alte Rechenmaschine

Informatiker bei Banken: So machst du Karriere!

Finanzinstitute handeln mit Bits und Bytes. Informatiker sind in der Lage, mit diesen virtuellen Werten umzugehen.

Eine Karte und vier Zahlen

Mehr ist nicht nötig, wenn man an Bargeld kommen will (vorausgesetzt, das Konto ist im Plus!). Über 55.000 Geldautomaten in Deutschland haben mittlerweile den persönlichen Gang an den Kassenschalter der Banken und Sparkassen abgelöst. Und auch der individuelle Kontakt zum (früher so umworbenen) ›Bankberater ihres Vertrauens‹ wird immer häufiger durch den heimischen PC ersetzt:

Rund 27 Millionen Bundesbürger erledigen ihre Bankgeschäfte online, jährlich wird es eine Million mehr. Dabei sind Automaten und die Eingabemasken der Banken nur die für Konsumenten sichtbare Spitze eines faszinierenden ITBerges, ohne den die Banken ihre Aufgaben nicht erfüllen könnten.

»Die Informations- und Kommunikationstechnologie hat für Finanzdienstleister eine extrem hohe Bedeutung – sie ist quasi deren Nervensystem«, betonen Professor Jürgen Moormann von der Frankfurt School of Finance & Management und Professor Günter Schmidt vom Lehrstuhl für Informations- und Technologiemanagement an der Universität Saarbrücken unisono. Banken, Versicherer und andere Unternehmen der Finanzindustrie seien heute praktisch vollständig von der Informatik abhängig. Der Grund liegt auf der Hand: »Im Gegensatz zu anderen Branchen arbeiten Banken nicht mit einem realen, sondern einem virtuellen Produkt. Und dieses Produkt ist ohne die IT nicht mehr darstellbar«, erklärt Michael Barth, Bereichsleiter Banking & Financial Services beim Branchenverband Bitkom. Für den Experten ist die IT damit nicht nur das »Herz jeder Bank«. Sie öffne (beispielsweise durch Bankautomaten oder Angebote zum Online-Banking) auch das »Fenster zum Kunden«.

Allein bei der Commerzbank arbeiten derzeit rund 4.000 Mitarbeiter weltweit in der IT

Ihre derzeit größte Herausforderung: Die Integration der Dresdner Bank.

»Bei der Arbeit in der IT muss man den Markt im Blick haben und über den eigenen Tellerrand hinaus denken«, erklärt Bastian Steubing, Gruppenleiter IT, Training & Education.

Schließlich sei IT kein Selbstzweck. Neben den reinen IT-Kenntnissen sei deshalb ein Gespür für die Kunden und deren Bedürfnisse entscheidend. Die Commerzbank suche deshalb »kommunikative, zielstrebige Menschen, die selbstständig im Team arbeiten«. Derzeit würden rund 20 Hochschulabsolventen für das Traineeprogramm ›Information Technology‹ gesucht. Das Programm startet im September, die Einstiegstermine aber sind variabel, so dass man sich jederzeit bewerben kann.

Generell dürften IT-Absolventen, die neben fundierten IT- Kenntnissen und einem möglichst breiten Spektrum an Programmiersprachen auch über eine schnelle Auffassungsgabe, Lernbereitschaft, Kreativität und Belastbarkeit verfügen, besonders gute Chancen bei Finanzdienstleistern haben. Und wer zusätzliche Vorkenntnisse etwa in den Bereichen Prozessmanagement, Outsourcing und E-Finance vorweisen kann, wird seinen Namen aller Voraussicht nach weit oben auf der Bewerberliste finden. Denn diese Bereiche dürften in Zukunft weiter stark an Bedeutung gewinnen. Allerdings sollten sich Interessenten bewusst sein, dass in Banken und Versicherungen größerer Wert auf die Persönlichkeit gelegt wird als in anderen Branchen. Das Beherrschen von Moderationstechniken sowie Präsentationsfähigkeiten sind also ebenso ein besonderes Muss, wie ein überzeugendes und korrektes Auftreten.


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