Windkraftwerke auf Wiese
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Windenergie im Check: Diese Jobs machen Ingenieure in Sachen Windkraft

Über die Schulter geschaut: So arbeiten Ingenieure in der Windenergiebranche

Windbändigerin

Lucia Bernard, Referentin in der Projektumsetzung Windenergie bei EnBWEnergie Baden-Württemberg, studierte Maschinenwesen an der Uni Stuttgart. Bernard kam über ein Praktikum und die anschließende Werkstudententätigkeit zu EnBW.

Meine Aufgaben Als Projektmanagerin koordiniere ich gemeinsam mit meinen Kollegen alle am Bau eines Windparks beteiligten Gewerke. Dazu zählen beispielsweise der Bau der Zufahrten und der Kabeltrasse ebenso wie die Errichtung der Anlagen selbst. Ziel ist es, beim ›Bauprojekt Windpark‹ den Zeitplan und das Budget einzuhalten und dabei insbesondere auf Qualität, Arbeitssicherheit und Umweltschutz zu achten.

Mein Lieblingsprojekt … ist ein Windpark mit zwölf Anlagen. Bei einem so großen Projekt ist es wichtig, dass alle Parteien eng zusammenarbeiten. Die Projektgröße erfordert bereits im Vorfeld einen hohen Abstimmungsaufwand und wöchentliche Baustellentermine.

Der Reiz … liegt für mich definitiv darin, mit meinen Projekten einen aktiven Beitrag zum Energiemix der Zukunft zu leisten. Darüber hinaus gibt es für mich nichts Spannenderes und Abwechslungsreicheres, als ein Bauprojekt aktiv mitzugestalten und am Ende mit dem Bild von sich drehenden Windrädern für meine Arbeit belohnt zu werden.

Neue Herausforderungen Im Bereich Wind Onshore startet dieses Jahr das Ausschreibungsverfahren. Das bedeutet, dass die Vergütungshöhe der erbauten Windenergieanlagen erstmalig wettbewerblich ermittelt wird. Dies stellt für uns eine neue Herausforderung dar, mit unseren Projekten zum Zuge zu kommen.

Mitbringen Das Wort ›Berufsalltag› ist mir ein Fremdwort. Trotz guter Vorplanungen können sich äußere Einflussfaktoren ändern, auf die dann spontan reagiert werden muss. Wer Spaß dabei hat, sich wechselnden Herausforderungen zu stellen und neue Themen offen und motiviert anzupacken, der ist in der Windenergiebranche genau richtig.

Windaffiner Tüvtler

Joona Haikonen ist Experte für Windenergie und arbeitet seit zwei Jahren bei TÜV Süd. Studiert hat der Ingenieur Maschinenbau mit Schwerpunkt Strukturmechanik in Finnland.

Herr Haikonen, worum geht es im Bereich Windenergie bei TÜV Süd? Unter anderem um die sogenannte Typenzertifizierung von On- und Offshore-Windenergieanlagen sowie Gutachten von Windparks. Ich bin in der Prüfung der Standfestigkeit und Lebensdauer von Windturbinen tätig.

Was sind Ihre täglichen Aufgaben? Ich prüfe die Festigkeit einzelner Windturbinenkomponenten sowie größerer Baugruppen auf Normkonformität – also die Übereinstimmung mit den Vorgaben der einschlägigen Norm. Unsere Prüfungen erfolgen anhand von eigenen Berechnungen und Simulationen mit der Finite-Elemente-Methode. Zu meinen Aufgaben gehören auch Inspektionen von Fertigungsstätten im In- und Ausland, zum Beispiel in Spanien.

Welches ist aktuell ihr liebstes Projekt? Die Prototypenzertifizierung eines neuartigen Windturbinenkonzeptes. Wir begleiten das Entwicklungsteam des Herstellers und haben die Möglichkeit, die Entwicklung ganz nah zu verfolgen.

Was macht für Sie den Reiz an Ihrem Beruf aus? Durch die Vielfalt unserer Kunden sehe ich die unterschiedlichsten technischen Lösungen und bekomme somit einen sehr guten Branchenüberblick. Zudem ist die Arbeit sehr abwechslungsreich, da wir viele verschiedene Bauteile vom Rotorblatt bis hin zum Getriebe prüfen. Ein weiterer wichtiger Aspekt ist, dass ich als Projektleiter eine gesamte Windenergieanlage betreue und ein Verständnis über die Gesamtheit und Schnittstellen bekomme.

Was sollten Absolventen mitbringen, die in der Energiebranche einsteigen wollen? Die Bereitschaft, immer etwas Neues zu lernen. Den Willen, aus Fehlern zu lernen. Den Mut, festgefahrene Vorgehensweisen zu hinterfragen. Daneben sind natürlich solide Grundkenntnisse aus dem Studium extrem wichtig.


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