Software-Codierung
Praxischeck Online-Bezahlsysteme: Zwei Experten aus der Praxis berichten Avanne Troar / Quelle:Fotolia

Praxischeck: Bezahlsysteme im Web

Kryptowährung, Bitcoins & Co: Dinge zu bezahlen verläuft mehr und mehr IT-basiert. Zwei Experten aus der Praxis lassen hinter die Kulissen blicken

Kryptowährung

Wer: Kay Schneidewind studiert im dritten Mastersemester Wirtschaftsinformatik und ist Werkstudent bei Pey. Das Unternehmen entwickelt Applikationen und Netzwerke, um ein intuitives Nutzen von Kryptowährungen wie Bitcoin zu ermöglichen.

Tägliche Aufgaben: Meine Aufgaben reichen von der Programmierung im Frontend-Bereich, über die Umsetzung von grafischen Designentwürfen zum fertigen Produkt, sowie Sales und das Mitbestimmen und Erdenken weiterer Schritte zur Umsetzung der Unternehmensvision bis hin zur Arbeit mit der Community. PEY gibt mir die Möglichkeit, in vielen verschiedenen Bereichen zu arbeiten und Erfahrungen zu sammeln und diese mit meinen Studieninhalten zu verknüpfen.

Dein Tipp für Einsteiger: Wenn das eigene Fähigkeitenprofil nicht vollständig alle Anforderungen abdeckt, ist es extrem wichtig, sich am besten schon vor Antritt der Arbeitsstelle darüber Klarheit zu verschaffen, ob es jemanden gibt, der als Mentor gegebenenfalls helfen kann. Einsteiger können nicht alles wissen, aber sie müssen auch nicht alles nachschlagen. Oft gibt es Ansätze aus der Praxis, die das auflösen können, was vorher einschüchternd im Wege stand.

Blick in die Zukunft: Wir arbeiten daran, die Kryptowährung Bitcoin im Alltag zu etablieren. Es ist schwer zu sagen, wohin die Reise geht, sobald diese von den Menschen angenommen wird. Werden sich die Menschen an eine Vielzahl von Kryptowährungen gewöhnen, zwischen denen beliebig im Bruchteil von Sekunden gewechselt werden kann? Werden Banken diese Umstellung mittragen oder sich streuben? Wird es Bestrebungen geben, Softwaresysteme zu bauen, die die Transparenz der Blockchain nutzen, um Korruption aufzuspüren? Wir werden es erfahren.

 

Bezahlsysteme

Über 36.000 E-Commerce-Shops wickeln monatlich mehr als vier Millionen Transaktionen per Sofort Überweisung ab. Christian Niehoff, Teamleader Frontend Organization, zur Webentwicklung bei dem Münchner Zahlungsanbieter für das sichere Kaufen von Waren und digitalen Gütern im Internet.

Besondere Herausforderungen für die Entwicklung von Bezahlsystemen: Damit Bezahlsysteme möglichst einfach in einen Onlineshop integriert werden können, müssen Plugins für standardisierte Shopsysteme und leistungsfähige APIs für individuelle Shopsysteme bereitgestellt werden. Weiterhin müssen die Prozesse wie Bezahlen oder Rückbuchung möglicher Gutschriften automatisiert und für den Händler transparent ablaufen. Die größte Herausforderung bei der Programmierung ist, dass das Bezahlen für den Endkunden mit seiner Bank einfach funktioniert und vor allem sicher ist.

Trends in der Entwicklung von Bezahlsystemen: Der Trend geht stark zu mobilen Apps und zu viel mehr Javascript und mehr dynamischem Inhalt auf Webseiten. Des Weiteren setzt sich aufgrund besserer Skalierbarkeit die Modularisierung von Anwendungen immer weiter durch, das heißt, der Fokus liegt eher auf dem Aufbau einer (Micro-)serviceorientierten Anwendungslandschaft. Verbraucher wünschen sich, Bezahlungen einfacher und schneller – Stichwort ›One-Click Payments‹ –, gleichzeitig aber auch flexibler durchführen zu können. Innerhalb der Klarna Group arbeiten wir daher auch verstärkt an Zahlung nach Warenerhalt, Ratenkauf, Zahlpause und mehr.

Tipps für Interessierte: Von Vorteil ist es, wenn sich Studierende bereits während des Studiums mit Themen der Web-entwicklung auseinandersetzten, die nicht unbedingt im Lehrplan vorkommen, wie zum Beispiel Javascript, CSS, Responsive Design. Nebenher eigene kleine Projekte zu starten, ist sicher auch eine gute Idee. Mitbringen sollten Absolventen unter anderem Programmiererfahrungen mit hohen Programmiersprachen wie Java und PHP sowie Teamgeist und eine analytische Denkweise.


Anzeige

Anzeige