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IT-Trends: Von IT-Sicherheit bis Künstliche Intelligenz

Trendsetter - Sicherheit, Künstliche Intelligenz und User Experience – das beschäftigt deutsche Unternehmen in Sachen Software

User Experience

Die Betrachtung der Software wandelt sich grundlegend:

»Software muss nicht mehr nur primär funktionieren und ihren Zweck erfüllen, sondern muss so entwickelt werden, dass sie eine bestmögliche User Experience liefert«,

betont Guido Baptist, IT-Abteilungsleiter beim Süßwarenhersteller August Storck.

Zentrierung auf den Anwender und auf seine Anforderungen, Bedienbarkeit und Effizienz seien in den Vordergrund gerückt.

»Daher müssen unsere Entwickler immer auch den Prozess und den Anwender nachvollziehen wollen, denn nur wenn sie verstehen, wie in den Fachbereichen gearbeitet wird, können sie auch gute und effiziente Lösungen liefern«,

erklärt Baptist.

Good to know

Außerdem ändere sich auch die Art und Weise, wie Software entwickelt wird: Clean Code, TDD, Agilität und Sicherheit in der Softwareentwicklung werden immer zentraler. Das bedeute, dass zukünftig Softwareentwickler benötigt werden, die die neuen Paradigmen der Softwareentwicklung beherrschen.

Allroundlösung

In der Banken- und Versicherungsbranche lassen sich drei Entwicklungen beobachten.

Zum einen: weg von Einzellösungen hin zu Produkten, die an die Wünsche des spezifischen Kunden angepasst werden, so Christian A. Rusche, Produktentwickler bei BSI Business Systems Integration. Sein Kollege Oliver Hechler, Community Manager Banken und Versicherungen, beobachtet zum anderen den Trend weg vom Spartendenken hin zu einem Gesamtangebot als digitaler Begleiter und Ideenbringer für Präventivmaßnahmen.

Als dritten Punkt hebt Zeno Hug, CRM-Experte bei BSI, den Datenschutz hervor:

»Das ist ein großes Thema: Banken und Versicherungen wollen vermehrt in die Cloud – dürfen aber noch nicht«,

erklärt der Experte.

Good to know

Hierbei gelte ein Minimumgesetz: Software ist nur so sicher, wie es der am wenigsten sorgfältig betrachtete Aspekt erlaubt.

»Durch gutes Software Engineering und vor allem eigenständiges, lebenslanges Lernen können wir einen entscheidenden Beitrag zu sicherer Software leisten«,

betont Wille.

Safety First

Ein übergreifendes Thema, das alle Softwareentwickler beschäftigt, ist die Sicherheit von Systemen. Je nach Einsatzgebiet der Software unterscheiden sich die Sicherheitsanforderungen:

»Bei der Arbeit mit weniger sensiblen Daten sind Sicherheitsanforderungen üblicherweise generisch. Bei hochsensiblen Daten müssen die Besonderheiten des Einsatzgebietes sehr detailliert betrachtet werden. Dies geschieht, indem das Sicherheitskonzept des IT-Systems, in dem die fertige Software arbeiten soll, auf nachvollziehbare Art vollständig und korrekt auf die zu entwickelnde Software heruntergebrochen wird«,

erklärt Alexander Wille, Senior Software Engineer bei ESG.

Grundsätzlich muss eine Software die Vertraulichkeit, Integrität und Verfügbarkeit der verarbeiteten Daten in angemessener Weise sicherstellen. Diese Sicherheitsaspekte können durch Softwarefehler, Fehlbedienung oder Angriffe von Dritten beeinträchtigt werden.

Künstliche Intelligenz

Ein sehr spannendes Zukunftsfeld ist die Künstliche Intelligenz:

»Es geht darum, dass Software entwickelt wird, die eine gewisse Lernfähigkeit besitzt: Das sogenannte Machine Learning umfasst dabei eine breite Palette von Algorithmen und Methoden, um die Leistungsfähigkeit von Software durch wachsende Datenmengen zu verbessern«,

erklärt Prof. Dr.-Ing. Peter Liggesmeyer, geschäftsführender Leiter des Fraunhofer Instituts für Experimentelles Software Engineering (IESE).

Grundsätzlich gehe es beim Machine Learning darum, aus den Daten bestimmte Entwicklungen abzulesen oder Systematiken wiederzuerkennen.

»Sobald die Software dann mit neuen Daten gefüttert wird, trifft sie die passenden Entscheidungen«,

fügt der Experte hinzu.

Verbreitete Spielarten von Machine Learning sind beispielsweise künstliche neuronale Netze, Support Vector Machine und Deep Learning.

Good to know

»Es ist schwierig, die korrekte Funktion dieser Komponenten zu garantieren, was derzeit ihren Einsatz in kritischen Anwendungen behindert«,

schließt Liggesmeyer.

So wirst du zum Trendsetter

Bleib neugierig!

»Ich rate meinen Studierenden immer, sich regelmäßig über aktuelle Trends zu informieren, die richtigen Fragen zu stellen und sich mit Experten auszutauschen«,

betont Prof. Dr.-Ing. Peter Liggesmeyer, geschäftsführender Leiter des Frauenhofer Instituts für Experimentelles Software Engineering (IESE).

Grundsätzlich sei auch der Blick in benachbarte Disziplinen von Vorteil. Denn Software ist heute allgegenwärtig. Mehr als 90 Prozent aller hergestellten Mikroprozessoren arbeiten nicht mehr in klassischen PCs, sondern in Alltagsgegenständen, Geräten und Maschinen.

»Softwareentwicklung ist eine Querschnittsdisziplin, die über alle Branchen hinweg Eigenschaften beeinflusst. Es ist ausgesprochen wichtig für Informatiker, die Schnittstellen zu anderen Disziplinen kompetent bedienen zu können«,

sagt der Experte.

 


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