Holzbausteine als Haus
Stein auf Stein in die Zukunft Eisenglimmer / Quelle:PHOTOCASE

Die Herausforderungen der Baubranche

Das kommt auf die Baubranche zu: steigende Rohstoffpreise und sinkende Profitablität

Gebaut wird immer – ein Slogan, der vor allem in Zeiten der Urbanisierung für einhellige Einstimmigkeit sorgt. Also alles im grünen Bereich – komme was da wolle? Nun, ganz so einfach ist es nicht. Auch wenn die Städte einen steigenden Bedarf an Wohnungen verzeichnen und laut Berliner Institut für Städtebau, Wohnungswirtschaft und Bausparwesen (ifs) zusätzlicher Wohnraum für 420.000 Menschen jährlich benötigt wird, so ist die Branche mit einigen Hürden konfrontiert. Die Kurzstudie ›Baubranche im Fokus. Wie das deutsche Baugewerbe in die Zukunft blickt‹, die das Wirtschaftsprüfungs- und Unternehmensberatungsunternehmen PwC 2013 erhoben hat, konkretisiert dabei die zehn größten Herausforderungen in den nächsten Jahren.

Qualifizierter Nachwuchs muss her!

Auf Platz Eins: Qualifizierten Nachwuchs produzieren und rekrutieren. In Kombination mit einer rund 50-prozentigen Abbrecherquote im Bauingenieurstudium heißt das für die Unternehmen hinsichtlich des Employer Brandings weder Kosten noch Mühen zu scheuen, um sich nachhaltig auf dem Arbeitsmarkt positionieren zu können. Dabei gilt auch hier wie für jede andere Branche: Der ›War for talents‹ ist leichter zu gewinnen, wenn das Unternehmen eine starke Arbeitgebermarke hat. Diese lässt sich in vielen Fällen weniger mit Geld als mit Leistungen aufpolieren: firmeneigene Fitnessstudios, Möglichkeiten eines Sabbaticals oder Home Office. Die Unternehmen der Baubranche ziehen hier ordentlich an, um Absolventen zu locken.

Letztlich geht es um zufriedene Mitarbeiter, die sich gerne mit Unternehmen identifizieren und auch in manch schweren Zeiten zu ihm stehen. Und ebensolche loyalen Mitarbeiter sind in der Branche heiß begehrt. 83 Tage, solange benötigt ein Bauunternehmen im Augenblick, um ein Stelle zu besetzen. Diese lange Vakanzzeit deutet auf einen kleinen Talentpool hin, auf den die Unternehmen zurückgreifen können. Gute Chancen also für Absolventen, einen Job zu ergattern, denn: Unter Bauingenieuren herrscht quasi Vollbeschäftigung. Gerade in den Bereichen Energieeffizienz, Gebäudetechnik und im privaten Wohnungsbau wird in den kommenden Jahren laut PwC das größte Wachstum erwartet. Auf begehrte Berufseinsteiger wartet dabei ein Einstiegsgehalt von rund 40.000 Euro.

Ohne Nachhaltigkeit geht nichts mehr

Aber womit werden zukünftige Bauingenieure konfrontiert sein? Vor allem die steigenden Rohstoffpreise schlagen Unternehmen auf den Geldbeutel. Stichworte sind hier: Nachhaltigkeit und ein intelligenter Umgang mit Rohstoffen. Seien es nachhaltige Dämmmaterialien aus Holz oder Hanf, umweltfreundliche Lacke, Bodenbeläge oder Wandfarben. Die Liste lässt sich beliebig fortsetzen und sich im Laufe der nächsten Jahre weiter füllen. Zu teuer kann sich dabei der Hausbauer im Speziellen oftmals ebenso wenig leisten wie die Baubranche im Allgemeinen. Je höher die Kosten, sei es durch gestiegene Energie- oder Rohstoffpreise, desto weniger bleibt letztlich vom Umsatz übrig. Sinkende Profitabilität – auch eine dieser Herausforderungen, der sich die Baubranche zukünftig stellen muss. Denn bleibt am Ende des Monats weniger Geld übrig, könnte sich dies zu Lasten der Innovationsfreude legen. Dabei muss die Baubranche konkurrenzfähig bleiben und sich dem steigenden Innovationsdruck stellen. Sei es im Energiespar-, Smart-Home- oder Nachhaltigkeitsbereich.

Gebaut wird immer – aber wie?

Stillstand sieht anders aus: Im Jahr 2014 wurde hierzulande Angaben des Statistischen Bundesamtes zufolge der Bau von allein 112.000 neue Wohn- und 27.000 Nutzgebäude genehmigt. Es tut sich viel im deutschen Bausektor – es wird ›immer‹ gebaut. Den Bauingenieuren von Morgen steht nun die Aufgabe bevor, das ›Wie‹ des immer bauens neu zu definieren und an den Maßstäben unserer Zeit, Nachhaltigkeit, Finanzierbarkeit und Umsetzbarkeit auszurichten. Über 53.577 Studierende waren im Wintersemester 2014/2015 im Bauingenieurwesen eingeschrieben. Sie sind die starken Schultern, die unser Wohnen und Arbeiten in die Zukunft transportieren. Die Baubranche und alle die Wohnen und Arbeiten möchten – wir – bauen auf euch! ■


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