haben, zum Onlinekauf zu bewegen.

»Im Onlinehandel lassen sich Kunden sehr viel individueller ansprechen. Wer als Händler heute erfolgreich sein will, sollte seine Produkte über mehrere Kanäle vertreiben, da Kunden die Freiheit einfordern, selbst zu entscheiden, wo sie sich informieren, wo sie Produkte kaufen und wo sie diese zurückgeben«, erklärt dr. Evgeni Ivanov, Director Engineering bei Intershop Communications, einem international tätigen Anbieter von E-Commerce-Lösungen.

Mark Holenstein, Vice President Central Europe beim Münchner Softwarehersteller hybris, empfindet zusätzlich die rasante technische Entwicklung als äußerst spannende Herausforderung für die Softwareentwicklung:

»Die Netze werden immer besser, die Anwendungen immer attraktiver und die Endgeräte immer intelligenter.«

Benutzerfreundlichkeit und Barrierefreiheit stehen hoch im Kurs

Für Entwickler gibt es also viel zu tun: Neue Funktionen müssen fix erfunden, umgesetzt und integriert, Verkaufskanäle entdeckt und erschlossen und Serviceangebote organisiert werden. Das eigentliche Shopsystem verliert an Wichtigkeit – dafür rückt die E-Commerce- Architektur in den Vordergrund. Intuitive Navigation, Schnelligkeit, eine gute Suchfunktion und die Kompatibilität mit mobilen Endgeräten sind Voraussetzungen für den Erfolg eines Onlineshops. Die Verknüpfung und Abstimmung der verschiedenen Vertriebskanäle stationärer Handel, Onlineshop, Social Media und Mobile Commerce dürfen dabei nicht in Vergessenheit geraten. Durch Multichannel- Lösungen wollen Berührungspunkte zu verschiedensten Käufergruppen geschaffen werden. Die Komplexität wächst dadurch zwar, gleichzeitig sei es laut Mark Holenstein für Händler jedoch zwingend notwendig, eine konsistente Kommunikation über alle Vertriebskanäle hinweg zu gewährleisten. Damit Onlinehändler diesen Ansprüchen tatsächlich gerecht werden können, müssen ihre E-Commerce-Lösungen auf Angebot und Kunden zugeschnitten, effizient, leicht bedienbar und wirtschaftlich sein.

Akuter Fachkräftemandel im Bereich E-Commerce

Für die Umsetzung fehlt es aber noch an Spezialisten. Wie viele andere Branchen im IT-Bereich leidet auch die Softwareentwicklung unter Fachkräftemangel. Eine Studie, die der Bundesverband digitale Wirtschaft (BVdW) in Kooperation mit der Macromedia Hochschule für Medien und Kommunikation (MHMK) durchführte, zeigt, dass 75 Prozent der E-Commerce- und Internetdienstleister, Agenturen und Softwareanbieter händeringend auf der Suche nach Berufseinsteigern sind. Gefragt sind vor allem Absolventen der Studienrichtungen Informatik, Wirtschaftsinformatik, Informationstechnik oder Wirtschaftsingenieurwesen. »Zentral für die Softwareentwicklung sind gute Java- Kenntnisse. Für bestimmte Stellen freuen wir uns bei hybris – neben dem generellen IT-Know-how – außerdem über Absolventen der Betriebswirtschaftslehre mit Schwerpunkt Marketing oder Projektmanagement«, betont Mark Holenstein. Ines Groß, Manager Human Resources/Recruiting bei Intershop, stimmt ihm zu und ergänzt: »Neben fachlichem Wissen sollten Absolventen erste Praxiserfahrung mitbringen, die sie durch Praktika, HiWi- oder Werkstudentenstellen gesammelt haben.« Dazu sehr gute Englischkenntnisse, Offenheit, Teamfähigkeit und Flexibilität – fertig ist der perfekte Bewerber!


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