Als Ingenieur in den Mittelstand

Drei Mitarbeiter erzählen von ihrem Einstieg in den Mittelstand und verraten, was sie am meisten überrascht und herausgefordert hat.

Ein Einstieg wie aus dem Bilderbuch

»Aus der Stellenausschreibung und den Einstellungsgesprächen ging schon hervor, wofür mich das Unternehmen braucht und welche Aufgaben ich haben werde. Die damaligen Aussagen decken sich mit meinen jetzigen Tätigkeiten. Dass diese vorab klar kommuniziert wurden, empfinde ich als positiv. Auch den Zusammenhalt im Unternehmen finde ich toll: Die Stimmung ist gut und die Kollegen sind hilfsbereit – das hat mir ein ehemaliger Kommilitone, der bereits bei Knauer gearbeitet hat, schon vorab verraten. Das Verhältnis zu meinen Vorgesetzten ist auch recht vertraut. Es gibt nur wenige Hierarchieebenen, über den Abteilungsleitern steht direkt die Firmeninhaberin und Geschäftsführerin. Vor allem die Zusammenarbeit mit meinem Chef ist aus fachlichen Gründen recht eng. Davon profitiere ich, weil er natürlich sehr viel Know-how und Erfahrung hat. Dass ich in einem mittelständischen Familienunternehmen gelandet bin, war übrigens eine bewusste Entscheidung. Ich habe eine kleine Tochter und es war mir wichtig, bei einem Unternehmen einzusteigen, das für familiäre Belange Verständnis hat. Verständnis und Vertrauen haben mir Vorgesetzte und Kollegen übrigens vom ersten Tag an entgegengebracht. Ich denke, das ist wichtig – und es tut gut. Ein Glücksfall.«

Thomas Grollich, Software Developer bei Knauer Wissenschaftliche Geräte 

 

Ab ins Ausland, mit Führungsverantwortung im Gepäck

»Ich habe Wirtschaftsingenieurwesen dual studiert und war daher schon drei Jahre hier im Unternehmen. Nachdem ich viele Abteilungen durchlaufen hatte, stand für mich am Ende des Studiums fest, dass ich am liebsten im Bereich Produktmanagement und Vertrieb arbeiten möchte. Ich ging davon aus, dass ich dann Projekte als Teammitglied unterstütze und mir zugewiesenen Aufgaben nachkommen muss. Aber mittlerweile ist es bei zwei, drei Projekten schon so, dass ich sogar der Projektleiter bin, Meetings organisiere und überprüfe, ob die Kollegen ihre Aufgaben erledigen. Ich hätte mir mein Tätigkeitsfeld nicht so verantwortungsvoll vorgestellt. Daneben hat mich überrascht, dass ich auch schon kurz nach meinem Berufseinstieg ein Auslandsprojekt übernehmen durfte. Ich dachte, ich komme erstmal in eine Abteilung und mache dort Innendienst-Aufgaben. Jetzt betreue ich jedoch die Vertriebs- und Mengenplanung in Malaysia und überwache dabei auch die Reichweitensteuerung. Deshalb bin ich oft im asiatischen Raum unterwegs. Gerade dort habe ich viel mit Medizintechnik zu tun. Ich war überrascht, wie begehrt Sonderanfertigungen von Ensinger in dieser Branche sind. Auch wenn die Erarbeitung individueller Lösungen manchmal einen langen Atem erfordert, sind die Kunden-Lieferanten-Beziehungen im Medizintechnikmarkt durch eine ungewöhnliche Loyalität geprägt.«

Hansi Lörcher, Produktmanager, Unternehmenssparte Kunststoffhalbzeuge bei Ensinger

 

Vielfältige Aufgaben mit hohem Anspruch

»In meiner jetzigen Abteilung Customer Sales Integrated Solutions and Engineering war ich zuerst als Praktikant tätig, danach habe ich dort meine Abschlussarbeit geschrieben. Als ich dann die Zusage für die Stelle als Projektingenieur in derselben Abteilung bekommen habe, war ich begeistert – auch weil ich mit meinen Kollegen und Vorgesetzten schon seit Praktikumsbeginn ein sehr freundschaftliches Verhältnis habe. Das positive Umfeld kannte ich also schon. Dafür war die Vielfalt meiner Aufgaben größer als erwartet. Ich bin nicht nur für die Weiterentwicklung eines Monitoringsystems für Leistungsschalter zuständig, sondern arbeite auch gemeinsam mit meinen Kollegen an einem Flottenmonitoring-System für Leistungstransformatoren. Außerdem bin ich Teil eines Gremiums, das konzernweit Formeln für die Zustandsbewertung von Transformatoren festlegt. Diese Aufgabe war besonders herausfordernd, da ich mit promovierten Chemikern zusammenkam und mich am Anfang nicht so richtig getraut habe, viel zu sagen. Aber das Eis ist mittlerweile gebrochen. Apropos Sprechen: Zu Beginn fand ich es gar nicht so einfach, mit unseren Kunden auf Englisch zu kommunzieren. Das gehört aber einfach dazu. Und inzwischen komme ich selbst mit schwierigen Diskussionen gut zurecht. Positiv überrascht hat mich, dass das Unternehmen sehr offen für die Digitalisierung ist, obwohl das Kerngeschäft wenig mit Software zu tun hat.«

Jan Kerkel, Projektingenieur bei Maschinenfabrik Reinhausen


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