Digitale Transformation: Was der Wandel bedeutet

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Unternehmen müssen auf den Zug der Digitalisierung aufspringen, um wettbewerbsfähig zu bleiben

Mal eben von unterwegs den Status deiner Onlinebestellung checken oder Musik aus der Cloud hören – ohne digitale Transformation wäre das nicht möglich. Auch für Unternehmen bringt die zunehmende Digitalisierung viele neue Möglichkeiten, aber auch Aufgaben mit sich.

»Die Digitalisierung ist ein Schnellzug in die Zukunft – entweder man springt auf oder bleibt am Bahnsteig stehen«, prophezeit Dagmar Stöckl, Leiterin Data Analytics bei Payback Deutschland.

So war es auch schon bei vergangenen Innovationen, in der ersten industriellen Revolution waren es beispielsweise die Kutschenhersteller, die dem vorbeifahrenden Zug hinterher schauten, der in Richtung Automobil fuhr.

Im Moment hinkt der gesamte Sektor der öffentlichen Verwaltung hinterher. Obwohl in diesem Bereich die Digitalisierung die meisten Vorteile bringen könnte, seien dort am wenigsten Entwicklungen zu beobachten, so Christoph Bornschein, im privatwirtschaftlichen Bereich sei dagegen schon viel im Gange. Der Geschäftsführer der Agentur für digitale Transformation ›Torben, Lucie und die gelbe Gefahr‹ (TLGG), begleitet Marken und Unternehmen ins und durchs Zeitalter digitaler Kommunikation. Bei ihrer täglichen Arbeit erleben sie zum einen große Konzerne, die neue Technologien und Prozesse ausprobieren, auch wenn sie dafür ihr Geschäftsmodell umkrempeln müssen, zum anderen gibt es jedoch auch die, denen es genügt, langsam mit einer Facebook-Fanpage anzufangen.

Was bringt die digitale Transformation?

Wir können im Moment kaum abschätzen, was uns die digitale Transformation im Privatleben bringen wird – wahrscheinlich mit der App steuerbare Waschmaschinen, Staubsauger und Kaffeeautomaten – wir lassen es einfach auf uns zukommen. Unternehmen aber können nicht einfach abwarten, sonst fährt der eben genannte Zug ohne sie ab. Sie müssen den Prozess aktiv mitgestalten mit einer klaren Strategie und Zielsetzung.

Dabei geht es darum, sich von Traditionen und Routinen zu verabschieden und neue Wege zu gehen, in technologischer, aber auch in Hinsicht auf Verhalten und Einstellungen. Für viele Unternehmen bedeute dies oft ein komplettes Umdenken in ihrer Gesamtstrategie und immense Ivestitionen in ihre Zukunft, fügt Stöckl hinzu. Diese Investitionen sind jedoch durchaus notwendig, um ein Unternehmen langfristig wettbewerbsfähig zu machen. Schließlich sind laut Bornschein die offensichtlichsten Vorteile, die durch die digitale Transformation entstehen: Effizienzsteigerungen, genaue Zielgruppenidentifizierung, gutes Kundenmanagement und perfekte Produkte und Leistungen. Da sagt natürlich kaum ein Unternehmen nein, aber dennoch bleibt die Angst vor Veränderungen. Den Schritt zu gehen, bewährte und funktionierende Prozesse und Produkte aufzugeben, um etwas neues, unerprobtes zu versuchen, kostet viel Überwindung. Gleichzeitig darf man nicht den Fehler machen, Digitalisierung »als schnellen Schlüssel zum nie dagewesenen Erfolg zu begreifen, sondern zunächst als einen Schritt zur Existenzsicherung«, betont der Geschäftsführer von TLGG. Solch ein Umstellungsprozess erfordert auf der einen Seite die Suche nach neuen Mitarbeitern mit entsprechendem Know-how, auf der anderen Seite müssen auch langjährige Mitarbeiter mit Veränderungen rechnen. Bei Payback spielen die Themen Vernetzung und Wissenstransfer zwischen den einzelnen Fachabteilungen eine zentrale Rolle – der Trend geht immer mehr in Richtung Digitales Office.

Schließlich müssen Daten und Materialien immer und überall von allen Beteiligten abrufbar sein. Die Digitalisierung zieht sich durch alle Abteilungen, »von der Personalabteilung, die Akten digitalisiert bis hin zum Bereich Mobile, bei dem unser Fokus liegt«, fasst Stöckl zusammen. Ganz konkret hat sich das Unternehmen Payback »vom klassischen Bonusprogramm mit Plastikkärtchen hin zur größten Multichannel-Marketingplattform entwickelt, die 25 Millionen Kunden alle Kanäle anbietet: offline, online und mobile«, erklärt die Expertin. Schließlich haben sich durch die Digitalisierung auch die Nutzungsgewohnheiten und das Konsumverhalten der Kunden verändert.

»Kunden kaufen Second-Screen vor dem TV, nutzen Mobile-Shopping über Apps oder nehmen die individuelle Beratung der Lieblingsboutique um die Ecke in Anspruch. Kurz: Sie kaufen überall ein, zu Hause, im Geschäft oder mobile«, so Stöckl weiter. Diese Veränderungen müssen sich die Unternehmen zu eigen machen.

Was bedeutet die digitale Transformation für uns?

Für die Endkunden bedeute die digitale Transformation in den meisten Fällen eine schnelle, unkomplizierte und effiziente Bedürfnisbefriedgung, versichert Bornschein, daher ist die Grundstimmung gegenüber der digitalen Transformation in der Gesellschaft durchaus positiv. Ein Thema, das jedoch immer wieder für Unsicherheit sorgt, ist die Datensicherheit. Unternehmen müssen sich der Verantwortung bewusst sein, die sie mit der Verwendung und Speicherung der Daten einhergehen. Auch bei Payback spielt Datensicherheit eine große Rolle.

Das Unternehmen setzt auf Standards, Verschlüsselungen und einer Sicherheitsarchitektur, die auch Banken verwenden. Außerdem setzen sie auf eine offene Kommunikation mit dem Kunden, damit dieser weiß, was gespeichert wird und wie die Daten Verwendung finden. Eine gewisse Unsicherheit wird im Moment dennoch bleiben, zu aktuell sind Hackerangriffe auf große Unternehmen. In diesem Bereich haben Unternehmen und auch die Regierung noch einiges an Arbeit vor sich, um die digitale Welt noch sicherer zu machen.

Mehr als nur Facebook und Twitter

Was können wir und die Unternehmen nun wirklich von der digitalen Transformation erwarten? »Digitale Transformation bedeutet zwar, dass alles besser, schöner, effizienter, nachhaltiger und schlauer wird, dennoch heißt das noch lange nicht, dass das ein Automatikversprechen ist, das sich von allein erfüllt, wenn man nur seine Fanpage pflegt«, betont Bornschein von TLGG. Eine kluge Digitalstrategie, die Onlinekommunikation, Kundenmanagement, Unternehmensphilosophie, die Ausgestaltung der Wertschöpfungskette und das Produktportfolio vereint und gegenwartsfähig macht, sollte jedes Unternehmen vorweisen können, das auf den Zug der digitalen Transformation aufspringen möchte, rät der Experte.

Eva Ixmeier

Dieser Text stammt aus der Feder von:

Eva Ixmeier

ixmeier(at)audimax.de
Telefon: 0911-23779 24

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