Hand vor Tafel auf der Glühbirne gemalt ist
Da geht ein Licht auf – ganz selbstständig David-W- / Quelle:PHOTOCASE

Boombranche Gebäudeautomation

Dank Gebäudeautomation werden unsere Häuser immer smarter

Sichtbar sind sie vielleicht auf den ersten Blick nicht, aber sie sind da. Versteckt unter Deckenpanelen und Wandverkleidung steuern Platinen und Kontrollregler eine Vielzahl an Prozessen in Gebäuden: von der Sicherheitstechnik zum Schutz vor Einbrüchen über die intelligente Vernetzung von Haushaltsgeräten bis hin zur energieeffizienten Wärmeregulierung. Was vor zehn Jahren noch nach Sci-Fi-Fantasie klang, rückt aktuell immer weiter in die Mitte der Gesellschaft vor: Laut dem Verband der Elektrotechnik Elektronik Informationstechnik werden Smart-Home-Funktionen bis 2025 zur Basis­austattung bei Neubauten zählen. Auch Lösungen zur Nachrüstung von Bestandsgebäuden sind auf dem Vormarsch. Wenn es auch noch an einheitlichen Standards fehlt und die Kosten für übergreifende Lösungen vergleichsweise hoch sind, für diese Herausforderungen wird es bald effiziente Lösungen geben – und neue Kooperationen. Energie- und Telekommunikationsanbieter arbeiten dann mit Elektronik- und Hausgeräteherstellern zusammen.

Mammutaufgabe: Energie einsparen

Für die Ingenieure von Morgen gilt es nun, neue Konzepte für die integrale Planung von Gebäudeautomationssystemen zu entwerfen. Mitunter eine Aufgabe mit großer Tragweite: Durch präzise regulierbare Energieverwertung lassen sich beispielsweise wertvolle Ressourcen schonen. Ein wichtiger Beitrag, wenn man bedenkt, dass etwa 40 Prozent des Energieverbrauchs in Deutschland für den Betrieb von Gebäuden aufgewendet werden. Laut Angaben des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie verbrauchen Heizungs- und Warmwasseraufbereitung derzeit etwa 85 Prozent der Energie in Privathaushalten. Bis 2050, so das Ziel der Bundesregierung, soll nahezu der gesamte Gebäudebestand klimaneutral sein. Die Mammutaufgabe der Einsparung von etwa 80 Prozent Primärenergie erfordert ein Zusammenarbeiten verschiedener Industriezweige rund um den Gebäudesektor – ein immenses Wachstumsfeld für Ingenieure, und nicht das einzige im Bereich Gebäudeautomation.

Studienangebote und Karrieremöglichkeiten

Bachelorstudenten, die hier später mitmischen möchten, haben unter anderem die Möglichkeit, an der Beuth Hochschule für Technik Berlin den Master in Gebäudetechnik und Energiemanagement zu machen. In vier Semestern stehen dabei Vertiefungs- und Ergänzungsfächer in den Bereichen Hydraulik, Gebäudeautomation oder industrielle Wärmeversorgung auf dem Studienplan. Und danach? Wie wäre es als Projektingenieur für Gebäudeautomation? Aufgaben: die Konzeption von vernetzten Gebäudesystemen oder die Umsetzung von technischen Anlagen nach Anlagenbildern.


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