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So arbeitet es sich in der VR-Entwicklung

Du hast Erfahrung mit 3D-Tools und brennst Thema Virtual Reality? Die VR-Entwicklung hält spannende Aufgaben für dich bereit

Die Haare wehen im Wind. Das Gefühl von Freiheit und Leichtigkeit breitet sich aus, während man über den Rosengarten hinweggleitet. So oder so ähnlich muss es sich wohl für die Leute anfühlen, deren Traum vom Fliegen, dank des Ganzkörper-Flugsimulators ›Birdly‹ und Virtual-Reality-Technologie (VR), real wirkt. Der Flugsimulator ist ein Beispiel dafür, dass momentan ein ganzes Ökosystem aus Sensoren und Aktoren entsteht, die im Zusammenspiel mit VR-Brillen atemberaubende virtuelle Erlebnisse ermöglichen.

Einsatzgebiete von Virtual Reality

Angefangen beim Gaming kommen nun weitere Anwendungsgebiete hinzu. Vor allem im Tourismus und in der Schulung sieht Roger Lüchinger, Geschäftsführer von Smartfactory, großes Potenzial für VR-Systeme und 360-Grad-Videos: »Kunden in einem Reisebüro könnten mit einer VR-Brille das Hotelgelände und ihre Zimmer schon vor der Buchung erkunden.« Der Anwendungsbereich Tourismus sei schon sehr weit entwickelt, so der Experte. Er empfiehlt jedem Informatiker, sich mit dem Thema VR auseinanderzusetzen. Denn künftig würden noch viele Jobs entstehen.

Josef Adersberger, Technischer Direktor (CTO) bei QAware, weiß, welche Aufgaben Softwareentwickler für VR-Systeme erwarten: »Zu Beginn eines Projekts gilt es, die Benutzerschnittstelle zu konzeptionieren.« Den Entwicklern stellen sich also die Fragen: Welche 3D-Metaphern werden genutzt? Und wie soll der Benutzer mit dem Modell interagieren können? Dann ginge es an die Umsetzung im Code. Aktuell wird für VR-Applikationen hauptsächlich mittels der Programmierplattform Unity-Engine entwickelt, heißt, in der Programmiersprache C#.

Kreative Köpfe für die VR-Entwicklung

Daher sollten Absolventen, die sich beruflich im VR-Bereich etablieren wollen, idealerweise C#-Kenntnisse vorweisen können. Aber auch Erfahrung mit 3D-Tools wie Blender seien von Vorteil, erzählt Martin Grellmann, Mitgründer und Entwickler bei VRketing. Denn auf die Developer warten so einige Herausforderungen – etwa das Thema Dokumentation. Im Internet finden Spezialisten aktuell sehr wenige Informationen, wenn sie ein Problem haben und sich auf die Suche nach Lösungen begeben. »Es ist sehr viel Trial and Error mit der VR-Entwicklung verbunden«, weiß Roger Lüchinger von Smartfactory. Das ist auch das Spannende an der Softwareentwicklung für VR-Systeme. Josef Adersberger von QAware schätzt vor allem den kreativen Part, den Developer einbringen können. Deshalb – dessen sind sich alle Experten einig – müssen Absolventen regelrecht für das Thema Virtual Reality brennen.

Nur so kann sich die Technologie weiterentwickeln. Schon jetzt entsteht eine neue Welt von Zusatzsoftware: etwa Handschuhe, die dem Träger sensorische Eindrücke an den Fingerkuppen vermitteln. Oder Anzüge, die physisches Feedback geben, während der Nutzer spielt – beispielsweise beim Boxen. Wie bei Birdly geht es nicht mehr nur ums Sehen, es wird künftig noch viel mehr darum gehen, eine virtuelle Erfahrung zu schaffen – für alle Sinne: Hören, Tasten, vielleicht sogar auch Riechen.


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