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Interview mit Dr. Bernhard Hayn von IAV GmbH

Für IAV ist auch dieses Jahr wieder Dr. Bernhard Hayn bei der Formula Student Germany. IAV GmbH ist einer der weltweit führenden Engineering-Dienstleister der Automobilindustrie und gleichzeitig einer der Hauptsponsoren der FSG. Diese Fragen haben wir Herrn Hayn gestellt.

Herr Dr. Hayn, als Head of Talent Acquisition, Strategy, HR Marketing und Branding bei IAV, was macht für Sie die besondere Faszination der FSG aus?

Der Spirit der FSG ist sehr faszinierend. Wir sind bereits zum elften Mal vor Ort und haben schon die ganze Geschichte der FSG miterlebt. Angefangen mit ein paar Teams ist das Event kontinuierlich gewachsen. Weltweit interessieren sich immer mehr Hochschulen für eine Teilnahme. Für mich fühlt es sich an, als würde ich jedes Jahr aufs Neue nach Hause kommen. Die Freude in mir ist immer besonders groß. Es ist unbeschreiblich – man erlebt wirklich den Geist und den Spirit der hier auf dem Asphalt liegt. Faszinierend ist auch der gegenseitige Support zwischen den Teams. Sie unterstützen sich – natürlich ist es ein Wettkampf, dennoch ist er nicht verbissen. Auch der Flair, der hier auf der FSG herrscht, ist etwas ganz Besonderes. 

Sie entwickeln Technologien, die die Menschen bewegen. Was bewegt Sie als Sponsor sich derart um die Teilnehmer der FSG und deren Rennwagen zu bemühen?

Wir als IAV sind nicht nur einer der Hauptsponsoren, sondern haben zwölf Teams, die wir dieses Jahr begleiten. Die Herausforderung ist jedes Jahr aufs Neue ein Fahrzeug zu konzipieren, das überzeugt. Es ist Wahnsinn, mit was für einer Leidenschaft und Motivation die Studierenden von Anfang an dabei sind. Sie konzipieren ein Rennwagen von Null auf – also er wird von Grund auf aufgebaut. Bis nachts schrauben die Studenten in ihren Boxen an den Autos. Früher gab es keine Sperrstunde und das Team konnte die ganze Nacht basteln. Heute ist um Mitternacht Schluss. Aber das ist auch gut so, denn die Studenten müssen auch geschützt werden. Bewegend ist auch die Zeit, die die Studenten während ihres Studiums der Formula Student Germany widmen. Manchmal leiden Noten darunter. Wir Sponsoren haben dafür Verständnis, denn nicht alle Noten können immer perfekt sein. Teilweise brauchen Studenten, die der FSG angehören auch länger für ihr Studium. Dafür hat der Student ganz besondere Erfahrung gesammelt, die ihn keiner mehr nehmen kann. Sie lernen Qualifikationen wie Teamarbeit und Zusammenhalt. Lernen aber auch wie es ist mit Misserfolg umzugehen.

Welche Vorteile haben FSG-Teilnehmer Ihrer Ansicht nach bei zukünftigen Bewerbungen?

Sie haben große Vorteile: Sie lernen in einem Team zu agieren, müssen kurzfristig nach Lösungen suchen und damit umgehen, wenn nicht alles immer sofort funktionieren kann. Es kann auch vorkommen, dass Nächte lang nach Lösungen gesucht werden muss. Das alles gibt den Studierenden sehr wertvolle Erfahrungen, die sie später in ihrem Berufsleben weiterbringen wird. Sie entwickeln sich immer weiter und lernen aus Erfahrungen vom Vorjahr. Auch die Internationalität ist hier sehr wichtig. Dieses Jahr treten Teams aus 40 Nationen an. Das ist wirklich toll zu sehen.

Was nehmen Sie an Erfahrungen von der diesjährigen FSG mit? Welches Fazit ziehen Sie?

Es ist wie jedes Jahr immer wieder beeindruckend, was Studenten auf die Beine stellen. Innovationen werden vorangerieben. Technische Einzelheiten werden verbessert. Nicht alle Teams bestehen alle notwendigen Sicherheitstests. Dennoch ist bei allen höchste Motivation vorhanden. Alle Teilnehmer bleiben bis zum Schluss und fiebern mit den anderen Teams. Jedes Jahr, ob gutes oder schlechtes Wetter, kommen so viele Besucher auf die FSG. Das Interesse ist da und wächst dank der Weiterentwicklung der Disziplinen von Jahr zu Jahr. Jedes Zelt ist gefüllt und auch nach 18 Uhr ist noch immer Trubel auf dem Gelände. Diese Erfahrungen nehme ich jedes Jahr aufs Neue mit.

Wo sehen Sie die FSG in 5 Jahren?

Besonders die Kategorie Driverless wird sich mit Sicherheit weiterentwickeln. In dieser Kategorie werden zukünftig sicher noch mehr Fahrzeuge antreten und den Wettbewerb erfolgreich beenden. Die Kategorie Combustion wird auch abnehmen, dafür steigt die Kategorie Driverless, wie schon erwähnt. Wir werden weiterhin neue innovative Konzepte zu Gesicht bekommen, vielleicht gibt es auch eine Weiterentwicklung in Richtung Digitalisierung bzw. neue Mobilitätskonzepte. Die FSG legt hohen Wert darauf, dass die Größe des Events noch im Rahmen bleibt. Medien zeigen ebenfalls zunehmend Interesse, am Wochenende kommen zahlreiche Besucher – das alles wird auch in fünf Jahren noch so sein. Die Teams spüren, durch so viel Begeisterung des Publikums und der Besucher, die Wertschätzung die ihnen für ihre grandiose Arbeit entgegengebracht wird.


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