unsplash/@soymeraki

Interne vs. externe IT-Beratung: Die Qual der Wahl

So wirken sich die Unterschiede auf die Arbeit der IT-Consultants aus

Dass die Möglichkeiten für Informatiker, in die Consultingbranche einzusteigen, so divers sind, ist natürlich super – kann aber auch zur Herausforderung werden. Überall werden Berater für digitale Fragen gesucht, sowohl interne als auch externe. Auch wenn beides Consultant-Tätigkeiten sind, unterscheiden sie sich doch in einigen Punkten. Deshalb solltest du gut überlegen, bevor du dich für eine ›Seite‹ entscheidest.

Vielfalt als externer Berater

Der Einstieg in eine externe Beratungsfirma ist für viele angehende IT-Consultants attraktiv. Für Jan Herburg, Innovation Consultant bei Salt and Pepper, hatte die Entscheidung zwei Gründe: »Zum einen erhalte ich Einblicke in unterschiedliche Branchen, zum anderen ­arbeite ich mit verschiedenen Kunden vom Mittelständler bis zum Konzern zusammen. ­Dadurch ist der Job sehr abwechslungsreich.« Für ihn liegt der Vorteil der Arbeit als externer Berater außerdem darin, als Innovationsberatung immer am Puls der Zeit zu sein und neue Konzepte, Modelle und Ansätze direkt auszuprobieren. »Einen typischen Arbeitstag gibt es nicht«, bestätigt auch Magdalena Brämswig-Cohen, Management Consultant bei Accenture: »Genau das finde ich gut. Aktuell betreue ich ein Projekt im öffentlichen ­Sektor. In der Regel bin ich Montag bis Donnerstag ­direkt beim Kunden, manchmal auch die ganze ­Woche.« Das heißt: Arbeiten von unterwegs. Berätst du global agierende Unternehmen, kannst du so fremde Kulturen und Arbeitsweisen kennen- und verstehen lernen. Flexibilität und Reiseaffinität sind also Must-haves für Berufseinsteiger, ebenso wie die Bereitschaft, nicht nur ›from nine to five‹ zu arbeiten, sondern auch mal länger oder an Wochenenden. Ob du für die Arbeit als externer Berater geeignet bist, solltest du deshalb erst mal ausprobieren: »Ich habe die ­Erfahrung gemacht, dass ein wenig ›Stall­geruch‹ nicht schadet. Berufseinsteigern empfehle ich deshalb, sich schon während des Studiums mit Praktika und Werkstudentenjobs zu beschäftigen oder nach dem Studium ein Traineeprogramm zu absolvieren«, rät Jan Herburg von Salt and Pepper.

Intensität als Inhouse-Berater

Im Gegensatz zu externen Beratern bist du als Inhouse-Consultant für ein einzelnes Unternehmen zuständig. Du kannst dich also intensiv mit dessen Problemstellungen und seiner Optimierung beschäftigen. »Als interner Berater kann ich Dinge kritischer hinterfragen und auf Nachhaltigkeit und Realisierbarkeit fokussieren. Außerdem werden Inhouse-Consultants als Kollegen in Projekten begrüßt, kennen den Kontext des Konzerns und sind stark vernetzt«, erklärt Heiner Heck, Manager Digitization Practice bei DB Management Consulting. Das heißt aber nicht, dass interne Berater immer nur für einen Bereich zuständig sind und die Arbeit eintönig werden kann: »Die Tätigkeiten sind vielfältig: Moderation von Workshops mit unseren Kunden, Analysen der konzeptionellen Fragestellungen, Entwicklung von Konzepten und Design von Services und Prozessen«, berichtet Hecks Kollege Johannes Soldner, der als Analyst Digitalisierung bei DB Management Consulting arbeitet. Wenn dir eine gute Work-Life-Balance wichtig ist, bist du wahrscheinlich besser für die interne als für die externe Beratung geeignet, denn dort hast du meist geregelte Arbeitszeiten. Ein weiterer Vorteil des Inhouse-Consultings: Du erlebst Erfolge hautnah, wie Heiner Heck erzählt: »In den vergangenen zwei Jahren war ich Teil des Projekts, das den Komfort Check-in im ICE konzeptioniert und erfolgreich eingeführt hat. So ein Produkt von der Idee bis zum Rollout zu begleiten, war eine tolle Erfahrung.«

Du siehst: Die Wahl zwischen interner und externer Beratung muss keine Qual sein – solange du dir vorher im Klaren darüber bist, was dich erwartet und wie du dir deine Tätigkeit als Consultant vorstellst.


Anzeige

Anzeige