Mann sitzt in Schubkarre, daneben Kieselsteine gehäuft
Sei schlau, geh zum Bau view7 / Quelle: photocase.com

Karriere-Perspektiven in der Baubranche

Sei schlau, geh zum Bau: Die deutsche Baubranche entwickelt sich schneller, als manches Unternehmen planen kann. Einblicke in die Karrierechancen in der Baubranche

Eigentlich hätte Jennifer Scheydt auch Literatur studieren können. Denn die Art und Weise, wie sie den Gegenstand ihrer beruflichen Interessen beschreibt, ist nahezu prosaisch: »Passionsgebend« sei er, »Ästhetik« ermögliche er und »faszinierend anspruchsvoll« seien Produktion und Bearbeitung. Jennifer Scheydt aber redet nicht von Dichtern und ihren Werken. Sie spricht über Beton und seine Verwendungsmöglichkeiten. Schon als Kind habe sie sein Geruch in den Bann gezogen, später hat die Studentin des Bauingenieurwesens an der Uni Karlsruhe ihren Schwerpunkt auf Betontechnologie gelegt, um über die Mechanismen der Korrosion bei ultrahochfestem Beton zu promovieren.
 

Trainee beim Baustoffhersteller HeidelbergCement

Gut ein Jahr ist das jetzt her. »Trotzdem«, so sagt die 35-Jährige, sei Beton eben nicht alles. Man brauche auch ein Unternehmen, mit dem die Passion sozusagen »Gestalt annehmen« könne. Und das sei bei ihr HeidelbergCement gewesen. Mit rund 52.000 Mitarbeitern an 2.500 Standorten in mehr als 40 Ländern zählt der Konzern zu den weltweit führenden Baustoffherstellern. Allein in Deutschland beschäftigt HeidelbergCement rund 4.000 Mitarbeiter, die Produkte wie Zement, Transportbeton, Sand und Kies, Betonfertigteile und Pflastersteine entwickeln und produzieren.

Seit einem dreiviertel Jahr ist Jennifer Scheydt hier Trainee im Bereich Bauberatung/Betontechnologie – einem von insgesamt fünf Traineeprogrammen. Neben dem Unternehmen an sich lernt sie dabei innerhalb eines Jahres vor allem ihren Wunschbereich kennen: die Abteilung Bauberatung. »In die Bauarbeiten beim Projekt Stuttgart 21 beispielsweise bin ich heute schon direkt involviert. Gemeinsam mit unseren Kunden erarbeiten wir Konzepte, welche Zemente oder Betonmischungen für welche Anwendungen am sinnvollsten sind und bringen dann die richtigen Mischungen vor Ort«, sagt sie.

Schließlich sei Beton nicht Beton. Allein der Grundstoff Zement bringt es auf rund drei Dutzend verschiedene Sorten. Und mit einem Zement lassen sich Hunderte verschiedener Betone herstellen. Dauerhaftigkeit, Dichtigkeit, Verarbeitbarkeit oder die Anforderungen an die Bauteiloberfläche sind nur einige der unterschiedlichen Aspekte, die die Auswahl des je nach Bauanforderung ›richtigen‹ Betons bestimmen. Aber Scheydt arbeitet nicht nur für Bauträger und berät an Baustellen in ganz Deutschland vor Ort. Sie ist auch mitzuständig etwa für die Beratung von Fertigteilherstellern, die je nach Produkt ebenfalls unterschiedliche Betone benötigen oder sogar die Neuentwicklung einer Spezialmischung in Auftrag geben.


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