Stuhl und Kinderwagen im verlassenen Raum
Nordreisender / Quelle:PHOTOCASE

Massivbau: Das steht mal fest

Der Massivbau braucht Ingenieure mit viel Teamgeist

Es darf massiv sein darf: Dem Massivbau kommt eine zentrale Bedeutung im Bauingenieurwesen zu – nicht nur aufgrund zahlreicher Einsatzmöglichkeiten für Ingenieurabsolventen. Sondern auch aufgrund der Vielzahl an Vorteilen wie hervorragender Wärmespeicherung und langer Haltbarkei der Baustoffe. Massivbau bezieht sich nicht nur auf Häuser, sondern auch auf Brücken oder Verkehrswasserbauten. Eines sollten sich Einsteiger bewusst sein: Bauen ist immer Teamwork. Deshalb sollte neben der fachlichen Qualifikation stets hohe Teamfähigkeit vorhanden sein. Gleichzeitig ist gutes Organisationstalent nötig, da Bauen häufig von flexiblen Tages- und Wochenentwicklungen unter Zeitdruck bestimmt wird. Flexibilität und Reiselust sind zudem wichtig, denn gebaut wird in ganz Deutschland.

Es gibt viel zu tun im Massivbau

Und: Forschergeist ist gefragt, denn der Massivbau hat längst noch nicht alle Möglichkeiten ausgeschöpft, trotz schon zahlreicher bestehender Vorteile. In Zeiten der Energieeffizienz und erneuerbarer Energien wartet auch die Massivbauweise mit Innovationen auf: Ein interdisziplinäres Forscherteam an der Universität Kassel hat sich die Sonne zur Unterstützung geholt und die Solarzellen direkt in die Bauelemente integriert. Heraus kam ein Werkstoff namens Dyscrete, der aus einem speziellen leitfähigen Beton besteht, der mit Titandioxid, einer organischen Flüssigkeit, Graphit, einem Elektrolyt und einer transparenten Oberfläche beschichtet ist. Das Ganze funktioniert wie das Prinzip der Photosynthese. Damit wollen die Forscher einen Wirkungsgrad von zwei Prozent erreichen.

Im Kommen: neue Materialien

Aber auch der Lehrstuhl für Massivbau an der Ruhr-Universität Bochum forscht an neuen Themen rund um die verschiedenen Materialien. Unter anderem lautet ein Forschungsthema ›Tension stiffening bei stahlfaserverstärkten Stahlbetonbauteilen‹. Hier geht es um die Zugabe von Stahlfasern bei Beton- oder Stahlbetonbauteilen, die den Beton noch robuster machen. Denn diese ermöglichen in idealisierter Form statisch ansetzbare zentrische Zugtragfähigkeiten und eine Verzahnung sowie Vernadelung von Rissen. Die Stahlfasern sorgen dabei für eine positive Beeinflussung der Biegezug- und Schubfestigkeit sowie das Riss- und Verformungsverhalten. Somit ist Stahlfaserbeton ein Verbundwerkstoff mit höherer Belastbarkeit, verringerter Verschleißtiefe und höherer Wärmeleitfähigkeit. In welchem Bereich Absolventen letztlich landen, hängt dabei von ihrer Spezialisierung ab. So kann die Erstellung statischer Berechnungen, die Bauüberwachung oder die Mitarbeit bei bautechnischen Prüfungen zu den Aufgaben gehören. Nach Abschluss des Studiums warten viele spannende Aufgaben wie die konstruktive Bearbeitung und Optimierung von Bauwerken, die Begleitung und Gestaltung von Planungsprozessen, die Aufstellung von Standsicherheitsnachweisen für anspruchsvolle Ingenieurbauten und so weiter.

Wohin es letztlich geht, hängt auch von der Spezialisierung ab und wohin es den Absolventen zieht. Aber eines steht fest: Der Job steht auf einem festen Fundament. 


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