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Praxischeck: App Developer

Apps bestimmen das Leben des modernen Menschen. Wie diese genau aussehen und funktionieren, das entscheiden sie: App-Entwickler. Wir haben ihnen über die Schulter geschaut.

Laryssa Maliush arbeitet als App-Entwicklerin für die Biz Factory, eine Digitalagentur, die sich auf User Experience, Design und Entwicklung von mobilen Webseiten und Apps spezialisiert hat. Maliush war nach ihrem Informatikstudium drei Jahre lang als Frontend-Entwicklerin tätig, bevor sie bei Biz Factory anheuerte, um ihr neues Ziel zu verwirklichen: noch mehr App-Projekte vorantreiben.

Frau Maliush, wie sieht Ihr Arbeitsalltag aus?

An einem normalen Arbeitstag komme ich ins Büro, setze mir meine Kopfhörer auf und schalte meine Lieblingsmusik an. Danach notiere ich mir die Tasks für den anstehenden Tag – und arbeite sie nach und nach ab.

An welchem Projekt arbeiten Sie derzeit?

Momentan arbeite ich an einem Projekt für Sportprofis – mehr Details darf ich leider noch nicht preisgeben. Hierfür programmiere ich das Frontend für die Android-Version. Ein Kollege kümmert sich derweil um die iOS-Version desselben Projekts.

Welche besonderen Herausforderungen begegnen Ihnen bei Ihrer Arbeit?

Fast jede Aufgabe bringt ihre eigenen Herausforderungen mit sich. Mit jedem Arbeitsschritt können neue Fragestellungen auftauchen, mit denen ich bisher noch nie konfrontiert wurde. Viele Lösungen finde ich dann bei der Recherche im Internet. Besonders stolz bin ich allerdings, wenn ich ganz ohne fremde Hilfe auf die Lösung komme.

Der ideale Mitarbeiter sollte …

… die Grundregeln objektorientierter Programmierung beherrschen, denn sie sind in fast jeder Programmiersprache gültig – und erleichtern es einem, eine neue dazuzulernen.

Ihr Appell an einen angehenden App-Entwickler:

Habe keine Angst davor, Neues auszuprobieren. Arbeite für Dinge, die dich wirklich interessieren, denn das bringt dich am meisten vorwärts.

 

Matthias Miro hat nach seinem Studium der evangelischen Theologie mit dem Schwerpunkt Althebräisch noch einen Bachelor in Medieninformatik begonnen. Seiner Ansicht nach ist beim Erlernen dieser Sprache ein ähnlich dedektivisches Vorgehen wie beim Programmieren erforderlich. Heute arbeitet er im Innovationsbereich der Star Finanz als Alexa-App-Entwickler.

Herr Miro, welche Projekte haben Ihren Berufseinstieg geprägt?

Anfangs habe ich vor allem Apps getestet und bin auf Bugsuche gegangen. Mein erstes Feature war eine AutoComplete-Funktion für die Sparkassen-App. Danach bekam ich mehr und mehr Verantwortung und habe in diese App zum Beispiel Google Analytics eingebaut und beim neuen Modul Kwitt, einer Geldsendefunktion in der Sparkassen-App, mitgewirkt.

Im Arbeitsalltag …

… sitze ich meistens mit den Leuten zusammen, mit denen ich gemeinsam am Projekt arbeite. Deswegen läuft die Abstimmung auf Abruf. Einmal am Tag gibt es ein sogenanntes ›Daily‹, bei dem jeder kurz den anderen berichtet, wo er gerade steht. Dann geht es natürlich ums Coden. Dabei google ich viel, zum Beispiel nach Codebeispielen.

Das sollte der ideale Mitarbeiter mitbringen:

In erster Linie Geduld und Gelassenheit. Sich die Struktur einer App zu erarbeiten, kann ziemlich anspruchsvoll und zeitintensiv sein. Kreativität ist auch wichtig, denn oft gibt es keine ›straightforward‹-Lösung. Und Flexibilität, um sich schnell an neue Betriebssysteme und an den damit einhergehenden umfassenden Technologiewechsel anzupassen.

Welche ist die größte Herausforderung bei der App-Entwicklung?

Die alltäglichen Abstürze dürfen nicht frustrieren. Und bei größeren Apps mit sehr komplexen Strukturen hilft meistens nur das Gespräch mit erfahrenen Kollegen, um sie vollständig zu verstehen. Sorgfältiges Arbeiten ist absolute Pflicht, dazu gehören die gewissenhafte Überprüfung oder das Über-die-Schulter-schauen bei der Paar-Programmierung.

Ihr Tipp für Studierende:

Viel ausprobieren und üben, üben, üben. Ein klassischer Einstieg ist sicherlich auch das Praktikum bei Firmen oder Start-ups, die Apps entwickeln. Was ich zudem auch heute noch mache: YouTube-Tutorials schauen. Da kann ich viel für den Arbeitsalltag mitnehmen.

 


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