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geralt / pixabay

Future Mobility: So gestalten Itler den Verkehr von morgen

Bequem, Flexibel und sicher soll die Mobilität von morgen sein – wie ITler dafür sorgen, dass dies Wirklichkeit wird, liest du hier

Michaels Wecker klingelt, die Weckzeit hat sein Smartphone anhand der Verkehrslage auf seinem Arbeitswegs errechnet. So kommt er trotz Stau noch pünktlich zum Termin. Denn die App rät ihm, besser die S-Bahn zu nehmen – das Ticket hat er bereits auf sein Smartphone geschickt bekommen. Nach dem Meeting geht sein Flug nach Berlin, das nächste Carsharing-Elektrofahrzeug steht nur eine Straße weiter, das zeigt sein Smartphone an. Das Navi lotst ihn über eine Alternativroute, da hat er grüne Welle. Entspannt kommt er am Flughafen an und weiß schon, dass in Berlin ein Taxi für ihn bereitsteht.

Sei flexibel

So bequem und flexibel kann Fortbewegung in Zukunft sein – wenn wir vernetzt sind. Dabei reicht es jedoch nicht aus, wenn nur Fahrzeuge untereinander oder mit Ladesäulen kommunizieren. Vielmehr müssen alle Verkehrsteilnehmer und -anbieter miteinbezogen werden. Denn das Ziel von Connected Mobility ist einer Studie von Roland Berger zufolge, Planung, Buchung und Bezahlung aller Verkehrsmittel einer Reise über einen Anbieter, einen Mobilitätsmanager, zu steuern. So sollen Pendler und Reisende in Echtzeit und ortsgebunden die Entscheidung fällen können, welcher Verkehrsträger sie auf dem besten Weg zum Ziel bringt. Hierfür müssen die Beteiligten wie Autohersteller, Verkehrsverbünde, Bahnen, Airlines, Telekommunikationsanbieter, Internetunternehmen und Technologieanbieter zusammenarbeiten, denn es ist nicht nur essenziell, dass Verkehrsinformationen in Echtzeit für jeden Nutzer verfügbar sind, sondern auch, dass Verkehrsmittel und Infrastruktur intelligent vernetzt sind.

»Die aktuellen entwicklungen werden die Automobilindustrie und die Gesellschaft revolutionieren.«

Jochen Frey, Wirtschafts- und Finanzkommunikation, BMW Group

Sei frei

Wenn wir dieses Modell noch eine Stufe weiterdenken, sitzt Michael nicht am Steuer des Carsharing-Fahrzeugs, sondern lässt sich vom hochautonomen Fahrzeug zum Flughafen fahren, während er noch ein Manuskript durchliest. Ganz so abwegig scheint diese Vorstellung nicht zu sein, plant doch beispielsweise BMW, 2021 sein erstes autonom fahrendes Fahrzeug auf den Markt zu bringen. Damit dies Wirklichkeit wird, arbeiten Softwareentwickler wie Alexander Metz mit Hochdruck an der Künstlichen Intelligenz für das hochautonome Fahren. Der Machine Learning Engineer kennt die Herausforderungen, die gerade urbane Umfelder mit sich bringen:

»Wir stoßen bei den Versuchen, mit regelbasierten Ansätzen die Umwelt zu verstehen und zu intepretieren an unsere Grenzen, da das Umfeld zu variabel ist. Daher verwenden wir Machine-Learning-Ansätze, um die Handlungen der anderen Verkehrsteilnehmer einzuschätzen und die Reaktion des eigenen Fahrzeuges zu steuern.«

Das hochautomatisierte Fahren als Herausforderung

An der Entwicklung einer Software für das hochautomatisierte Fahren sind verschiedene Spezialisten beteiligt, neben Softwareentwicklern auch Datenmanager. Schließlich muss die Fülle an Daten für die Machine-Learning-Ansätze korrekt verwaltet werden. Außerdem gilt es, die Schnittstelle zur Serienproduktion zu bilden:

»Die projektplangetriebene Arbeit in der klassischen Automobilindustrie mit unseren agilen, iterativen Entwicklungsmethoden zu vereinen, ist nicht immer einfach«,

erklärt Metz.

Die viel größere Herausforderung sei aber, die funktionale Sicherheit der Software auch in den absurdesten Randfällen sicherzustellen.

»Daher müssen wir die aktuellen Methoden um statistische Methoden erweitern, damit wir unsere Modelle mit großen Mengen an Daten testen und verifizieren können.«

Sei sicher

Gerade durch autonome beziehungsweise teilautomatisierte Fahrzeuge sollen Unfälle vermieden werden. Die Kampagne ›bester Beifahrer‹ des Deutschen Verkehrssicherheitsrates weist auf die Vorteile von Fahrerassistenzsystemen hin: 91 Prozent der Verkehrsunfälle mit Personenschaden sind auf das Fehlverhalten der Beteiligten zurückzuführen. Fahrerassistenzsysteme warnen frühzeitig vor kritischen Verkehrssituationen und können potenziell die Anzahl schwerer Verkehrsunfälle um die Hälfte reduzieren. Dadurch wird die Softwareentwicklung emotionalisiert, denn Entwickler wissen, dass sie einen großen Mehrwert für die Gesellschaft leisten können. Alexander Metz reizt außerdem die Möglichkeit, am aktuellen Stand der Technik und Forschung zu arbeiten:

»Da der Bereich noch sehr jung und noch im Wandel ist, haben wir als Entwickler die Möglichkeit, den technischen und organisatorischen Bereich in den Scrum-Teams mitzugestalten. Hier ist Pioniergeist gefragt«,

sagt der Softwareentwickler.

AUTOSAR als neue Software für das hochautomatisierte Fahren

Mitgestalten der Mobilität von mogen ist auch das Stichwort für ITK Engineering: Das Unternehmen arbeitet seit Oktober 2016 an der Software AUTOSAR (Automotive Open System Architecture), einer neuen Plattform für das hochautomatisierte Fahren. Die Entwicklung neuer Software erfolgt hierbei nach sogenannten Scrum-Prozessen. Christoph Riedl, Fachreferent im Bereich Methoden bei ITK Engineering erklärt:

»Beim automatisierten Fahren und der damit einhergehenden Vernetzung im Fahrzeug werden flexible Softwareplattformen benötigt, um Innovationen schnell in den Markt zu bringen. Durch unsere aktive Mitarbeit bei der Entwicklung der AUTOSAR Adaptive Platform tragen wir maßgeblich dazu bei, dass die Plattform aktuellen und künftigen Herausforderungen im Bereich Safety und Security gerecht wird.«

Hoher Bedarf an IT-Nachwuchs im Bereich Softwareentwicklung

Im Bereich Softwareentwicklung für Future Mobility besteht ein enormer Bedarf an IT-Nachwuchs. Bei BMW werden talentierte Softwareentwickler gesucht, die die Fähigkeit mitbringen, sich in komplexe Themen einzuarbeiten. Erste Kontakte in die Softwarebranchen werden genauso gerne gesehen wie die private Teilnahme an Softwareprojekten. Eine gewisse Begeisterung für Mobilität rundet das Profil ab, ist aber kein Muss:

»Ich hatte ursprünglich nichts mit der Automobilindustrie zu tun, habe mich aber so sehr für Künstliche Intelligenz interessiert, dass ich zu BMW gekommen bin. Denn die Automobilindustrie ist derzeit das spannendste Umfeld, um diese Methoden anzuwenden«,

schwärmt Alexander Metz.

 


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