Bild: Charles Deluvio/ unsplash

Die IT-Beratung von Morgen

Einmal digitalisieren, bitte: Was verändert sich in der IT-Beratung, gibt es neue Trends und wie sieht die Zukunft des Consultings aus? Die Antworten liefern hier die, die es wissen müssen.

Deutschland digitalisiert sich: Von Video Streaming, Industrie 4.0 oder Anwendungen im Auto, bis hin zur Cloud-Software. Ganz oben auf der Digitalisierungswelle reiten die IT-Unternehmensberatungen. Dank der riesigen Nachfrage und den getätigten Investitionen blicken sie auf Wachstumsprognosen von jenseits der Zehn-Prozent-Marke.

Mehr als interner Dienstleister

Dr. Nico Gödel, Head of Business and Technology Solutions – Manufacturing Sector bei Capgemini Deutschland, erkennt einen klaren Wandel in der IT-Beratung, der sich innerhalb der letzten Jahre vollzogen hat: »Die IT wird nicht mehr nur als interner Dienstleister und Kostenfaktor gesehen, sondern hat sich zu einem Geschäftspartner und Enabler entwickelt«, so Gödel.

Ricarda Renner, Managerin IT-Strategie bei Accenture, stimmt ihm zu: »Die IT wird immer mehr zum Partner auf Augenhöhe und ist nicht mehr nur abwickelnder Dienstleister.« Auch Eva-Maria Kynast, Associate Consultant bei Adesso, stellt fest, dass sich die Kundenwünsche in den letzten Jahren weiterentwickelt haben – verstärkt in Richtung Agilität: In kurzen Sprints werden Teilziele festgelegt, die sicherstellen sollen, dass das Projekt auch tatsächlich funktioniert. »Zu Beginn weiß der Kunde meist noch nicht zu hundert Prozent, welches Ergebnis er am Ende tatsächlich haben möchte, deshalb ist agiles Vorgehen bei uns sehr wichtig«, fasst sie zusammen.

Fakt ist, dass sich die Unternehmen mit zunehmender Geschwindigkeit transformieren. Warum das so ist und was sie antreibt, weiß Renner von Accenture: Sie wollen agiler und innovativer werden und ihr Angebot neu ausrichten – kurz: den Anschluss nicht verlieren.

Wachstumsfelder im Blick

Für die Zukunft sieht Dr. Gödel von Capgemini weitere Wachstumsfelder: »Neben datengestützten Echtzeit-Analysen und -Entscheidungen sind auch die Themen Künstliche Intelligenz, Cloud-Migration, Cybersecurity, Internet of Things und User Experience sehr gefragt.« Stephan Anpalagan, Practice Lead ›New Work‹ bei MHP, geht im Hinblick auf die Zukunftsfelder sogar noch ein Stück weiter: »Nicht nur IT selbst, sondern vor allem die Organisation mitsamt ihren Prozessen muss an die Zukunft angepasst werden«, so der Experte.

Julia Lortz, Senior Consultant bei BCG Platinion, hat noch einen weiteren Trend ausgemacht: den Umstieg der Unternehmen auf S/4 HANA. Dieser birgt aber auch Schwierigkeiten, denn diese Transformationsprojekte seien für keinen Kunden ein leichtes Unterfangen. »Hier ist viel SAP-Expertise und ein exzellentes IT-Projekt- oder Programmmanagement gefragt«, so Lortz. Auch Renner von Accenture steht immer wieder vor solchen Transformationsprojekten. Immer dann, wenn Mitarbeiter direkt betroffen sind und schon während des Projekts ein gutes Change Management stattfinden muss, seien solche großen Projekte besonders herausfordernd.

Die Suche nach dem Sinn

Allerdings verändern sich nicht nur die Angebote der Kunden, sondern auch die Inhalte: »Die Frage nach der unternehmerischen Verantwortung und dem gesellschaftlichen Mehrwert spielt eine immer größere Rolle – das gab es früher in dieser starken Ausprägung nicht«, erklärt Anpalagan von MHP. Unternehmen würden jetzt nicht mehr nur nach Optimierung oder Effizienzsteigerung suchen, sondern auch Sinnfragen diskutieren: Inwiefern ist das, was wir machen, nachhaltig? Wie liefern wir das beste Ergebnis für unsere Region? Und wie steigern wir die Zufriedenheit und Lebensqualität von Mitarbeitern, Kunden und Zulieferern? Gerade wegen dieser vielfältigen Herausforderungen ist sich Anpalagan sicher: »Es gibt kaum eine Branche oder Funktion, die so viel Freiheit, kreatives Arbeiten und Abwechslung bietet wie die Beratung – und das ist fantastisch!« 


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