3 Fragen zu deiner Zukunft als Informatiker – Arbeitsmarktreport 2017

Welche Trends dich 2017 in der IT-Branche erwarten und wie deine Jobchancen stehen, liest du hier

Informatiker blicken in eine erwartungsvolle Zukunft. Denn IT-Experten werden nicht nur händeringend gesucht, sie haben direkt nach dem Studium sehr gute Einstiegschancen und können auch noch mit attraktiven Gehältern rechnen. Dr. Oliver Grün, Präsident des Bundesverbandes IT-Mittelstand (BITMi), weiß, woran das liegt: »Unternehmen benötigen dringend Fachkräfte, die über die nötigen Kompetenzen verfügen, um ihre digitale Transformation erfolgreich voranzutreiben.« Dadurch gibt es nach wie vor wenig Arbeitslose mit IT-Berufen. Im Durchschnitt seien im vergangenen Jahr rund 26.000 IT-Fachleute arbeitslos gemeldet gewesen, berichtet Susanne Lindner, Referentin der Arbeitsmarktberichterstattung bei der Bundesagentur für Arbeit. Das bedeutet: Im Vergleich zu 2015 waren etwa fünf Prozent weniger ITler arbeitslos gemeldet. Informatiker mit Fachhochschul- oder Hochschulabschluss hätten 2015 dahingehend die Nase vorn gehabt, ihre Arbeitslosenquote fiel mit gerade einmal zwei Prozent am niedrigsten aus. Und auch die Beschäftigung habe sich positiv entwickelt: »Die fortschreitende Digitalisierung hat die Beschäftigungsquote von IT-Kräften besonders stark expandieren lassen – in den vergangenen zwei Jahren um neun Prozent«, berichtet Karl Brenke vom Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung. Dass auch die Nachfrage nach neuen Mitarbeitern deutlich zugelegt hat, bestätigt Arbeitsmarktexpertin Susanne Lindner: »Im Durchschnitt waren 2016 rund 14.000 freie Stellen bei der Bundesagentur für Arbeit gemeldet. Das war knapp ein Fünftel mehr als im Vorjahr.« Und das ist auch gut so, denn das Interesse an Informatikstudiengängen wächst stetig: Laut Angaben des Statistischen Bundesamtes war Informatik im Wintersemester 2015/16 an vierter Stelle der 20 Studienfächer mit der größten Anzahl an Studenten – Tendenz steigend.
 

Gute Jobaussichten trotz steigender Studierendenzahl


Kein Grund zur Sorge, auch für künftige Absolventenjahrgänge wird es noch genügend Stellen geben: Die Ergebnisse einer Studie des Digitalverbandes Bitkom zeigen, dass die Zahl der freien IT-Stellen seit 2013 kontinuierlich gestiegen ist. Damals blieben 39.000 Stellen unbesetzt, 2016 waren es bereits 51.000. Eine Trendumkehr zeichne sich derzeit nicht ab, so Juliane Petrich vom Bitkom: »Es ist zu erwarten, dass sich der IT-Fachkräftemangel weiter zuspitzen wird. Davon profitieren gut ausgebildete Spezialisten, die in der Regel zwischen mehreren attraktiven Jobangeboten wählen können.« Gerade weil so händeringend nach qualifizierten IT-Experten gesucht wird, dauert es länger bis ein Unternehmen die von ihm ausgeschriebene Stelle besetzt. 2015 beispielsweise vergingen durchschnittlich 132 Tage bis eine Stellenausschreibung wieder bei der Bundesagentur für Arbeit abgemeldet wurde. Das waren ganze 43 Tage länger als noch im Jahr 2007.
 

Absolventen fächerübergreifender Studiengänge sind besonders gefragt


Besonders gefragte ITler sind Software-Entwickler. »Aber auch IT-Berater, weil sie zum einen ein übergreifendes Verständnis von Digitalisierung haben und zum anderen das Unternehmen und seine Potenziale kennen«, erklärt Dr. Oliver Grün, Präsident des BITMi. »Ihre Aufgabe wird es sein, neue Technologien zu verstehen, auf das eigene Unternehmen anzuwenden und das Geschäftsmodell weiterzuentwickeln.« Außerdem können sich auch ITler, die beruflich als Sicherheitsexperte, Anwendungsbetreuer oder -administrator durchstarten wollen, über gute Jobchancen freuen. Sie sind besonders bei Anwenderunternehmen gefragt, weil sie die Digitalisierung – zum Beispiel in der Automobilindustrie, bei Banken oder Versicherungen – vorantreiben. Für IT-Begeisterte lohnt es sich momentan auch mal, über den Tellerrand zu schauen und einen fächerübergreifenden Studiengang wie etwa Wirtschafts- oder Bioinformatik zu belegen: »Gerade Wirtschaftsinformatiker treffen auf einen noch attraktiveren Stellenmarkt und können mit höheren Einstiegsgehältern rechnen«, begründet Juliane Petrich, Bitkom-Bereichsleiterin für Bildungspolitik und Arbeitsmarkt, die Vorteile von IT-Studiengängen, die stark mit wirtschaft- beziehungsweise naturwissenschaftlichen Inhalten verknüpft sind.
 

Trends, die die IT-Branche bewegen


Aber welche Trendthemen werden Informatiker 2017 erwarten? Insgesamt, so vermutet Petrich, bleibe die digitale Transformation – also die Verschmelzung klassischer Branchen mit Informationstechnologie – der dominierende Trend. Inhaltliche Schwerpunkte sieht die Expertin in den Bereichen Big Data, Cloud Computing und Industrie 4.0. Auch Dr. Grün vom BITMi glaubt, dass Big Data 2017 das Trendthema schlechthin sein wird: »Schon heute dominieren Unternehmen wie Facebook und airbnb, die auf digitalen Geschäftsmodellen basieren, die weltweite Wirtschaft. Diese Entwicklung wird noch zunehmen«, begründet er seine Vermutung, »denn die Analyse und der geschäftsbringende Einsatz von Daten sind essentiell für die Weiterentwicklung neuer Geschäftsmodelle.« IT-Absolventen finden also einen sehr aufnahmefähigen Arbeitsmarkt vor.
 

So klappt’s mit dem Berufseinstieg


Die wichtigste Voraussetzung für einen erfolgreichen Berufseinstieg sei dennoch hohe Flexibilität sowie Bereitschaft zur Weiterbildung, da sind sich die Arbeitsmarktexperten von der Bundesagentur für Arbeit und vom BITMi einig. »Denn IT-Absolventen müssen in der Lage sein, sich stets an neue Herausforderungen, Sachlagen und Kunden anzupassen«, weiß Dr. Oliver Grün. Außerdem könnten Bewerber mit Soft Skills wie Kommunikations-, Team- und Kritikfähigkeit, Kreativität sowie Einfühlungs- und Durchsetzungsvermögen punkten, fügt Juliane Petrich, Arbeitsmarktexpertin vom Bitkom hinzu. Ihr Tipp für Absolventen, die sich gerade auf Jobsuche befinden, ist: »aktuelle Markttrends verfolgen«. So können Absolventen genau abschätzen in welchen Bereichen gerade besonders viele ITler gesucht werden. Dr. Grün vom BITMi empfiehlt zudem, nicht nur auf das Gehalt zu schauen: »Mittelständische Unternehmen können zwar nicht dieselben Gehälter wie Großkonzerne aufbringen, dafür aber mit Verantwortung, Respekt und Vertrauen aufwarten.«


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