Virtuell gezeichnete Stadt, Roboter sitzt auf Hochhaus und schaut hinab

Game Designer: Was du können solltest

Ohne sie bleibt der Bildschirm dunkel: Games Designer entwickeln die Spiele von morgen

Schon Friedrich Schiller wusste: »Es ist das Spiel, das den Menschen vollständig macht.« Und tatsächlich: Schon immer wird gespielt, gezockt, gewonnen und nach dem Verlieren gewütet. Würfel, Karten, Roulette oder das ›Mensch-ärgere-dich-nicht‹ – die Spielmöglichkeiten waren dabei seit jeher vielfältig.

Und heute? Heute genießt ein Viertel der deutschen Bevölkerung das Spielen in einer ganz anderen Dimension – nicht vor dem Spielbrett, sondern vor dem Bildschirm. Am liebsten tauchen sie dabei in völlig neue Welten ab. Doch die kleinen Fluchten aus unserem Alltag entstehen zu lassen, ist harte Arbeit – und ein spannendes Tätigkeitsfeld in der Informatikbranche.

Eine rasant wachsende Branche

Gerade in den letzten Jahren hat sich die Gamesindustrie rasant entwickelt. Neben Computer- und Konsolenspielen werden nun auch vermehrt Browser- und Handyspiele von den Nutzern in Anspruch genommen. Hinzu kommt, dass »die Spiele immer komplexer werden, da die Hardware unaufhörlich besser wird und die Forschung in der Computergrafik regelmäßig neue Verfahren erfindet.

Auch ›Serious Games‹ sind ein wichtiger Zweig und werden inzwischen in so gut wie allen Industriezweigen zum Training eingesetzt«, weiß Prof. Dr. Christian-Arved Bohn von der Fachhochschule Wedel. Schon seit den 1980er Jahren begeistert er sich für die Welt der virtuellen Realität und rief schlussendlich im Jahr 2014 den Studiengang ›Computer Games Technology‹ ins Leben, nachdem er selbst schon früh Computerspiele entwickelt hat und lange mit großen Computerspielefirmen zusammenarbeitete.

Die Multitasker unter den Informatikern

Seine Studenten sind versierte Informatiker, allerdings ist in seinen Augen grundlegendes Wissen über den gesamten Produktionszyklus eines Spiels unabdingbar für eine Karriere in der Branche.

»Unsere Absolventen sind Generalisten mit einem starken Fundament in der Informatik und der Mathematik sowie einem sicheren Spezialwissen in Computerspielen«, erläutert er und betont, dass durch steigende Anforderungen der User auch die Herausforderungen für die Entwickler immer größer würden. Das bestätigt auch Colin Sabry, der im Game Design bei der upjers GmbH, einem Browsergame-Unternehmen, tätig ist.

»Game Designer sollten breitgefächertes Wissen und Fähigkeiten mitbringen. Das geht von der Konzeptionierung der Spielemechaniken über das Balancing der Spielewerte bis hin zur Fehleranalyse«, erläutert er.

Bugs und Features müssen schnell und reibungslos korrigiert werden, weshalb Flexibilität und ein schnelles Reaktionsvermögen wesentliche Eigenschaften für Game Designer sind.

Gesucht: Teamplayer mit Durchhaltevermögen

Der Markt ist viel kompetitiver geworden, erklärt der 27-Jährige und auch Christian-Arved Bohn weiß, dass ein Produkt-Flop in der Branche durchaus den Ruin eines Unternehmens bedeuten kann. Schon allein deshalb ist die »Mitarbeit in der Spieleentwicklung sehr leistungs- und termingetrieben.

Diesem Druck muss man gewachsen sein«, erklärt er und fügt im gleichen Atemzug hinzu, dass dabei aber das fesselnde Ziel, ein erfolgreiches Spiel zu erschaffen, jederzeit ein guter Motivator ist. Neben Konzentrationsfähigkeit und Zielbewusstsein sollten Absolventen auch Offenheit und Anpassungsfähigkeit mitbringen, da die Entwicklung im Regelfall in großen Teams stattfindet.

»Kommunikation ist das A und O«, bestätigt Colin Sabry. Er weiß, dass im Spiel einfach alles voneinander abhängig ist. »Wenn man nur das kleinste Detail ändert, fällt das ganze Kartenhaus zusammen.«

Wenn Designer, Grafiker, Frontend- und Backendentwickler an einem Strang ziehen sollen, kann die Zusammenarbeit im Team entscheidend für den Erfolg des Projekts sein.

Wer sich jedoch kreativ und kritisch mit den Spielen auseinandersetzen möchte und echtes Interesse an der virtuellen Realität hat, auf den warten selbst in einer hart umkämpften Branche wie der Gamesindustrie vielfältige Möglichkeiten. Denn, wie Prof. Dr. Bohn versichert:

»Mit Motivation qualfiziert man sich auch für schwierige Arbeitsmärkte.«


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