Die Zukunkt des Automobils

Damit die E-Mobility-Entwicklung weiter vorangehen kann, braucht es Ingenieure!

vier bunte Stecker in Steckdosen
Die Zukunkt des Automobils bykst / Quelle:pixabay unter CC0

Eine Batterie ersetzt den Tank, eine Steckdose dient als Zapfsäule – Automobilhersteller setzen auf E-Mobility. Damit die Entwicklung weiter mit voller Power vorangehen kann, braucht es Ingenieure mit besonderen Qualifikationen.

Regelmäßig trifft sich die Fahrzeugindustrie etwa am Genfersee beim Automobilsalon oder der Internationalen Automobilausstellung in Frankfurt. Hier zeigen die Hersteller, wohin die Reise geht: zur Steckdose, denn die Zukunft des Antriebs ist elektrisch. Doch der Elektromotor verändert nicht nur den Antrieb, er lässt auch völlig neue Fahrzeugkonzepte zu. Das wiederum führt dazu, dass nahezu alle Ingenieursdisziplinen vom Wandel hin zum Elektroantrieb betroffen sind.

Beispiel BMW: Die Münchner integrieren alle Entwicklungsbereiche in ihrem ›Project i‹, einer Denkfabrik mit dem Ziel, Lösungen für nachhaltige Mobilität zu finden. Ulrich Kranz leitet das gut 50-köpfige Spezialistenteam. »Wir nehmen alle Komponenten, von der Klimatisierung über das Fahrwerk bis hin zum Innenraum, genauestens unter die Lupe, um ein auf den Elektroantrieb ausgelegtes Fahrzeug bauen zu können.« Seit einem Jahr betreibt BMW eine Erprobungsflotte mit rund 600 elektrisch angetriebenen Mini E in den Vereinigten Staaten, Großbritannien und Deutschland. Ab dem nächsten Jahr werden BMW 1er Coupés mit Elektroantrieb unterwegs sein. Die Erkenntnisse aus den Versuchen fließen in die Entwicklung des zukünftigen Großserienfahrzeugs, dem sogenannten Megacity Vehicle ein, das BMW bis 2015 auf den Markt bringen wird.

E-Mobility schafft neue Arbeitsplätze

»Für die Entwicklung von Elektrofahrzeugen haben wir viele Experten im Haus, benötigen aber zusätzlich spezielle Qualifikationen«, so Kranz. Hochvolttechniker, Mechatroniker sowie speziell im Leichtbau ausgebildete Ingenieure, zählt der Projektleiter auf. BMW betreibt derzeit intensiven Know-how-Aufbau rund um Elektromobilität und bindet auch Lieferanten mit dem benötigten Fachwissen ein, etwa Hersteller von Batterien oder Carbon-Werkstoffen. »Selbstverständlich schafft unsere intensive Arbeit an elektrisch betriebenen Fahrzeugen neue Stellen im Unternehmen. Ein Großteil der etwa 400 Hochschulabsolventen, die wir in diesem Jahr in Deutschland einstellen werden, wird in diesem Bereich zum Einsatz kommen«, kündigt Kranz an.

»Aufgrund der geringen Reichweite werden Fahrzeuge mit Elektroantrieb auf lange Zeit nur einen kleinen Teil der Produktion ausmachen«, relativiert Professor Dipl.-Ing. Christof Wolfmaier, Dekan der Fakultät Fahrzeugtechnik an der Hochschule Esslingen, die Euphorie um den Elektromotor. Die Mehrzahl der Ingenieure, die sich mit Fahrzeugantrieben beschäftigen, würden sich auch weiterhin mit Verbrennungsmotoren auseinandersetzen. In die neue Antriebstechnologie muss nach seiner Meinung kräftig investiert werden, etwa in Ingenieure für die Entwicklung. »Die Speicherung der elektrischen Energie im Fahrzeug und die damit verbundene geringe Reichweite stellt momentan das größte Problem dar. Die Fahrzeug müssen insgesamt leichter und neue Aspekte der Betriebssicherheit berücksichtigt werden«, so Wolfmaier. Denn ein Elektroantrieb erfordere Hochvolttechnologie, die beim Aufladen oder im Falle eines Unfalls Sicherheitsprobleme bereiten könnte. Das Wissen um Hybrid- und Elektroantriebe wird den Studenten der Fahrzeugtechnik in Esslingen am Institut für stationäre und mobile Brennstoffzellenanwendungen und alternative Antriebstechnologien vermittelt.

"E-Drive & Future Mobility"

Ein weiteres Beispiel ist Daimler. Alle Aktivitäten rund um Forschung und Vorentwicklung für elektrische Antriebe sind im Ressort ›E-Drive & Future Mobility‹ zusammengefasst. Die Verantwortung für die Serienfertigung liegt im ebenfalls neu gegründeten Bereich ›Entwicklung Elektrofahrzeuge‹. Ab 2012 soll hier der Smart fortwo in Großserie gehen. »Unsere Rekrutierung wird sich zunehmend in Richtung E-Mobility verschieben, eine konkrete Bezifferung neu geschaffener oder entstehender Stellen ist allerdings nicht möglich«, sagt Angela Titzrath- Grimm, Head of Executive Management Development in der Daimler AG. Doch sie nennt die Bereiche, für die Ingenieure gebraucht werden – elektrische Antriebe, Batterietechnik, Produktionsplanung und Produktion – und die Fachbereiche, aus denen die Absolventen kommen sollten: Elektrotechnik, Elektronik und Mechatronik. Intern bietet Daimler mit der Qualifizierungsoffensive ›Green Qualification‹ Maßnahmen zu den neuen Technologien an, von Trainings- und Informationsveranstaltungen bis hin zu Expertenworkshops. Ein Aufwand, der sich lohnt. Gemäß der Studie ›Wie Deutschland zum Leitanbieter für Elektrotechnik werden kann‹ des Stuttgarter Fraunhofer- Instituts für Arbeitswirtschaft und Organisation, schafft Elektromobilität mittel- bis langfristig neues Marktvolumen und Wachstum. In der Untersuchung wurde das Marktvolumen und die damit verbundenen Auswirkungen auf die Arbeitsplatzsituation für die unterschiedlichen Komponenten berechnet, die von der Elektromobilität und dem Wandel zu effizienzoptimierten Antrieben betroffen sind. Der aktuelle wurde mit dem potenziellen Stand 2020 verglichen. »Zwar reduziert sich das Marktvolumen im klassischen Verbrennungsmotor drastisch. Doch dieser Rückgang kann sogar alleine durch die Zunahme von Effizienztechnologien weit überkompensiert werden«, so Simon Voigt. Er ist Mitglied im Fraunhofer-Competence- Team ›Mobility Innovation‹, das die Studie erstellt hat. Auch künftig wird sich die Automobilindustrie am Genfer See zusammenfinden, um für eine sichere Zukunft der E-Mobility zu sorgen.
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Info:

Recruiting wandert in Soziale Netzwerke

Daimler und BMW suchen neue Mitarbeiter jetzt auch auf Facebook. Denn für die Generation Facebook sind soziale Netzwerke eine Selbstverständlichkeit. Sie sind Teil ihres Lebens und gängiges Medium für die Kommunikation. Die beiden Automobilhersteller sind deshalb in der Welt des Web 2.0 eingetaucht, um mit ihrem Nachwuchs und dieser Kundengeneration überhaupt Kontakt aufnehmen zu können.

Anfang Juni 2010 hat Daimler auf Facebook sein Human Resource Career-Portal gestartet (www.facebook.com/daimlercareer). Dort bietet das Unternehmen neben der Homepage nun offene Stellen an. Die Seite ist dialoggeführt, damit sind Diskussionen sowie Fragen und Antworten möglich.

BMW hat vier Wochen später mit aktuellen Stellenangeboten in den sozialen Netzwerken Facebook (www.facebook.com/bmwkarriere) und Twitter (www.twitter.com/bmwkarriere) nachgezogen. Schüler, Studenten, Absolventen und Berufserfahrene können sich dort informieren. Ist der passende Job nicht dabei, so werden den Interessenten über Twitter Angebote von BMW zugeschickt.


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