Zeichnung von Kopf mit bunter Glühbirne

Schlaue Ingenieurköpfe für die smarte Stadtentwicklung gesucht

Saubere Luft. Keine Staus. Intelligente Straßenlaternen. Entwicklungsingenieure aus Bau- und Energiewesen hinterlassen ihre Spuren in der City der Zukunft

Immer mehr Menschen zieht es in die Ballungszentren. Die Folgen: Luftverschmutzung, Wohnungsknappheit, Verkehrsinfarkt, wachsender Energiebedarf und gefährdete Trinkwasserversorgung. So die schlimmsten Prognosen. Es muss sich etwas ändern – darin sind sich alle einig. Die Lösung: intelligenter Städtebau.

Von Energiewesen bis Verkehrsinfrastruktur wird alles smarter

Stromversorger setzen auf erneuerbare Energie. Damit diese nicht verpufft, müssen Gebäude energieeffizient saniert beziehungsweise beim Neubau entsprechend konstruiert werden. Nachhaltigkeit und Ressourcenschonung sind dabei entscheidende Faktoren. Die Verkehrsinfrastruktur soll ebenfalls effizienter und auch komfortabler gestaltet werden. Das smarte Mobilitätsangebot beinhaltet unter anderem ein entsprechendes Versorgungsnetz für E-Fahrzeuge und setzt auf Vernetzung aller Verkehrsteilnehmer untereinander sowie mit der Straße. In Zukunft soll es keine Staus, Unfälle und auch keine Fahrer mehr geben. Sogar die städtische Beleuchtung wird intelligenter, wie das Smart-City-Light-Konzept SM!GHT von EnBW zeigt. Matthias Weis, Leiter des Projekts, will damit eine neue Generation von Infrastruktur schaffen: Die Straßenlaterne der Zukunft erkennt mittels Sensoren, wann sie Licht spenden soll und wann sie Energie sparen kann. Sie dient als Ladestation fur E-Fahrzeuge, ist Public WLAN Hot Spot und Notrufsäule.

Die entscheidende Rolle des Ingenieurs bei der Entwicklung von Smart-City-Konzepten

Durch das Entwickeln und Umsetzen technischer Lösungen wie dem SM!GHT-Projekt, neuen Baustoffen, Systembauweisen und digitalen Steuerungssystemen tragen Ingenieure einen wichtigen Teil zur Verwirklichung einer Smart City bei. In der Stadtplanung verknüpfen sie diese Neuerungen passgenau mit der bestehenden Gebäude- und Infrastruktur. »Sie kooperieren dabei auf Augenhöhe mit den Bürgern, die ihre Bedürfnisse im Rahmen der städtebaulichen Entwicklung geltend machen«, so Prof. Elke Pahl-Weber, Fachgebietsleiterin für Bestandsentwicklung und Erneuerung von Siedlungseinheiten an der TU Berlin. Im smarten Energiewesen gewinnt die Verbindung von Elektro- und Informationstechnik an Bedeutung. Ingenieure müssen beide Disziplinen beherrschen, hebt Weis von der EnBW hervor. Nach ihm beginnt die Entwicklung beim Kunden. Ein Verständnis für dessen spezifische Anforderungen ist also von zentraler Bedeutung. Entwicklungsingenieure benötigen ein interdisziplinäres Verständnis fur gesellschaftliche Fragen, ergänzt Dr. Jens Libbe, Bereichsleiter Infrastruktur und Finanzen beim Deutschen Institut für Urbanistik (Difu). »Sie sollten sich an dem orientieren, was aus Perspektive der Kommunen wirklich benötigt wird und was auch langfristig finanzierbar ist«, so Libbe.

Beim Verwirklichen einer Smart City liegt der Fokus auf den Bewohnern

Entscheidend bei allen Smart-City-Konzepten: Sie dürfen kein Selbstzweck sein, sondern haben sich als Bestandteil der jeweiligen Eigenarten einer Stadt zu verstehen und in übergeordnete Konzepte ihrer integrativen Entwicklung einzuordnen. Difu-Bereichsleiter Libbe betont, dass neue Technologien in erster Linie die Lebensqualität in unseren Städten verbessern sollen. Im Mittelpunkt stehen die wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Ansprüche des Menschen. Denn eine City ist nur dann smart, wenn ihre Konzepte das öffentliche Leben aller Beteiligten angenehmer gestalten.

Der Lohn der Mühe für den Entwicklungsingenieur

Da jedes Unternehmen und jede Stadt ein anderes Budget fur die Entwicklung von Smart-City-Projekten aufbringt, kann das Einstiegsgehalt für Entwicklungsingenieure im zukunftsorientierten Bau- und Energiewesen stark variieren. Allerdings lässt sich sagen, dass die Verdienste von Entwicklungsingenieuren tendenziell höher als das jeweilige Branchenniveau liegen: Entwicklungsingenieure im Bauwesen können also mit einem Jahresbrutto von mehr als 39.000 bis 42.000 Euro und im Bereich Energie- und Umwelttechnik mehr als 42.500 bis 44.000 Euro rechnen. ■


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