European Youth Award: Mit IT die Welt verbessern

Birgit Kolb betreut den European Youth Award, einen Wettbewerb für innovative und soziale digitale Projekte

Frau Kolb, wie würden Sie den European Youth Award (EYA) in Ihren Worten beschreiben?
Der EYA ist ein europaweiter Wettbewerb für alle jungen Menschen, die digitale Technologien für einen guten Zweck einsetzen. Die Idee dazu hatte unser ehrenamtlicher Vorstand Professor Peter A. Bruck. Jeder, der ein digitales Projekt mit ökologischer, sozialer, kultureller oder ökonomischer Zielsetzung bearbeitet und außerdem unter 30 Jahre alt ist, kann sich bei uns bewerben. Alle eingereichten Projekte werden im Sommer von einer Expertenjury evaluiert, und die Gewinner werden zu einem großen Event nach Graz eingeladen.

Können Sie an ein oder zwei Beispielen darstellen, welche Kategorien das sind?
Aber gern. Im Grunde wollen wir die größten Herausforderungen Europas abbilden und Menschen dazu animieren, in einem der verschiedenen Bereiche konkrete Maßnahmen zu ergreifen. Eine der neuen Kategorien ist ›Healthy Life‹. In ihr dreht sich alles um digitale Projekte zu Gesundheit, aber auch zu Fragen der gesunden Ernährung, die in Wohlstandsgesellschaften drängende Probleme sind. Fitness und Sport wären auch Themen für ›Healthy Life‹, wenn etwa Apps entwickelt werden, die Leute dazu bringen, sich mehr zu bewegen und öfters raus an die frische Luft zu gehen. Eine andere Kategorie wäre zum Beispiel ›Future Living‹, ein Bereich, in dem Fragen der Mobilität, des nachhaltigen Tourismus und der urbanen Stadtentwicklung verhandelt werden.

Welchen Umfang muss ein Projekt eigentlich haben, damit es für den Award überhaupt in Frage kommt?
Eine fixe Idee allein reicht wahrscheinlich nicht aus, oder? Nein, es muss ein umgesetztes Projekt sein, das digitale Technologien verwendet. Wir machen kaum Vorgaben zur Form, ein sehr originelles Video oder eine interaktive Installation können ebenso eingereicht werden wie eine Website oder eine App. Ausgezeichnet werden in der Regel aber schon solche Projekte, die einen hohen Interaktivitätsgrad aufweisen, die sehr userfreundlich sind und hinter denen eine sehr innovative Idee steckt.


»Wir diskutieren große europäische Probleme.«


Geben Sie mir doch einmal ein Beispiel für eine solche innovative Idee: Welches Projekt hat im letzten Jahr gewonnen?
Eines des prämierten Projekte war eine Anleitung, wie man aus Elektroschrott und einem Benzinkanister einen funktionstüchtigen Computer bastelt. Gerade für Menschen in Entwicklungsländern kann es sehr wichtig sein, Zugang zu Computern zu haben, und mit dieser Anleitung können Computer sehr preisgünstig gebaut werden. Die beiden Masterminds hinter dem Projekt geben mittlerweile schon Workshops, um Menschen zu zeigen, wie sie mit sehr wenig materiellem Aufwand zu Computern kommen.

Ganz spannend finde ich, dass Gewinnerprojekte wie dieses in einer Community diskutiert und weiterentwickelt werden. Wie genau funktioniert das?
Sobald die Gewinnerprojekte feststehen, führen wir zusammen mit Partneruniversitäten aus ganz Europa ein Projekt durch, bei dem es darum geht, dass sich Studierende online zusammenschließen, die Projekte analysieren, weiterentwickeln, Stärken und Schwächen aufzeigen und Vorschläge für eine Version 2.0 machen. Es kann also sein, dass ein Finne, ein Spanier und ein Däne zusammen eine Analyse erstellen. Sie reisen dann ebenfalls zum Gewinnerevent nach Graz an, um dort ihre Ergebnisse zu präsentieren.

Weil Sie das Gewinnerevent erwähnen: Es werden dort ja nicht einfach Trophäen überreicht...
Genau. Es ist uns auch ganz wichtig zu erwähnen, dass es keine Geldpreise gibt, da wir der Ansicht sind, dass Kontakte und Knowledge für Social Entrepreneurship wesentlich wichtiger sind als Geld. Das Gewinnerevent ist eine zweieinhalbtägige Veranstaltung mit verschiedenen interaktiven Programmformaten wie Workshops und World Cafes, und es ist eine Plattform, sich und sein Projekt zu präsentieren. Es sind Experten aus ganz Europa anwesend, die die Gewinner dabei beraten, wie sie sich und ihre Projekte weiterentwickeln können. Abgerundet wird das Event durch den Galaabend, bei dem auch die Urkunden überreicht werden.

Angenommen, ich möchte selbst einen Beitrag einreichen. Bis wann muss ich das getan haben, und mit welcher Konkurrenz müsste ich rechnen?
Im letzten Jahr hatten wir insgesamt 100 Einreichungen, allerdings rechnen wir durch die neuen Kategorien heuer mit der doppelten Anzahl. Und: Einreichungen sind noch bis zum 1. Juli möglich!


Weitere Infos und Bewerbung: www.eu-youthaward.org

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Interview mit Birgit Kolb, EYA