Himmelstreppe ins Weltall
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Karriere in der Luft- und Raumfahrt: Spannende Projekte und Infos zum Einstieg

Ich heb ab - Eine Karriere in der Luft- und Raumfahrt wirkt beflügelnd. Wir stellen spannende

Projekte aus Forschung und Entwicklung vor

Mitbringen zum Abheben

»Die Erfüllung unserer Kerngeschäftsaktivitäten erfordert ein hohes Maß an Kompetenz in komplexer Systemintegration. Daher benötigen Ingenieure neben einem breiten technischen Verständnis, das für die Inbetriebnahme dieser Systeme erforderlich ist, eine offene, flexible Denkweise und Lust am lebenslangen Lernen.«

Sabine Thomas, zuständig für die Rekrutierung von Ingenieuren im Airbus Konzern

English, please

Da die Exportlastigkeit der deutschen Wirtschaft vor allem im Bereich der Luft- und Raumfahrttechnik sehr hoch ist, sollten Ingenieure, die in dieser Branche einsteigen möchten, gute Englischkenntnisse, Reisebereitschaft und Lust auf internationale Teams mitbringen.

 

 

Die Forschungs- und Entwicklungsmöglichkeiten in der Luft- und Raumfahrt sind vielfältig und zahlreich. Es geht um die Senkung von Klimaemissionen, längere Flugstrecken, selbstreinigende Toiletten, neue Technologien für die Gepäckbeförderung und Überschall-Flugzeuge. Aus der Fülle an Beispielen haben wir eines herausgepickt, um es genauer unter die Lupe zu nehmen: wie ein Lufttaxi den Stau überwinden kann.

Steigende Einwohnerzahlen führen weltweit zu Stauproblemen

Das ist eine spannende und zukunftsträchtige Thematik, denn immer mehr große Metropolen leiden unter Dauer-Staus. New York zum Beispiel soll laut Prognosen von 2015 bis 2030 von 18,5 auf 19,8 Millionen Einwohner wachsen, London von 10,3 auf 11,4 Millionen. Die chinesischen Megastädte Peking und Shanghai bekommen bis 2030 rund je sieben Millionen zusätzliche Einwohner und liegen dann bei 27 und 30 Millionen. Zudem wird sich die Anzahl der Metropolen über zehn Millionen Anwohner bis 2030 von derzeit 30 auf 40 Stück erhöhen. Insgesamt wären dann eine halbe Milliarde Menschen von Stauproblemen betroffen.

Straße und Schiene sind nicht genug

Mit dem Ausbau von Straße und Schiene alleine ist das Problem aufgrund der begrenzten Skalierbarkeit von Bodentransportsystemen nicht lösbar. Der Luftfahrtkonzern Airbus arbeitet daher im Rahmen des ›Urban Air Mobility‹-Programmes an Konzepten, die die dritte Dimension miteinbeziehen. Mit Hilfe des Lufttaxis ›CityAirbus‹ sollen Passagiere in Metropolregionen schnell und sicher von A nach B gelangen.

Lufttaxi statt normale Taxifahrt

Das Demonstrator-Projekt ›CityAirbus‹ ist auf die speziellen Anforderungen des Fliegens in Metropolen abgestimmt. Angetrieben mit elektrischem Strom sollen die Vehikel lokal keine Emissionen ausstoßen. Mulitcopter heißt das Prinzip: Die Antriebseinheiten, Propeller oder Rotoren, können so verteilt werden, dass das Luftfahrzeug besonders sicher und sparsam fliegt. Weil der CityAirbus auf eine geringe Reichweite ausgerichtet ist, etwa vom Flughafen in die Stadtmitte, werden keine großen, schweren Batterien benötigt. Ein solches Lufttaxi soll vier Passagiere auf festgelegten Routen transportieren. Per Smartphone-App lässt sich ein Mitflug buchen, der nicht mehr kosten soll als eine Taxifahrt mit dem Auto.

Eine Zusammenarbeit mit den Kommunen ist notwendig

»Metropolen wie Singapur und São Paolo sind an der Technologie sehr interessiert«,

sagt Marius Bebesel, Projektleiter für den CityAirbus.

»Wir brauchen die Partnerschaft mit den Kommunen, um gemeinsam mit ihnen die notwendige Infrastruktur und die Regularien für diese neue Form von Mobilität zu entwickeln.«

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Wissenschaftler des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) befassen sich in einem neuen Forschungsprojekt damit, den – aufgrund notwendiger Sicherheitschecks derzeit noch hohen – Testaufwand von Batterien zu reduzieren, die etwa Bordcomputer oder Sensoren von Satelliten mit Elektrizität versorgen. Das soll neben niedrigeren Kosten auch dazu führen, dass Satelliten rascher in den Weltraum gebracht werden können. Außerdem entwickeln die Forscher neue Batterietechnologien auf Lithium-Schwefel- und Lithium-Luft-Basis.

Sternenstaub-Fänger

Der 23-jährige Maschinenbaustudent Ihsan Kaplan hat mit seiner Idee, Meteoroiden einzufangen, einen internationalen Raumfahrtwettbewerb gewonnen. Nun darf er seine Messgeräte mit einem Stratosphärenballon, der im freien Flug eine Höhe von bis zu 35 Kilometern erreichen kann, ins All bringen. Wichtigstes Werkzeug ist ein Magnet, der Eisen- und Nickelteilchen einfangen soll. Anschließend will Kaplan zusammen mit seinem Team ein höhenabhängiges Profil über Anzahl und Dichte des kosmischen Staubs erstellen – das ist für die Materialforschung wichtig.

Leicht und kräftig

Das solarelektrische Ultraleichtflugzeug Elektra-2, das selbst nur 420 Kilogramm wiegt, kann bis zu 100 Kilogramm Nutzlast in rund 20 Kilometer Höhe transportieren. Der weltweit erste Prototyp dieser Art ermöglicht es somit zum Beispiel, Technologien für die Breitband-Internetversorgung zu testen, die die Satellitentechnik zunehmend komplettieren sollen.

Forschen wie ein Pro …

… kannst du als Bachelor- und Masterstudent der Luft- und Raumfahrttechnik an der Technischen Universität Braunschweig. Die Voraussetzungen sind dort optimal: Die TU kooperiert nicht nur im Niedersächsischen Forschungszentrum für Luftfahrt mit dem DLR, sondern auch mit Luft- und Raumfahrtunternehmen in der Region. Versuchsträger wie Forschungsflugzeuge, Windkanäle und Simulatoren bilden die Grundlage für die Forschung. Ziele: ein sicheres Fliegen und emissionsärmere Flugantriebe.

Produktionsprozesse optimieren

Die Luftfahrt bietet viele spannende Perspektiven – zum Beispiel auch aus dem Blickwinkel eines Consultants:

»Schon aufgrund des komplexen Produktes ›Flugzeug‹ an sich ist die Beratung in der Luftfahrtindustrie sehr vielseitig und herausfordernd. Bis vor wenigen Jahren war die Branche sehr stark durch Entwicklungsprojekte geprägt. Jetzt treten wir in eine neue Dekade ein, in der die Produktion und Auslieferung in den Vordergrund rückt. Produktionshochlauf und -effizienz sind wichtige Schlagworte, da die nun vollen Auftragsbücher auch abgearbeitet werden wollen. Hier setzen wir derzeit als Beratungsunternehmen an. Da der Lieferdruck momentan sehr hoch ist und auch noch weiter steigen wird, ist es notwendig, die Fertigung der Maschinen so effizient wie möglich zu gestalten. Wir sehen uns deshalb an, wie aktuelle Produktionsprozesse laufen und wie wir sie so gestalten können, dass sich die Anzahl an Flugzeugen erhöht, die monatlich ausgeliefert werden. Das gesteigerte Fertigungsziel erreichen wir gemeinsam mit unseren Kunden dadurch, dass wir entweder neue Produktionslinien planen oder bestehende genau analysieren und optimieren.«

Thomas Reisenweber, Managing Partner bei P3


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