Zwei Zahnbürsten in Tassen

Warum Wirtschaftsinformatik studieren – Berufschancen und Zukunftsperspektiven

Traumehe! Wenn sich Wirtschaft und Informatik zusammentun, kann nur eines dabei rauskommen: ein erfolgsversprechendes Duo!

Erfahrungen Wirtschaftsinformatik Studium

Symbiosen gibt es viele:

  • Das Faultier profitiert vom Faultierzünsler
  • Mickie Krause profitiert vom Ballermann – und umgekehrt.

Abseits dieser biologischen und populären Win-Win-Systeme könnte diese Liste beliebig – mal mehr, mal weniger sinnvoll – fortgesetzt werden. Samer Obeid führt ein weiteres Beispiel an, mit dessen Hilfe er jeden Tag zeigen kann, dass sich zwei Teile hervorragend ergänzen: Wirtschaftsinformatik.

Der 32-Jährige hat ein duales Studium der Wirtschaftsinformatik an der FH Ingolstadt und bei der Media-Saturn-Unternehmensgruppe absolviert und ist nach seinem Studium in seinem Ausbildungsunternehmen als Analyst Supplier Coordination eingestiegen. Obeid ist bei der Weiterentwicklung der Onlineshops für die Abstimmung zwischen Unternehmen und den Dienstleistern zuständig: »Dies betrifft jede Menge Features, über die es jederzeit den Überblick zu behalten gibt. Ich muss eine große Menge Informationen zu sehr vielen verschiedenen Themen präsent haben, wenn ich in Terminen intern oder mit unseren Dienstleistern überzeugen möchte. Aber gerade dieses Vertrauen und die Verantwortung, die ich schon als Berufseinsteiger übernehmen darf, machen meinen Job so spannend«, sagt Obeid, der sich in einer Schnittstellenfunktion sieht.

Arbeit als Wirtschaftsinformatiker

Schnittstellenfunktionen übernehmen die meisten Wirtschaftsinformatiker – auch wenn sich die Projekte in den jeweiligen Unternehmen zum Teil sehr unterscheiden

Gleich bleibt allen die Aufteilung in wirtschaftliche und technische Aspekte. Inwieweit sich diese individuell ausprägen, hängt ebenfalls vom Aufgabenbereich ab. Dr. Marc Christopher Gelhausen schätzt, dass der technische beziehungsweise der Informatik-Anteil seiner Tätigkeit rund 70 Prozent beträgt. Der 35-Jährige arbeitet als wissenschaftlicher Mitarbeiter beim Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR), wo er von 2003 bis 2007 promoviert hat und seitdem am Institut für Flughafenwesen und Luftverkehr tätig ist. Konkret erforscht er in einem interdisziplinären Team aus zehn Wissenschaftlern die ökonomischen und verkehrsrelevanten Aspekte des Lufttransportsystems, um Möglichkeiten für eine gesellschaftlich nachhaltige Entwicklung aufzuzeigen:

»Wir forschen an Konzepten und Lösungsvorschlägen, um das Lufttransportsystem fit für die Zukunft zu machen«, erklärt Gelhausen.

Der Hauptteil seiner Arbeit besteht darin, für praktische Problemstellungen eine Lösung mit wissenschaftlichen Methoden zu finden. »Ausgangspunkt sind in den meisten Fällen umfangreiche Datenanalysen, in der Regel mit Hilfe von Datenbanken oder Tabellenkalkulationen, um einen tieferen Einblick in das Thema zu gewinnen und erste Lösungsansätze zu erarbeiten«, führt er weiter aus und fügt an, dass darauf der eher theoretische Teil der Modellentwicklung erfolgt, in dem etablierte Methoden und Modelle zum Einsatz kommen. Entscheidend ist, diese Modelle weiterzuentwickeln, um eine optimale Lösung zu erreichen. Die Herausforderung besteht darin, dass es in der Praxis sehr viele Restriktionen zu beachten gibt, wie beispielsweise die Verfügbarkeit entsprechender Daten, die auf die Modellentwicklung Einfluss nehmen. Dafür sind Abstraktionsfähigkeit und Kreativität gefragt. Ist die Modellentwicklung abgeschlossen, folgt die Softwareimplementierung:

»Das ist besonders wichtig, da das Modell nur mit der entsprechenden Implementierung auf praktisch relevante Größen angewandt werden kann«, sagt der 35-Jährige, für den es einen ganz besonderen Reiz hat, eben kein Patentrezept für seine Aufgabenstellungen zu haben. Genau das macht Spitzenforschung in einer Forschungseinrichtung wie dem DLR aus. 

Wirtschaftsinformatik in Unternehmen

Auf die Besonderheiten seiner Arbeit angesprochen, führt Tim Altena die Größe seines momentanen Projekts an

Der Wunsch nach Großprojekten war auch der Grund, dass er sich für die Bausparkasse Schwäbisch Hall entschieden hat. Seit Anfang 2012 ist der 32-Jährige im Unternehmen tätig und leitet seitdem als Gesamtprojektleiter ein Großprojekt, das die SEPA-Fähigkeit, die Vereinheitlichung des europäischen Zahlungsverkehrsraums, der Bausparkasse sicherstellen soll. Altena, der Wirtschaftsinformatik auf Diplom studiert hat, schätzt die Projektarbeit vor allem deshalb, weil kein Tag dem anderen gleicht:

»Natürlich hat man seine Regeltermine, aber es kommen täglich neue Herausforderungen hinzu.«

Als herausfordernd stellt sich für ihn auch der Technikbereich dar: »Da ich ursprünglich aus dem Web-Umfeld komme, ist das host-lastige Unternehmensumfeld bei Schwäbisch Hall sehr spannend für mich.« Die betriebswirtschaftlichen Komponenten beschreibt der selbsternannte ›Nicht-Hardcore-Tekkie‹ in Bezug auf die Projektebene als mehr oder weniger gleichbleibendes Element, das vor allem Budgetverantwortung umfasst. 

Wirtschaftsinformatik Zukunftsperspektiven

Christine Wilds Aufgaben hingegen bewegen sind vermehrt auf der betriebswirtschaftlichen Seite

Die 23-Jährige hat sich schon früh für Wirtschaft und Luftfahrt interessiert, weshalb sie sich für ein Studium der Wirtschaftsinformatik mit Vertiefung Industrie und Logistik an der Dualen Hochschule Baden-Württemberg entschieden hat. Ihre Praxisphasen absolvierte sie bei der Lufthansa Systems AG, bei der sie nun als Referentin Account Management tätig ist. Sie betont, dass ihre tägliche Arbeit ein grundlegendes IT-Verständnis voraussetzt, um Aufgaben, Arbeitsergebnisse und jeweilige Kostensituationen bewerten zu können: »Ansonsten besteht meine Arbeit überwiegend aus betriebswirtschaftlichen Aspekten. Dabei finde ich die Preiskalkulationen, die Analyse der Kosten und den damit verbundenen Austausch mit den Fachabteilungen besonders spannend«, erklärt Wild und führt aus, dass, wenn es an die Rechnungsstellung oder den Jahresabschluss gehe, auch die rechtliche Seite von großem Interesse für sie sei. Momentan arbeitet sie an einem Großprojekt zur Umstellung des Arbeitsplatzmodells der Lufthansa auf Cloud-Technologie. Durch die vielen einzelnen Bestandteile, die für einen voll funktionsfähigen Arbeitsplatz benötigt werden, sind verschiedene Teams involviert:

»Da ich von Anfang an miteinbezogen war, habe ich einen sehr guten Überblick über die anfallenden Tätigkeiten erhalten: von der Vertragsverhandlung bis zum Roll-out und dem ergänzenden Webshop«, erläutert Wild, die als Account Manager darauf achten muss, dass die Erlöse vom Kunden kommen und die kalkulierten Kosten eingehalten werden. 

Die Einhaltung von Kosten, die Entwicklung eines Projekts nach Kundenwünschen, qualitative Arbeit oder die Umsetzung wirtschaftlicher Prozesse in Software, um damit ein Problem zu lösen: Es gibt also sehr viele Beispiele, die zeigen, dass Wirtschaft und Informatik ein wunderschönes Erfolgspärchen sind. 


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